Benennung der Computertasten

Aus dem Märchen wissen wir, dass es die Heldin in auswegloser Situation retten kann, wenn sie den Widersacher bei seinem richtigen Namen nennt.

Auch in weniger prekärer Situation sind drei Versuche immer drin:
– Alt + Shift + Q
– Wahltaste + Umschalter + Q
– Weiche + Groß + Q ?

Bei einer Version wird es dem Gesprächspartner am Telefon schon gelingen, am Mac das gewünschte Anführungszeichen in seinen Text einzufügen. Alternativ gibt es im Typo-Wiki eine » Zusammenstellung der korrekten Benennungen der Computertasten an Mac und PC.

Was aber den Charme des Wiki-Artikels ausmacht, das sind die kreativen Schöpfungen der Sprach- und Tastaturbenutzer für die Sondertasten. Bleibt zu hoffen, dass Liebhaber die »Apfel-« oder »Blumenkohltaste« auch dann erhalten, wenn es das reale Gegenstück (leider) nicht mehr gibt.


Orthotypographisch alles klar?

Feintypographie, Mikrotypographie oder Detailtypographie nennen Erbsenzähler wie Lektoren und Korrektoren die Regeln, nach denen zum Beispiel Zeichenabstände und Abkürzungen gesetzt, die Zeichen für Gedanken-, Strecken-, Binde- und Trennstrich unterschieden oder Umbrüche am Zeilenende gestaltet werden.

Eberhard Dilba stellt die aktuellen Regeln in seinem Typographie-Lexikon unter der Überschrift Orthotypographie dar. Eine Wortneubildung? Google liefert im ersten Anlauf zahlreiche französische Fundstellen. Für das Deutsche finde ich bei » Wikipedia, dass Hieronymus Hornschuch (geb. 1573 in Henfstädt; gest. 1616 in Leipzig) Anfang des 17. Jahrhunderts das älteste erhaltene Lehrbüchlein für Korrektoren, die Orthotypographia, verfasst habe.

Orthotypographie hin oder Detailtypographie her – das Typographie-Lexikon von Eberhard Dilba ist eine gute Empfehlung für alle, die auch 400 Jahre nach Hornschuch auf gutes Texthandwerk Wert legen. Das Lexikon gibt es als » PDF zum Download oder als BoD. Und der sperrige Begriff Orthotypographie (wahlweise natürlich auch mit f) könnte hilfreich sein, wenn mal wieder ein Kunde argumentiert, solche Details seien ja nur Geschmackssache. Oder auch nicht.


Typografie-Wiki

Natürlich sind Bücher über Typografie viel schöner. Aber als schneller Ratgeber ist das Typo-Wiki, das die Jenaer Agentur für visuelle Kommunikation Seite7 (Roßbach & Herrmann GbR) seit 2001 betreibt, eine praktische Ergänzung. Es gibt auch weiterführende Typo-Links und ein Forum zu Typografie, Schrift, Fonts und Gestaltung.


Freie Mindmapping-Software

Auf die Frage nach seinen sonstigen Arbeitswerkzeugen (neben dem Blog) antwortete Martin Röll in einem Interview:

Mein zentrales Werkzeug für Notizen, die sich auf Projekte oder konkrete Entwicklungen beziehen, ist Freemind, das freie Mindmapping-Programm. Es ist in Java geschrieben, läuft also sowohl unter Windows wie auch auf dem Mac.

Das Programm findet man hier zum Download.

Gelesen auf imgriff.com in einem Interview, das Florian Steglich im März 2007 mit Martin Röll geführt hat.


Wie neu muss ein Duden sein?

Diesen Dialog habe ich in den letzten Wochen mehrfach geführt:

»… aber das steht so im Duden.«
»Vielleicht benutzen Sie eine alte Auflage?«
»Nein, der ist schon in neuer Rechtschreibung.«

Auf Nachfrage stellte sich dann meist heraus, dass das Wörterbuch von 2004 oder 2001, mitunter auch noch älter war. Das ist sicher nicht verwunderlich: Der Inhalt der jeweils gerade noch als »neu« etikettierten Auflagen verfiel in den letzten Jahren, noch bevor die Bücher deutliche Gebrauchsspuren zeigten. Welche Rechtschreibwörterbücher geben also verlässliche Auskunft, wenn man die reformierte Rechtschreibung benutzen will oder muss?

Die Kurzfassung: Seit dem 1. August 2007 ist die reformierte Rechtschreibung für Schulen und Behörden in einer Version verbindlich, deren Basis 1996 beschlossen, die aber 2004 modifiziert und 2006 noch einmal deutlich verändert wurde. Zuverlässige Hilfe bieten daher nur Nachschlagewerke, die seit Juni 2006 erschienen sind, also zum Beispiel der Duden in der 24. Auflage oder der Wahrig von 2006. Zurzeit sollte man auch bei der Auswahl von Lern- und Übungsmaterialien genau darauf achten, welchen Stand der Rechtschreibdiskussion und -regelung sie vermitteln. Das »neu« auf dem Cover wird sich dabei häufig als zu alt erweisen.

Detaillierte Informationen findet man unter:
www.wahrig.de (unter Service)
www.duden.de


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