Ach du liebes Fräulein!

Ist das »Fräulein« nicht längst ein ausgestorbenes Wort? Der Duden war schon spät dran, als er 1996 vermerkte, dass es »als titelähnliche Bezeichnung oder Anrede für eine unverheiratete weibliche Person heute allgemein durch Frau ersetzt« wird. Das Fräulein vom Amt wurde schon vor Jahrzehnten entlassen. Wer die Kellnerin anreden will, sucht nach Alternativen. Einzig das Fräuleinwunder wird immer mal wieder aus der Mottenkiste geholt und meist in Anführungszeichen gebraucht.

Bei der EU ist man jetzt auch drauf gekommen: [Weiterlesen …]

Fundstück zum Darwin-Jahr

Im Naturpark kann es vorkommen, dass eine Wildschweinfamilie im Gänsemarsch über den Weg trabt.

Schließlich sind die Kreaturen doch alle miteinander verwandt, irgendwie.

Anstalten machen

Und was für welche. Ab Montag können schlingernde Banken Staatshilfe beantragen. Bei der neu geschaffenen

Finanzmarktstabilisierungsanstalt.

(33 Buchstaben)

Das war im Herbst. Und schon zum Frühjahrsbeginn 2009 gibt es ein

Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz

(42 Buchstaben) für die Banken, denen nicht zu helfen ist.

______________

Verwandte Artikel:

Verständlichkeit als Bürgerrecht
Ist die Tagesschau verständlich?

Online-Wörterbücher von PONS

Der Storyblogger berichtet, dass der Verlag mit den grünen Wörterbüchern unter pons.eu einige davon online gestellt hat. In der Beta-Version kann man für 5 (Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Polnisch) von 23 EU-Amtssprachen die Herübersetzung ins Deutsche sowie die Hinübersetzung aus dem Deutschen in die Fremdsprache nachschlagen.

Bei Wörterbüchern hat die Zukunft des Buches längst angefangen. Ich jedenfalls bevorzuge die digitalen Versionen, egal ob online oder offline. Hier werden vermutlich bald nur noch die alten Bezeichnungen wie »Wörterbuch« oder »nachschlagen« daran erinnern, dass man dafür einst gedruckte Bücher gewälzt hat.
_______________

Das könnte Sie noch interessieren:

Woxikon: Synonyme und Antonyme finden

Wer schreibt, lektoriert oder sonst mit Texten arbeitet, weiß ein gutes Wörterbuch für Synonyme (bedeutungsähnliche Wörter) zu schätzen, um variabel und treffend zu formulieren. Heute fand ich hier den Hinweis auf das Woxikon, ein Mitmachprojekt aus Tangermünde in der Altmark. Laut eigener Aussage umfasst das Online-Wörterbuch zurzeit bereits über 200.000 Synonyme und Antonyme (Gegenwörter). [Weiterlesen …]

Der Sprachverfall fällt aus

Der Verfall der deutschen Sprache wird mindestens seit der Romantik befürchtet, als man sie dem Greisenalter nahe sah. Nicht zuletzt deshalb haben die Brüder Grimm Zeugnisse älterer Sprachstufen gesammelt. Und wie steht es heute um das Deutsche? Ständig kommen neue Wörter mit Migrationshintergrund hinzu, in SMS grassiert der Aküfi, ins Internet schreibt auch jeder, wie er will …

Prof. Rudi Keller, Germanist an der Uni Düsseldorf, sagt dazu im Interview mit der Süddeutschen Zeitung: [Weiterlesen …]

Der Charme des Webfehlers

Wenn Kritiker in einem Buch Fehler bemerken, ist im Zweifel immer das Lektorat schuld. Andererseits: Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob eine Korrektur dem Text nicht eine charmante Lücke nimmt, durch die etwas Eigenes weht.

In einem Romanmanuskript zum Beispiel schmachtet der Midlifecrisis-gebeutelte Held eine Studentin an, deren Kleid ihn völlig aus der Fassung bringt, weil der »Rückenausschnitt bis zur Bandscheibe« reicht. Ein »windschlüpfriges Auto« hätte sie vielleicht beeindrucken können, [Weiterlesen …]