Eigennamen und Rechtschreibung (Teil 1)

Ich habe die Artikelserie im April 2016 aktualisiert und zusammengefasst. Sie finden den aktuellen Beitrag unter diesem Link:

http://federwerk.de/2016/04/19/eigennamen-und-rechtschreibung/

Die Möwen können wir ruhig alle Emma nennen. Aber sonst ist man mit Eigennamen besser eigen. Manche Person legt Wert auf eine bestimmte Aussprache: Angela M. wird auf der ersten Silbe betont; Charlotte R. übt jeweils mit Moderator und Publikum. Und auch bei der Schreibung kommt’s drauf an: Meyer mit Ypsilon? Schmidt mit DeTe? Die falsche Schreibung kann im Zweifel ein K.-o.-Kriterium für einen Text sein.

Bei Eigennamen haben die Rechtschreibregeln eher den Charakter von Faustregeln: Sie gelten häufig, aber mit vielen Ausnahmen. Das betrifft Namen von Institutionen, Vereinigungen, Firmen, Produkten und Marken ebenso wie Titel von Zeitungen und Zeitschriften oder Fernsehsendungen, geografische Namen oder Namen von Straßen oder Plätzen.

In der »Amtlichen Regelung der deutschen Rechtschreibung« (PDF) von 2006 finden sich daher wiederholt ergänzende Hinweise wie dieser:

Für Eigennamen (Vornamen, Familiennamen, geografische Eigennamen und dergleichen) gelten im Allgemeinen amtliche Schreibungen. Diese entsprechen nicht immer den folgenden Regeln. [In: A Laut-Buchstaben-Zuordnungen, Vorbemerkungen, 3.2]

Für die hier gemeinten »amtlichen Schreibungen« ist nicht die »amtliche Rechtschreibung« (und auch nicht Duden oder Wahrig) zuständig, sondern:

  • Amtliche Einträge für Personennamen enthalten die örtlichen Personenstandsbücher (ab 2009 Personenregister) beim Standesamt, die sogar amtlichen Hör- und Tippfehlern Gültigkeit verleihen.
  • Amtlich sind Firmen- und Markennamen, wenn sie ins Handelsregister bzw. ins Markenregister beim Deutschen Patent- und Markenamt in München eingetragen sind.
  • Für die Standardisierung geografischer Namen ist im deutschsprachigen Raum der Ständige Ausschuss für geographische Namen (StAGN) zuständig.

Artikelserie: Eigennamen und Rechtschreibung

Über Marion Kümmel

Marion Kümmel ist freie Lektorin und Federwerkerin. Seit 2001 übernimmt sie Textdienstleistungen für Publikumsverlage, Agenturen, Firmen und Autoren. Sie redigiert Sachbücher und Fachtexte, wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie Texte aus Unternehmenskommunikation und Werbung. Ihre Texterfahrungen vermittelt sie in Vorträgen und Schulungen.

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Kommentare

  1. … also bestimmt der Eintrag in eine amtliche Liste letztlich auch, ob der Klebstoff UHU vom Genus her das oder der geschrieben wird? Ist das der Umgangssprache überlassen und somit beliebig?
    :)?

  2. Beim Deutschen Patent- und Markenamt hat die UHU GmbH & Co. KG seit 1948 die Wortmarke »UHU Der Alleskleber« eingetragen, daneben aber auch die Wortmarke »Uhu« und einige andere (siehe https://register.dpma.de ). Nach der Wortmarke steht deshalb das Registrierungszeichen (R in einem Kreis). Meist wird UHU in Versalien (Großbuchstaben) geschrieben, geschützt hat die Firma aber offenbar auch die Schreibung »Uhu«. Ein grammatischer Artikel ist für diese Marke nicht festgelegt. Das kann man aber jeweils nur für den Einzelfall recherchieren.

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  1. […] oder Unternehmensnamen – bei denen die Rechtschreibung ja oft außer Kraft gesetzt ist. (Zur Rechtschreibung von Eigennamen vgl. hier im Federwerk.) Hinzu kommt: Diese Fehler bemerkt auch ein ansonsten rechtschreibschwacher […]

  2. […] sind Eigennamen, sie müssen also der amtlichen Rechtschreibung nicht folgen. Ihre Schreibung richtet sich nach dem […]

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