Mittwoch, 08. Juli 2009
Konrad Duden (1829–1911) wurde vor 180 Jahren geboren, »der DUDEN« ist inzwischen 129 Jahre alt.
1880 (laut duden.de am 7. Juli) erschien im Bibliographischen Institut in Leipzig Dr. Konrad Dudens »Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache«.
In diesem Wörterverzeichnis wandte Duden die Regeln der preußischen Schulorthografie von 1880 und der bayrischen von 1879 (die jeweils nur eine kleine Wörterliste hatten) auf wesentliche Teile des Wortschatzes an. Es förderte die weitere Vereinheitlichung der Rechtschreibung auf der Grundlage des Schreibgebrauches, die vor allem »Schulmänner« wie Konrad Duden, Verleger und Drucker wünschten.
Diesen »Urduden« von 1880 mit schlanken 187 Seiten und zirka 27 000 Wörtern gibt es jetzt als Faksimileausgabe.
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Verfasst von Marion Kümmel
Freitag, 26. Juni 2009
Zum 6. Juli 2009 startet die Bayerische Staatsbibliothek in München das neue Biographie-Portal www.biographie-portal.eu.
Es soll historische Nachschlagewerke über eine gemeinsame Suche zugänglich machen. Einzeln kann man die Werke bereits online nutzen – die ADB (Allgemeine Deutsche Biographie, erschienen 1875 bis 1912; umfasst vor 1900 gestorbene Personen) und große Teile der NDB (Neue Deutsche Biographie, 1953 begonnen) zum Beispiel über das Digitale Register zu ADB/NDB.
Kostproben
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Verfasst von Marion Kümmel
Freitag, 12. Juni 2009
Giesbert Damaschke kündigt in seinen Notizen den Start eines spannenden Langzeitprojektes an:
Ab dem 13. Juni wird der Briefwechsel* zwischen Schiller und Goethe als Echtzeitblog veröffentlicht, die Briefe erscheinen also jeweils an dem Tag, an dem sie geschrieben wurden (um 215 Jahre versetzt, versteht sich). Heute wurden zum Auftakt das Vorwort zur zweiten Auflage 1856 und Goethes Widmung an den König von Bayern freigeschaltet, morgen folgt dann der erste Brief Schillers an Goethe.
*(1794–1805)
Er scheint wild entschlossen, das durchzuziehen – bis 2020! Gutes Gelingen und langen Atem wünsche ich für dieses Mammutprojekt.
Zum Blog: » Der Briefwechsel zwischen Goethe & Schiller
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Verfasst von Marik
Montag, 25. Mai 2009
Totgesagte leben länger. Das scheint auch für die »Regel« zu gelten, nach der Zahlen von eins bis zwölf als Wort, ab der bösen 13 hingegen in Ziffern (numerisch) geschrieben werden sollten. Noch immer kennen Journalisten sie, frisch ausgebildete Mediengestalterinnen befolgen sie ohne Widerspruch, in manchen Verlagsrichtlinien hält sie sich hartnäckig.
Die aktuelle Empfehlung
Grundsätzlich kann man Zahlen sowohl in Ziffern als auch in Buchstaben schreiben. Den Rest des Beitrags lesen »
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Verfasst von Marik
Mittwoch, 06. Mai 2009
Heute ist er auf allen Kanälen: Alexander von Humboldt (geb. 14. September 1769; gest. 6. Mai 1859) – Naturforscher, Weltreisender, Netzwerker und überaus produktiver Publizist.
Mein Lieblings-Fundstück steht in einem Brief von 1834 an Karl August Varnhagen von Ense (1785–1858): ein charmantes und zeitloses Briefing für einen Lektor. Nachdem er dem langjährigen Freund und Vertrauten seine Pläne für den Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung detailliert vorgestellt hat, schließt Humboldt:
Nun meine Bitte, theurer Freund! Ich kann es nicht über mich gewinnen, den Anfang meines Manuskripts wegzuſenden, ohne Sie anzuflehen, einen kritischen Blick darauf zu werfen. Sie haben ſo großes Talent der anmuthreichſten Schreibart, Sie ſind auch so geiſtreich und unabhängig, daß Sie Formen des Schreibens nicht geradehin zurückstoßen, die individuell ſind und von den Ihrigen abweichen. Leſen Sie gewogentlichſt die Rede, und legen Sie ein Blättchen an, auf welches Sie schreiben, ganz ohne Gründe anzugeben: ſo … hätte ich lieber ſtatt ſo … dieſes. Tadeln Sie aber nicht, ohne mir zu helfen. Auch beruhigen Sie mich über den Titel.
Mit innigſtem Vertrauen Ihr A. v. Humboldt
(Brief vom 27. Okt. 1834. In: Briefe von Alexander von Humboldt an Varnhagen von Ense aus den Jahren 1827 bis 1858. 4. Aufl., New York 1860)
Auf den Text (in modernisierter Rechtschreibung) bin ich vor einigen Wochen gestoßen, als ich diesen Prachtband von Frank Holl Korrektur gelesen habe, der heute bei Eichborn Berlin erschienen ist:
Alexander von Humboldt. Mein vielbewegtes Leben. Der Forscher über sich und seine Werke. Ausgewählt und mit biographischen Zwischenstücken versehen von Frank Holl. Eichborn 2009
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Verfasst von Marik
Mittwoch, 15. April 2009
Bei netbib fand ich den Hinweis auf diese Karte des Bücherlandes, die Anton Woelfle 1938 gestaltet hat.
