Wie das Lesen uns verändert
Veröffentlicht: 26. September 2009 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik | Tags: Alphabetschrift, Leseforschung, Lesen Schreibe einen Kommentar »
Maryanne Wolf: Das lesende Gehirn. Wie der Mensch zum Lesen kam – und was es in unseren Köpfen bewirkt. Übersetzt von Martina Wiese. Spektrum Akademischer Vlg. 2009
Die F.A.Z.-Leseprobe stellt das Buch der amerikanischen Neurowissenschaftlerin und Leseforscherin in einer Artikelserie vor:
0 Einführung
1 Wie uns das Lesen verändert
2 Die Umformung unseres Gehirns
3 Der Weg zu einem gewandelten Geist
4 Erzeugt ein Alphabet ein anderes Gehirn?
5 Wenn der Leser zu fühlen beginnt
Das erfolgreichste Buch der Wissenschaftsgeschichte
Veröffentlicht: 20. September 2009 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Rostock | Tags: Artes liberales, Astronomie, frühneuzeitliche Drucke, Rostock Schreibe einen Kommentar »Das »erfolgreichste Buch der Wissenschaftsgeschichte« – so habe ich heute gelernt – wurde um 1230 von einem (vermutlich) englischen Gelehrten an der Pariser Universität geschrieben: das Astronomielehrbuch »Tractatus de Sphaera« von Johannes de Sacrobosco.
Es soll in zahlreichen Abschriften und 130 Druckausgaben aus der Zeit von 1472 bis 1656 verbreitet gewesen sein. Für 4 Jahrhunderte war es in Europa die Grundlage für das Studium der Astronomie, die als Teil der Artes liberales zum Pflichtprogramm für alle Studenten gehörte, bevor sie sich im Hauptstudium der Theologie, Medizin oder Rechtswissenschaft widmen konnten.
Zahlreiche weitere wertvolle Handschriften und Drucke sowie Globen, Karten und astronomische Messinstrumente zeigt die aktuelle Ausstellung im Kulturhistorischen Museum Rostock:
Harmonia mundi. Brahe, Kepler und die Revolution des Weltbildes um 1600 (24. Juli 2009 – 1. November 2009).
Portal für biografische Nachschlagewerke
Veröffentlicht: 26. Juni 2009 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Elektronisches Publizieren, Fundsachen | Tags: ADB, Biografie, Biographie, Digitalisierung, NDB Schreibe einen Kommentar »Zum 6. Juli 2009 startet die Bayerische Staatsbibliothek in München das neue Biographie-Portal www.biographie-portal.eu.
Es soll historische Nachschlagewerke über eine gemeinsame Suche zugänglich machen. Einzeln kann man die Werke bereits online nutzen – die ADB (Allgemeine Deutsche Biographie, erschienen 1875 bis 1912; umfasst vor 1900 gestorbene Personen) und große Teile der NDB (Neue Deutsche Biographie, 1953 begonnen) zum Beispiel über das Digitale Register zu ADB/NDB.
Kostproben
Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe
Veröffentlicht: 12. Juni 2009 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Elektronisches Publizieren | Tags: Echtzeitblog, Giesbert Damaschke, Goethe, Schiller Schreibe einen Kommentar »Giesbert Damaschke kündigt in seinen Notizen den Start eines spannenden Langzeitprojektes an:
Ab dem 13. Juni wird der Briefwechsel* zwischen Schiller und Goethe als Echtzeitblog veröffentlicht, die Briefe erscheinen also jeweils an dem Tag, an dem sie geschrieben wurden (um 215 Jahre versetzt, versteht sich). Heute wurden zum Auftakt das Vorwort zur zweiten Auflage 1856 und Goethes Widmung an den König von Bayern freigeschaltet, morgen folgt dann der erste Brief Schillers an Goethe.
*(1794–1805)
Er scheint wild entschlossen, das durchzuziehen – bis 2020! Gutes Gelingen und langen Atem wünsche ich für dieses Mammutprojekt.
