Umfrage: Ottogravieh in Blogs
Veröffentlicht: 31. Oktober 2008 Einsortiert unter: Rechtschreibung, Schreiben und Publizieren | Tags: Bloggen, Copy Editor, Fehler, Grammatik, Lektor, Rechtschreibung Schreibe einen Kommentar »Orthografische, grammatische und sachliche Fehler passieren – gerade beim schnellen Bloggen. Eine Umfrage für englischsprachige Blogs (via BasicThinking) wollte nun wissen, ob das tatsächlich Einfluss auf den Erfolg eines Blogs hat. Die wichtigsten Ergebnisse laut ReadWriteWeb:
- Orthografische und grammatische Fehler schaden dem Ansehen eines Blogs beim Leser, seiner Bereitschaft, sich damit zu beschäftigen und den Inhalt weiterzuverlinken, fast ebenso sehr wie sachliche Fehler.
- Die Teilnehmer der Umfrage meinen, dass orthografische und grammatische Fehler auf Blogs verbreitet sind. Nur 20 % sagten, dass sie solche Fehler selten oder nie bemerkt haben.
In einem Kommentar heißt es gar: »Some top bloggers are good writers but behind every good writer is a great editor.«
Selber denken macht schlau
Veröffentlicht: 30. Oktober 2008 Einsortiert unter: Fundsachen, Schreiben und Publizieren | Tags: Diplomarbeit, Hochschulschriften, Master Thesis, Plagiat, Urheberrecht Schreibe einen Kommentar »Studenten, die Studienarbeiten aus dem Internet kopieren, soll in Baden-Württemberg ab März der Rauswurf drohen. Das Wissenschaftsministerium hat dem Landtag eine Verschärfung des Hochschulgesetzes vorgeschlagen. Demnach wird das Anfertigen eines Plagiats ausdrücklich zu einem Exmatrikulationsgrund erklärt.
Das berichtet Spiegel online in »Abschreibern droht Uni-Rauswurf« (via VFLL-Blog).
Man erhoffe sich davon vor allem eine Signalwirkung. Ob diese Strafe in jedem Einzelfall angemessen ist, soll die Hochschule jeweils einschätzen. Allerdings eben nur, wenn die AbschreiberInnen Studenten sind. Schwieriger wird es, wenn der geistige Diebstahl durch einen verbeamteten Lehrstuhlinhaber begangen wird, wie Unispiegel hier berichtete.
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Verwandte Artikel:
– Plagiate machen dumm
– Dossier zum Urheberrecht bei bpb
Anstalten machen
Veröffentlicht: 17. Oktober 2008 Einsortiert unter: Verständlichkeit, Wortschätze | Tags: Neuwort, Verständlichkeit, Wortschatz 1 Kommentar »Und was für welche. Ab Montag können schlingernde Banken Staatshilfe beantragen. Bei der neu geschaffenen
Finanzmarktstabilisierungsanstalt.
(33 Buchstaben)
Das war im Herbst. Und schon zum Frühjahrsbeginn 2009 gibt es ein
Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz
(42 Buchstaben) für die Banken, denen nicht zu helfen ist.
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Verwandte Artikel:
– Verständlichkeit als Bürgerrecht
– Ist die Tagesschau verständlich?
Online-Wörterbücher von PONS
Veröffentlicht: 16. Oktober 2008 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Computer & Software, Wortschätze | Tags: Online-Wörterbuch, Wörterbücher, Zukunft des Buches 1 Kommentar »Der Storyblogger berichtet, dass der Verlag mit den grünen Wörterbüchern unter pons.eu einige davon online gestellt hat. In der Beta-Version kann man für 5 (Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Polnisch) von 23 EU-Amtssprachen die Herübersetzung ins Deutsche sowie die Hinübersetzung aus dem Deutschen in die Fremdsprache nachschlagen.
Bei Wörterbüchern hat die Zukunft des Buches längst angefangen. Ich jedenfalls bevorzuge die digitalen Versionen, egal ob online oder offline. Hier werden vermutlich bald nur noch die alten Bezeichnungen wie »Wörterbuch« oder »nachschlagen« daran erinnern, dass man dafür einst gedruckte Bücher gewälzt hat.
