Der Strich für »bis« wird zum Bis-Zeichen

Bis-Zeichen

Manchmal müssen Zeichen nicht nur normgemäß gesetzt oder korrigiert, sondern auch genau bezeichnet werden. Etwa wenn Regeln formuliert und auffindbar gemacht werden sollen. Schwer tun sich Regelwerke bislang mit dem Halbgeviertstrich, der als Wortzeichen für die Präposition »bis« verwendet wird.

Diese Varianten stehen aktuell zur Auswahl:

  • Strich für »bis«
  • Zeichen für »bis«
  • »bis«-Zeichen [1]
  • bis-Zeichen [2]
  • Bis-Zeichen

Aus der Wortgruppe wird langsam eine Zusammensetzung. Die Bezeichnung des Zeichens ist ein Substantiv, das erste Wort müsste also großgeschrieben werden. Alternativ kann »bis« in Anführungs­zeichen gesetzt oder kursiv ausgezeichnet werden. Diese Variante ist besonders bei sehr ungewöhnlichen oder einmaligen Wortbildungen üblich und soll das Lesen erleichtern. Die Kleinschreibung von bis ohne Hervorhebung entspricht in der Zusammensetzung nicht den Rechtschreibregeln.

Inzwischen ist die Zusammensetzung allgemein verbreitet und kann ebenso geschrieben werden wie die älteren Bezeichnungen dieser Art, insbesondere At-Zeichen, Et-Zeichen sowie Und-Zeichen, nämlich Bis-Zeichen.

Für Oktober ist ein neuer »grüner« Duden angekündigt: »Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle«, 8. Auflage, Berlin 2016. Vielleicht mit einem klaren Bis-Zeichen statt des unentschiedenen bis-Zeichens?

PS: Mindestens seit 1997 führt Duden 9 auch eine Falschschreibung mit Bis‑Strich an. Richtig ist: Er hat 4- bis 5-mal angerufen. Hier muss bis ausgeschrieben werden, weil der Bis-Strich nicht mit anderen Strichen (hier dem Ergänzungsstrich) zusammentreffen sollte.

PPS (Oktober 2016): Der Eintrag im »meergrünen« Duden 9, »Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle«, blieb in der 8. Auflage, Berlin 2016 unverändert.

Quellen:

[1]  Duden 1. Rechtschreibung, 26. Auflage, Berlin 2013, Seite 115 unter »Textverarbeitung und E-Mails« (so auch 2006, 2009), bis 1996 unter »Richtilinien für den Schriftsatz«.

[2] Duden 9. Gutes und richtiges Deutsch, 7. Auflage, Mannheim 2011 unter dem Stichwort bis-Zeichen (so mindestens seit der 4. Auflage 1997). Im Artikeltext ist das »bis« in der Zusammensetzung kursiv ausgezeichnet, im Artikelkopf steht es (vermutlich aus technischen Gründen) nicht kursiv. Das führt in der Praxis leider zu unkritischen Übernahmen und Falschschreibungen.

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Über Marion Kümmel

Marion Kümmel ist freie Lektorin und Federwerkerin. Seit 2001 übernimmt sie Textdienstleistungen für Publikumsverlage, Agenturen, Firmen und Autoren. Sie redigiert Sachbücher und Fachtexte, wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie Texte aus Unternehmenskommunikation und Werbung. Ihre Texterfahrungen vermittelt sie in Vorträgen und Schulungen.

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