Zum Blog: » Der Briefwechsel zwischen Schiller & Goethe
Auch beruhigen Sie mich über den Titel
Veröffentlicht: 6. Mai 2009 Einsortiert unter: Alltag, Bücher, Texte und Kritik, Schreiben und Publizieren | Tags: Berlin, Briefing, Humboldt, Kosmos, Lektor, Publizist Schreibe einen Kommentar »Heute ist er auf allen Kanälen: Alexander von Humboldt (geb. 14. September 1769; gest. 6. Mai 1859) – Naturforscher, Weltreisender, Netzwerker und überaus produktiver Publizist.
Mein Lieblings-Fundstück steht in einem Brief von 1834 an Karl August Varnhagen von Ense (1785–1858): ein charmantes und zeitloses Briefing für einen Lektor. Nachdem er dem langjährigen Freund und Vertrauten seine Pläne für den Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung detailliert vorgestellt hat, schließt Humboldt:
Nun meine Bitte, theurer Freund! Ich kann es nicht über mich gewinnen, den Anfang meines Manuskripts wegzuſenden, ohne Sie anzuflehen, einen kritischen Blick darauf zu werfen. Sie haben ſo großes Talent der anmuthreichſten Schreibart, Sie ſind auch so geiſtreich und unabhängig, daß Sie Formen des Schreibens nicht geradehin zurückstoßen, die individuell ſind und von den Ihrigen abweichen. Leſen Sie gewogentlichſt die Rede, und legen Sie ein Blättchen an, auf welches Sie schreiben, ganz ohne Gründe anzugeben: ſo … hätte ich lieber ſtatt ſo … dieſes. Tadeln Sie aber nicht, ohne mir zu helfen. Auch beruhigen Sie mich über den Titel.
Mit innigſtem Vertrauen Ihr A. v. Humboldt
(Brief vom 27. Okt. 1834. In: Briefe von Alexander von Humboldt an Varnhagen von Ense aus den Jahren 1827 bis 1858. 4. Aufl., New York 1860)
Auf den Text (in modernisierter Rechtschreibung) bin ich vor einigen Wochen gestoßen, als ich diesen Prachtband von Frank Holl Korrektur gelesen habe, der heute bei Eichborn Berlin erschienen ist:
Der Markt für Lexika ist ein Bagatellmarkt.
Veröffentlicht: 30. April 2009 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Fundsachen | Tags: Bifab, Brockhaus, Lexika, Nachschlagewerke Schreibe einen Kommentar »Sagt das Bundeskartellamt laut Börsenblatt für den deutschen Buchhandel. Deshalb hat es den Verkauf der F. A. Brockhaus GmbH (Bifab) an die Wissenmedia GmbH (Bertelsmann) nun freigegeben.
So liest es sich, wenn man Kultur nur nach marktwirtschaftlichen Kennziffern beurteilt: Pressemeldung des Bundeskartellamtes vom 30.04.2009.
[Zur Vorgeschiche vergleiche hier im Federwerk.]
Meyers Lexikon online abgeschaltet
Veröffentlicht: 23. März 2009 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Schreiben und Publizieren | Tags: Brockhaus, Enzyklopädie, Lexikon, Meyers Lexikon, Wissensgesellschaft 4 Kommentare »»Das Lexikonportal Meyers Lexikon online wird zum 23. März 2009 abgeschaltet.«
So die lakonische Ankündigung auf dem Blog von Meyers online. Sehr schade. Aber es war leider zu erwarten, nachdem die Bifab (Bibliographisches Institut & und F. A. Brockhaus AG) im Dezember bekannt gegeben hatte, dass die Marke Brockhaus verkauft und die Entwicklung enzyklopädischer Werke in Mannheim nicht fortgesetzt wird.
Auch wenn das Kartellamt noch nicht zugestimmt hat: ein Teil der entlassenen Leipziger FABianer setzte zur kollektiven Stellensuche eine eigene Website auf; nun wird Meyers online eingestellt, das zeitweilig als Test für einen geplanten Online-Brockhaus galt (vgl. hier im Federwerk).
Die Ära der gedruckten Universallexika geht zu Ende. Vermutlich. Aber endet damit auch der Bedarf für einen sorgfältig erarbeiteten und redaktionell geprüften Wissensfundus? Was bedeutet der sich anbahnende Lexitus für eine Wissensgesellschaft?