Für Bewohner und Besucher der Region lohnt ein Blick auf die historische Geografie: Das Zentrum des Bücherlandes beherrschen noch ganz unangefochten die Vereinigten Buchhandelsstaaten und deren Hauptstadt Officina (mit dem Villenviertel der Verleger). Die Bestsellerie-Plantagen und die Siedlung der Schleuderer und Ramscher befinden sich ganz in der Nähe. Das Land Poesia dagegen liegt auf einer Halbinsel – südlich des Literaturwendekreises.
Gern hätte ich eine Kopie der Karte ins Federwerk gehängt. Aber Original und Digitalisat befinden sich im Besitz der Digitalen Bibliothek der Bayerischen StaatsBibliothek, die nur eine Verlinkung zulässt.
Nachtrag (22. April 2009)
Inzwischen ist auch die Verlinkung nicht mehr möglich. Stattdessen wird die IP-Adresse des Besuchers erfasst und es erscheint in Rot:
Das Digitalisat dieses Titels kann nur in der Bayerischen Staatsbibliothek an dem dafür ausgewiesenen Arbeitsplatz im Lesesaal der Abteilung Handschriften und Alte Drucke und im Musiklesesaal eingesehen werden!
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Verfasst von Marik
Montag, 23. März 2009
»Das Lexikonportal Meyers Lexikon online wird zum 23. März 2009 abgeschaltet.«
So die lakonische Ankündigung auf dem Blog von Meyers online. Sehr schade. Aber es war leider zu erwarten, nachdem die Bifab (Bibliographisches Institut & und F. A. Brockhaus AG) im Dezember bekannt gegeben hatte, dass die Marke Brockhaus verkauft und die Entwicklung enzyklopädischer Werke in Mannheim nicht fortgesetzt wird.
Auch wenn das Kartellamt noch nicht zugestimmt hat: ein Teil der entlassenen Leipziger FABianer setzte zur kollektiven Stellensuche eine eigene Website auf; nun wird Meyers online eingestellt, das zeitweilig als Test für einen geplanten Online-Brockhaus galt (vgl. hier im Federwerk).
Die Ära der gedruckten Universallexika geht zu Ende. Vermutlich. Aber endet damit auch der Bedarf für einen sorgfältig erarbeiteten und redaktionell geprüften Wissensfundus? Was bedeutet der sich anbahnende Lexitus für eine Wissensgesellschaft?
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Verfasst von Marik
Samstag, 21. März 2009
Ist das »Fräulein« nicht längst ein ausgestorbenes Wort? Der Duden war schon spät dran, als er 1996 vermerkte, dass es »als titelähnliche Bezeichnung oder Anrede für eine unverheiratete weibliche Person heute allgemein durch Frau ersetzt« wird. Das Fräulein vom Amt wurde schon vor Jahrzehnten entlassen. Wer die Kellnerin anreden will, sucht nach Alternativen. Einzig das Fräuleinwunder wird immer mal wieder aus der Mottenkiste geholt und meist in Anführungszeichen gebraucht.
Bei der EU ist man jetzt auch drauf gekommen:
Brüssel – Ein Merkblatt des Generalsekretariats des Europäischen Parlaments für geschlechtsneutrale Sprache sorgt bei einigen Abgeordneten für Aufregung. Das der britischen Zeitung »Daily Mail« vorliegende interne Papier richtet sich an DolmetscherInnen und enthält keine obligatorischen Richtlinien, sondern Anregungen, welche Ausdrücke herkömmlichen Floskeln vorgezogen werden könnten. So werde darauf hingewiesen, dass man es vermeiden sollte, auf den Familienstand von Frauen hinzuweisen. Demnach sollen »Madame« und »Mademoiselle«, »Frau« und »Fräulein«, aber auch »Senora« und »Senorita« nicht mehr verwendet werden. Stattdessen sollten die Frauen einfach bei ihrem Namen genannt werden. (via dieStandard.at)
Ach du liebes Fräulein! Oder besser: Mein lieber Herr Gesangverein!
(via)
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Verfasst von Marion Kümmel
Freitag, 20. März 2009
Der Königsweg zum eigenen Buch ist nach wie vor der klassische Buchverlag. Dort wird das Buch professionell begleitet, lektoriert, korrigiert, hergestellt und schließlich vermarktet. Je nach Genre, Zielgruppe und Ziel der Veröffentlichung bieten sich daneben auch Alternativen an.
Im Rahmen der »Themenwoche Buch 2.0 – Literatur und Buchmarkt im Wandel« stellt Jan Tißler auf UPLOAD fünf (bzw. vier) Wege zum eigenen Buch gegenüber, die Autoren heute offenstehen:
1. Verlage
2. [Zuschussverlage]
3. Digitaldruck, Print on Demand
4. E-Book
5. Blog
Im Idealfall, so das Fazit von Jan Tißler, können die verschiedenen Wege (abgesehen von den Zuschussverlagen) sogar aufeinander aufbauen: vom Themenblog über ein E-Book zur Verlagspublikation. Ob das in Zukunft immer ein gedrucktes Buch sein muss, wird sich zeigen.
Weitere Beiträge zur Themenwoche gibt es hier. Darin geht es um den Medienwandel durch die Digitalisierung, Karen Wiborgs Experiment mit einem Blogroman und …
(via netbib)
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Verfasst von Marik