Die erste Kanzlerin
Veröffentlicht: 4. November 2009 Einsortiert unter: Sprache, Wortschätze | Tags: Kanzlerin, PC Schreibe einen Kommentar »In allem, was Angela Merkel tut, ist sie die erste Bundeskanzlerin. Gestern hat sie als erste Bundeskanzlerin vor beiden Kammern des US-amerikanischen Parlaments gesprochen. Was aber, wenn man ausdrücken will, dass auch nur einem ihrer Vorgänger im Kanzleramt eine ähnliche Ehre zuteil wurde?
Die Presse hat einige Mühe, die ganze Einzigartigkeit zu fassen. Den Rest des Beitrags lesen »
Die Sprachen der Bundesrepublik
Veröffentlicht: 9. Oktober 2009 Einsortiert unter: Sprache | Tags: Amtssprache, deutsche Sprache, Grundgesetz, Korrektur 2 Kommentare »Das Grundgesetz sagt dazu nichts, es ist aber wie alle Gesetze der Bundesrepublik Deutschland in deutscher Sprache verfasst. Einfache Gesetze legen das Deutsche als Amts- und Gerichtssprache fest.
Für die sorbischen Gebiete ist darüber hinaus das Sorbische als Gerichtssprache anerkannt. In den Bundesländern sind die Sprachen der jeweiligen Minderheiten für den Verkehr mit Behörden zugelassen: die Regionalsprachen Niederdeutsch (Plattdeutsch), Friesisch, Dänisch, Romanes bzw. Sorbisch.
Nach dem Willen der Koalitionäre soll die deutsche Sprache dennoch ins Grundgesetz: »Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch.«
Zum Weiterlesen
- Sprache im Grundgesetz (Wissenschaftliche Dienste 37/2008, hrsg. vom Deutschen Bundestag. PDF) – eine Dokumentation zu den rechtlichen Hintergründen
- Grundgesetzlich deutsch – Federwerk zum letzten Aufguss derselben Debatte
Nachtrag zur Rechtschreibung
Ist die Sprache »Deutsch« oder »deutsch«? Den Rest des Beitrags lesen »
Das erfolgreichste Buch der Wissenschaftsgeschichte
Veröffentlicht: 20. September 2009 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Rostock | Tags: Artes liberales, Astronomie, frühneuzeitliche Drucke, Rostock Schreibe einen Kommentar »Das »erfolgreichste Buch der Wissenschaftsgeschichte« – so habe ich heute gelernt – wurde um 1230 von einem (vermutlich) englischen Gelehrten an der Pariser Universität geschrieben: das Astronomielehrbuch »Tractatus de Sphaera« von Johannes de Sacrobosco.
Es soll in zahlreichen Abschriften und 130 Druckausgaben aus der Zeit von 1472 bis 1656 verbreitet gewesen sein. Für 4 Jahrhunderte war es in Europa die Grundlage für das Studium der Astronomie, die als Teil der Artes liberales zum Pflichtprogramm für alle Studenten gehörte, bevor sie sich im Hauptstudium der Theologie, Medizin oder Rechtswissenschaft widmen konnten.
Zahlreiche weitere wertvolle Handschriften und Drucke sowie Globen, Karten und astronomische Messinstrumente zeigt die aktuelle Ausstellung im Kulturhistorischen Museum Rostock:
Harmonia mundi. Brahe, Kepler und die Revolution des Weltbildes um 1600 (24. Juli 2009 – 1. November 2009).
»Schwere« Satzfehler und ihre Korrektur
Veröffentlicht: 18. September 2009 Einsortiert unter: Typografie | Tags: Hurenkind, Korrektur, Satzfehler, Schriftsatz, Schusterjunge, Typografie, Umbruchkorrektur Schreibe einen Kommentar »Aus dem Bleisatz stammen zwei wichtige Regeln für den Seiten- bzw. Spaltenumbruch:
- Die letzte (meist kürzere) Zeile eines Absatzes darf nicht am Anfang einer Seite oder Spalte stehen, da sie den Satzspiegel stört.
- Die erste Zeile eines Absatzes (die oft mit einem Einzug beginnt) oder eine Überschrift darf nicht am Ende einer Seite oder Spalte stehen.
Der »Duden Satz und Korrektur« (Mannheim 2003, S. 228) nennt Verstöße dagegen »besonders schwere Satzfehler«. Während die erste Regel im professionellen Satz stets befolgt werden sollte, wendet man die zweite nur bei Überschriften noch grundsätzlich an, bei Absätzen wird der Verstoß oft toleriert.