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60. Frankfurter Buchmesse
Veröffentlicht: 14. Oktober 2008 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Fundsachen | Tags: Blogs zur Buchmesse, Buchmesse, Krise des Buches, Streichholzbriefe 1 Kommentar »Ja, die Buchmesse lebt! Deshalb gehen sogar die Neuen und die nicht mehr ganz so neuen Medien hin, wenn die 60. Frankfurter Buchmesse (15.–19. Oktober) eröffnet wird. Aber auch diesmal wird wieder über die Krise des Buches und der Buchmesse geredet und geschrieben werden. Umberto Eco hat schon in den 1980er Jahren auf entsprechende Fragen geantwortet, was auch heute noch gelten dürfte:
[…] es gibt eine unbestreitbare Tatsache, nämlich daß wir in einer Zeit leben, in der mehr Bücher produziert und verkauft werden als in jedem anderen Jahrhundert, und das auch, wenn man das Verhältnis zwischen Buchproduktion und Weltbevölkerung in Rechnung stellt. Können wir diese statistische Gegebenheit wirklich ignorieren? (S. 106 f.)
Die Krise der Buchmesse ist ein bißchen so etwas wie die alljährliche Diskussion über den Niedergang der Philosophie, über das Verschwinden der großen Meisterdenker, das Schweigen der Intellektuellen, das Ende des Romans oder den Sittenverfall. Das sind sichere Themen, denn sie sind bereits seit den Zeiten der alten Griechen im Umlauf (man weiß heutzutage, daß die große Krise bei den Vorsokratikern begann), und das Publikum begeistert sich dafür aufgrund einer Art von »genetischer Prägung«. (S. 114)
(Umberto Eco, Gesammelte Streichholzbriefe, dtv 2005)
Die Messe ist vielmehr eine Gelegenheit zu beobachten, welche neuen Texte und Autoren sich zeigen, wie sich neue Publikationsformen entwickeln und wie diese wiederum das Buch verändern.
Blogs zur Buchmesse:
– das Literaturwelt-Blog
– der Seitenblick der ZEIT
– Überdruck – Andrea Diener auf faz.net
Internet-TV zur Buchmesse:
– ZDF-Mediathek mit Lesungen und Interviews
– 3sat auf der Buchmesse
Marcel Reich-Ranicki lehnt Fernsehpreis ab
Veröffentlicht: 12. Oktober 2008 Einsortiert unter: Fundsachen | Tags: Fernsehen, Marcel Reich-Ranicki, Medien 23 Kommentare »Der alte Fuchs hat sich wieder einmal zünftig in Szene gesetzt – bisher ist das nur zu lesen (hier bei dwdl). Die Ablehnung eines Preises kommt gelegentlich vor, meist mit ehrenwerten Gründen. Aber hat ein designierter Preisträger je (wohlkalkuliert?) seine Entscheidung erst verkündet, nachdem er Laudatio und Applaus entgegengenommen hatte? »Ich gehöre nicht in die Reihe dieser Preisträger«, das sei ihm im Verlaufe der Aufzeichnung klar geworden.
Literaturcafe.de findet’s »grrroßartig« und stellt Vermutungen darüber an, wie sich die beteiligten Fernsehanstalten verhalten werden. Ich bin gespannt, ob das ZDF die vollständige Erwiderung des Fernseh-Literaturpapstes heute Abend ausstrahlt. Dafür werde ich mich morgen sogar durch die Mediathek klicken.
Nachtrag: Laut Fernsehlexikon.de bloggen Peer Schrader und Stefan Niggemeier die Aufzeichnung der Sendung heute Abend »live« ab 20:15 Uhr.
Nachtrag 2 (20:30 Uhr): Marcel Reich-Ranicki im Interview auf faz.net: »Ich konnte es nicht mehr aushalten«
Nachtrag 3: Das hat MRR tatsächlich gesagt – das Video bei Cem Basman.