Wo deutsche Dichter wohnen
Veröffentlicht: 26. Februar 2009 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Fundsachen | Tags: Berlin, Literaturreisen, Schriftsteller, Suhrkamp, Verlag Schreibe einen Kommentar »Ein Verlag (bzw. hauptsächlich seine Verlegerin) will dahin gehen, wo die Bücher geschrieben werden. Da ist Berlin schon mal eine gute Wahl. Aber Deutsche Dichter wohnen überall, lästert die F.A.Z. Und Kat Menschik hat die Wohnorte lebender deutscher Schriftsteller in diese Karte eingezeichnet. Ein paar Dichterinnen kommen auch vor.
Für Pilgerreisende in Sachen (nicht nur deutscher) Literatur ist im Insel Verlag der Literarische Führer Deutschland in seiner ersten Ausgabe nach der Wende erschienen.
Weiterlesen! mit Richard David Precht
Veröffentlicht: 4. Januar 2009 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik | Tags: Elke Heidenreich, Richard David Precht, Siegfried Krakauer 2 Kommentare »Warum es sich lohnt, Siegfried Krakauer als Prosaautor zu entdecken, wer der schwarze Hund von Gottfried Keller ist und was James Bond möglicherweise mit einem englischen Vogelkundler zu tun hat, erfährt man in Weiterlesen! mit Elke Heidenreich auf litcolony.de (Video vom 16.12.2008), wenn ihr Gast Richard David Precht sich das Wort verschaffen kann. Und das ist dem Autor von »Noahs Erbe« (1997) und »Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? Eine philosophische Reise« (2007) sehr souverän gelungen.
Auf ein gutes 2009
Veröffentlicht: 1. Januar 2009 Einsortiert unter: Alltag, Bücher, Texte und Kritik Schreibe einen Kommentar »Unter Zeiten
Das Perfekt und das Imperfekt
tranken Sekt.
Sie stießen aufs Futurum an
(was man wohl gelten lassen kann).Plusquamper und Exaktfutur
blinzten nur.[Christian Morgenstern, Galgenlieder]*
Ich wünsche Ihnen allen Gesundheit, Energie, Spaß und Erfolg von Jaguar bis Zehenbär 2009!
* In den Anmerkungen zum Text lässt Morgenstern gleich einen Dr. phil. Jeremias Mueller nörgeln: »Dies Gedicht stört durch die vielen Fremdwörter. Verf. hätte hier besser deutsche Ausdrücke gewählt.«
Geschenktipp: ABCDarium in 3D
Veröffentlicht: 19. Dezember 2008 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Typografie | Tags: ABCDarium, Geschenktipp, Marion Bataille, schönes Buch Schreibe einen Kommentar »Gerade noch rechtzeitig zum Verschenken ist es angekommen: das Pop-up-Buch »ABC3D« von Marion Bataille. Es ist ein ABC-Buch, eher für große Kinder geeignet und tatsächlich so wunderbar gemacht, wie das Video verspricht:
Seit Oktober ist es auch im deutschen Internetbuchhandel. (via)
Online-Wörterbücher von PONS
Veröffentlicht: 16. Oktober 2008 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Computer & Software, Wortschätze | Tags: Online-Wörterbuch, Wörterbücher, Zukunft des Buches 1 Kommentar »Der Storyblogger berichtet, dass der Verlag mit den grünen Wörterbüchern unter pons.eu einige davon online gestellt hat. In der Beta-Version kann man für 5 (Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Polnisch) von 23 EU-Amtssprachen die Herübersetzung ins Deutsche sowie die Hinübersetzung aus dem Deutschen in die Fremdsprache nachschlagen.
Bei Wörterbüchern hat die Zukunft des Buches längst angefangen. Ich jedenfalls bevorzuge die digitalen Versionen, egal ob online oder offline. Hier werden vermutlich bald nur noch die alten Bezeichnungen wie »Wörterbuch« oder »nachschlagen« daran erinnern, dass man dafür einst gedruckte Bücher gewälzt hat.
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