In Satzprogrammen hilft heute die »Absatzkontrolle« dabei, die Regeln einzuhalten; sogar Textverarbeitungen verfügen inzwischen über diese Funktion. Tritt ein Fehler dennoch auf, ergeben sich zwei Fragen: Wie benennt man ihn? Von wem bzw. mit welchen Mitteln wird er behoben? Den Rest des Beitrags lesen »
Studie: Verständlichkeit der Bundesregierung
Veröffentlicht: 10. September 2009 Einsortiert unter: Verständlichkeit | Tags: Kanzleideutsch, Verständlichkeit, Verwaltungssprache, Webtexte 1 Kommentar »Häufig wird Parteien und Politikern Unverständlichkeit vorgeworfen. Daher untersuchten Kommunikationswissenschaftler der Universtität Hohenheim Web-Texte der Bundesregierung (aus Kanzleramt und Ministerien) und fragten:
Lässt sich durch eine Optimierung der Webseiten-Texte der Bundesregierung deren Verständlichkeit und damit auch der Kommunikationserfolg der Bundesregierung verbessern?
Die Wissenschaftler setzten eine Software (TextLab) ein, um in ausgewählten Texten die »Problemstellen« aufzufinden. Diese optimierten sie anschließend mit den bekannten Mitteln: verständliche Wörter verwenden, schwer verständliche Begriffe erklären, zu komplexe Satzstrukturen auflösen, logisch strukturieren, Zwischenüberschriften einsetzen …
»Jetzt sitzt er da ohne Butter«
Veröffentlicht: 28. August 2009 Einsortiert unter: Fundsachen, Schreiben und Publizieren | Tags: Dienstleisterverlag, Druckkostenzuschussverlag, Zuschussverlag Schreibe einen Kommentar »In bester Eulenspiegel-Manier hat ein Autorentrio eine ganze Reihe sogenannter Druckkostenzuschussverlage vorgeführt. Nachzulesen auf SpOn: »Die schönsten Seiten des Schwachsinns«.
Ähnlicher Beitrag:
Ich mach’ was mit Büchern — Wer noch?
Veröffentlicht: 17. August 2009 Einsortiert unter: Freiberuflichkeit | Tags: Bücher, Buchbranche, Lektor, Lektorin, Publizieren Schreibe einen Kommentar »Mit dieser Aktion will Leander Wattig die »Sichtbarkeit der Buchbranche im Internet und eine stärkere Vernetzung von deren Mitgliedern« fördern.
Ich mache was mit Büchern: Seit ich mich mit 6 durch die Abenteuer des Burattino (»Das goldene Schlüsselchen«) durchbuchstabiert habe, gehöre ich zu den Bücherwürmern und Büchersammlern. Zahllose Bücher später habe ich das Lesen zum Beruf gemacht: Als freie Lektorin lektoriere, redigiere und korrigiere ich im Auftrage von Verlagen, Agenturen und Privatpersonen Texte, die als Bücher erscheinen sollen. Eine Liste mit Beispielen aus den letzten Jahren findet sich hier.
Wer noch?
Agenten
Autoren
Berater
Blogger
Buchhändler
Bücherwürmer
Hersteller
Illustratoren
Lektoren
Texter
Typografen
Verlagsmitarbeiter
Im MediatrendsWiki können Branchenmitglieder ihre Websites und/oder Blogs eintragen.
Reformierte Rechtschreibung nun überall amtlich
Veröffentlicht: 28. Juli 2009 Einsortiert unter: Alltag, Rechtschreibung, Sprachwandel | Tags: Duden, neue Rechtschreibung, Rechtschreibreform, Rechtschreibung, Sprachwandel, Wahrig Schreibe einen Kommentar »Die eine oder andere Frist ist verstrichen, seit 1996 die erste Version der »neuen Rechtschreibung« ihren Weg in die Wörterbücher gefunden hat.
Als ich 1996/97 die ersten Seminare zur »neuen Rechtschreibung« anbot, hieß es oft: »Die wird doch erst 2005 amtlich; bis dahin fließt noch viel Wasser in die Ostsee.« 1998 (Einführung für Schulen und Behörden) und 1999 (Übernahme durch die Nachrichtenagenturen) wollten ganz plötzlich ganz viele sofort ihre MitarbeiterInnen schulen. Das Interesse hielt an – trotz kleinerer Änderungen und Sommertheater 2004 – bis etwa 2006 (Revision und bis jetzt gültige Fassung). Seitdem meint mancher: »Wer weiß, wie oft da noch geändert wird.«
Am 31. Juli 2009 läuft nun in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein die letzte Übergangsfrist aus. In Deutschland und Belgien endete sie am 31. Juli 2007, in Österreich und Bozen-Südtirol zum 31. Juli 2008.