Nachtrag 4 (18. Oktober): Günter Grass sagte auf der Buchmesse über den Auftritt, das sei genau der Marcel Reich-Ranicki, wie er ihn aus dem »Literarischen Quartett« kenne. Er habe Literatur nicht popularisiert, sondern trivialisiert und sei Teil des Gewerbes, das er nun kritisiere. – Zum Video in der ZDF-Mediathek.
Murphys Gesetz für Lektoren
Veröffentlicht: 6. Oktober 2008 Einsortiert unter: Alltag, Fundsachen | Tags: Erin McKean, Fehler, Korrektur, Lektor, Lektorin, Muphry's Law Schreibe einen Kommentar »Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen, sagt Murphy’s Law. Als Anwendung desselben für Lektoren formulierte John Bangsund, ein australischer Lektor, Muphry’s Law. Im Newsletter der Society of Editors schrieb er 1992:
(a) if you write anything criticizing editing or proofreading, there will be a fault of some kind in what you have written;
(b) if an author thanks you in a book for your editing or proofreading, there will be mistakes in the book;
(c) the stronger the sentiment expressed in (a) and (b), the greater the fault;
(d) any book devoted to editing or style will be internally inconsistent.
Das Gesetz kursiert in zahlreichen Versionen mit ebenso vielen verschiedenen UrheberInnen; zum Urvater wurde sogar Ambrose Bierce berufen. Eine griffige Kurzform stammt von der amerikanischen Lexikografin Erin McKean (2001):
Jede Korrektur der Rede oder Schreibe anderer weist selbst mindestens einen Fehler in Grammatik, Orthografie oder Typografie auf.
* Auf die Spur zu Muphry’s Law hat mich dieser Kommentar zum Artikel Fernsehkritik im Bremer Sprachblog gebracht.
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Zum Weiterlesen:
- Muphry’s Law [2008-07-18] in der englischen Wikipedia
Manchmal wird ein Buch draus
Veröffentlicht: 2. Oktober 2008 Einsortiert unter: Schreiben und Publizieren | Tags: Autor, Lektorat, Prokrastination, Schreibblockade Schreibe einen Kommentar »Annette Anton, Programmchefin beim Campus Verlag, erklärte bei einer Buchpremiere, dass sie froh und »geradezu überrascht« sei, ab und zu ein fertiges Buch in Händen zu halten. Auf Nachfrage erfuhr Kathrin Passig dies:
Es ist ja so, dass die Mehrheit der Buchideen, die einem angeboten wird, nie den Weg zum fertigen Buch findet. Der Normalfall ist eher, dass der Autor nicht schreibt, verspätet schreibt, das Falsche schreibt, ewig aus seiner Schreibblockade nicht herausfindet, ganz am Ende etwas schreibt und das dann viel zu spät abgibt. […]
[…] Unter den Autoren, die man schon unter Vertrag hat, gibt es doch auch erstaunlich viele pünktliche. Ich würde mal sagen, zwanzig Prozent geben pünktlich ab, zehn Prozent geben gar nie irgendetwas ab, und der Rest bewegt sich irgendwo dazwischen.
Den ganzen Text »Prokrastination im Autorenberuf« gibt es auf prokrastination.com.
Eine neue Lese-Ecke im Web
Veröffentlicht: 2. Oktober 2008 Einsortiert unter: Schreiben und Publizieren | Tags: Buchhandlung, Leseecke, Readbox, Veröffentlichen 2 Kommentare »In der Buchhandlung um die Ecke kann ich in den Büchern schmökern, bevor ich mich zum Kauf entschließe. Für Bücher kleinerer und unabhängiger Verlage und neuer Autoren, die den Weg dorthin noch nicht finden, startet mit der readbox heute eine Alternative im Netz.
Auf der »Plattform für unabhängige Literatur« kann laut Selbstauskunft jeder die Bücher der beteiligten Verlage und Autoren im Volltext lesen oder anhören, bewerten und empfehlen. Wer eines der Bücher kaufen möchte, hat die Wahl zwischen digitalen Versionen für unterschiedliche Geräte und dem gedruckten Buch.
Die Idee scheint mir interessant – mal sehen, ob es die beteiligten Texte auch sind.
Zum Weiterlesen: Die readbox hat ab heute geöffnet!


