Orthotypographisch alles klar?

Feintypographie, Mikrotypographie oder Detailtypographie nennen Erbsenzähler wie Lektoren und Korrektoren die Regeln, nach denen zum Beispiel Zeichenabstände und Abkürzungen gesetzt, die Zeichen für Gedanken-, Strecken-, Binde- und Trennstrich unterschieden oder Umbrüche am Zeilenende gestaltet werden.

Eberhard Dilba stellt die aktuellen Regeln in seinem Typographie-Lexikon unter der Überschrift Orthotypographie dar. Eine Wortneubildung? Google liefert im ersten Anlauf zahlreiche französische Fundstellen. Für das Deutsche finde ich bei » Wikipedia, dass Hieronymus Hornschuch (geb. 1573 in Henfstädt; gest. 1616 in Leipzig) Anfang des 17. Jahrhunderts das älteste erhaltene Lehrbüchlein für Korrektoren, die Orthotypographia, verfasst habe.

Orthotypographie hin oder Detailtypographie her – das Typographie-Lexikon von Eberhard Dilba ist eine gute Empfehlung für alle, die auch 400 Jahre nach Hornschuch auf gutes Texthandwerk Wert legen. Das Lexikon gibt es als » PDF zum Download oder als BoD. Und der sperrige Begriff Orthotypographie (wahlweise natürlich auch mit f) könnte hilfreich sein, wenn mal wieder ein Kunde argumentiert, solche Details seien ja nur Geschmackssache. Oder auch nicht.



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