Damit gilt das amtliche Regelwerk (mit Stand vom Februar 2006) dann in Schulen, Ämtern und Behörden aller Länder, in denen Deutsch Amts- oder Minderheitensprache ist.
Die aktualisierten Wörterbücher von DUDEN (Bibliographisches Institut) und WAHRIG (Bertelsmann) liegen seit einer Woche vor. Die Eckdaten habe ich hier in meinem Journal verglichen. Den neuen (digitalen) Duden teste ich ab jetzt im Alltag – Bericht folgt.
Links zur Rechtschreibreform
- Regeln und Wörterliste zum Download beim IDS
- Rat für deutsche Rechtschreibung, Nachfolger der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung
- Deutschsprachige Nachrichtenagenturen (sog. Agenturregelung)
- Ressourcen zur Rechtschreibung im Internet
Ein Bienchen von PONS
Veröffentlicht: 25. Juli 2009 Einsortiert unter: Elektronisches Publizieren, Rechtschreibung | Tags: Duden, Online-Wörterbuch, PONS, Rechtschreibung Schreibe einen Kommentar »Da die Post anderswo fixer war, hatte ich von der gelungenen PR-Aktion und ihren Hintergründen (vgl. Open Source PR) schon bei be|es|ha, ib-klartext und text de luxe (mit weiteren Links) gelesen. Heute kam auch im Federwerk das Mailing von PONS an.
Ich war also vor allem neugierig, welchen Federwerk-Artikel die PR-Leute ausgesucht haben: Sie haben geschickt an diese Notiz über den traditionsreichen Mitbewerber angeknüpft. Das gefällt mir.

Ganz schön ins Zeug gelegt haben sich Anne Pelzer und die beauftragte Agentur, um Blogs (die Rede ist von knapp 100) auszuwählen und mit einem individuellen Text (zum Beispiel inklusive Leberreim für Klaus Jarchow) anzusprechen. Frau Pelzer hat sogar tatsächlich alle Briefe selbst handschriftlich verfasst, wie sie in diesem Podcast erzählt! Strebernote und Bienchen auf der nächsten Seite des Schreibheftes machen das Schulbeispiel komplett. Na ja.
Ich werde jedenfalls gern der Einladung folgen und mir die Online-Version von »PONS. Die deutsche Rechtschreibung« ansehen, die im September als Buch erscheinen soll.
Links:
- PONS Rechtschreibung auf pons.eu
- PONS-Blog Fehlermeldungen
Faksimile zum Duden-Geburtstag
Veröffentlicht: 8. Juli 2009 Einsortiert unter: Rechtschreibung, Sprachwandel | Tags: Bibliographisches Institut, Duden, Faksimile, Orthografie, Rechtschreibung, Sprachwandel 1 Kommentar »Konrad Duden (1829–1911) wurde vor 180 Jahren geboren, »der DUDEN« ist gerade 129 Jahre alt geworden.
1880 (laut duden.de am 7. Juli) erschien im Bibliographischen Institut in Leipzig Dr. Konrad Dudens »Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache«.
In diesem Wörterverzeichnis wandte Duden die Regeln der preußischen Schulorthografie von 1880 und der bayrischen von 1879 (die jeweils nur eine kleine Wörterliste hatten) auf wesentliche Teile des Wortschatzes an. Es förderte die weitere Vereinheitlichung der Rechtschreibung auf der Grundlage des Schreibgebrauches, die vor allem »Schulmänner« wie Konrad Duden, Verleger und Drucker wünschten.
Diesen »Urduden« von 1880 mit schlanken 187 Seiten und circa 27 000 Wörtern gibt es hier als Faksimileausgabe.
___________________
Das könnte Sie noch interessieren:
Neuer Duden Rechtschreibung (25. Auflage, Juli 2009)
Portal für biografische Nachschlagewerke
Veröffentlicht: 26. Juni 2009 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Elektronisches Publizieren, Fundsachen | Tags: ADB, Biografie, Biographie, Digitalisierung, NDB Schreibe einen Kommentar »Zum 6. Juli 2009 startet die Bayerische Staatsbibliothek in München das neue Biographie-Portal www.biographie-portal.eu.
Es soll historische Nachschlagewerke über eine gemeinsame Suche zugänglich machen. Einzeln kann man die Werke bereits online nutzen – die ADB (Allgemeine Deutsche Biographie, erschienen 1875 bis 1912; umfasst vor 1900 gestorbene Personen) und große Teile der NDB (Neue Deutsche Biographie, 1953 begonnen) zum Beispiel über das Digitale Register zu ADB/NDB.



