Fundstück zum Darwin-Jahr

Im Naturpark kann es vorkommen, dass eine Wildschweinfamilie im Gänsemarsch über den Weg trabt.

Schließlich sind die Kreaturen doch alle miteinander verwandt, irgendwie.


Europäisches Jahr der Kreativität und Innovation

Die Europäische Union hat 2009 zum Europäischen Jahr der Kreativität und Innovation erklärt. Damit soll die Bedeutung geistigen Schaffens für die persönliche, soziale und wirtschaftliche Entwicklung herausgestellt werden.

»Ich begrüße es sehr, dass die Europäische Union Kreativität und Innovation in den Fokus für das kommende Jahr gerückt hat. Gerade in schwierigen Zeiten bieten neue künstlerische und technische Ideen Perspektiven für eine positive wirtschaftliche Entwicklung«, erklärte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. »Kreativität und Innovation brauchen die richtigen Rahmenbedingungen, um sich zu entwickeln. Dazu gehört auch und vor allem das Recht. Wir müssen den Schutz von Ideen und die Teilhabe der Allgemeinheit an geistigem Schaffen ständig in einer gerechten Balance halten. […]«, so die Ministerin weiter.

Aus der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Justiz vom 29. Dezember 2008, die anschließend die Vorhaben aufzählt, mit denen das Recht des geistigen Eigentums im kommenden Jahr fortentwickelt werden soll. (via Textguerilla!)


Wer den Schaden hat …

Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung. Aber manche Fehler sind einfach schöner als andere, wie diese Zwiebelfischchen-Fotostrecke zeigt. (via VFLL-Blog)

Verwandter Artikel:

Der Charme des Webfehlers


Wie funktioniert die »Informationsgesellschaft«?

So funktioniert die Informationsgesellschaft. Meint das Satiremagazin TITANIC in einer Infografik. (via)

Was da nicht steht: In der Wikipedia besteht die Chance, dass ein Fehler oder Irrtum früher oder später korrigiert wird.


Lost in Language

Mizzie’s Loblied auf die FTD hat mir einen Linktipp und köstliche Lektüre beschert: das FTD-Blog Lost in Language.

Ob Englische Küche, Das Wunder Spargel und deutsche Currywurst oder Stehpinkler und Fußpilz – mit Genauigkeit und Witz werden Redens- und und Unarten von Deutschen und Engländern erhellt.

Einfach hier entlang und Bob’s your Uncle.


Selber denken macht schlau

Studenten, die Studienarbeiten aus dem Internet kopieren, soll in Baden-Württemberg ab März der Rauswurf drohen. Das Wissenschaftsministerium hat dem Landtag eine Verschärfung des Hochschulgesetzes vorgeschlagen. Demnach wird das Anfertigen eines Plagiats ausdrücklich zu einem Exmatrikulationsgrund erklärt.

Das berichtet Spiegel online in »Abschreibern droht Uni-Rauswurf« (via VFLL-Blog).

Man erhoffe sich davon vor allem eine Signalwirkung. Ob diese Strafe in jedem Einzelfall angemessen ist, soll die Hochschule jeweils einschätzen. Allerdings eben nur, wenn die AbschreiberInnen Studenten sind. Schwieriger wird es, wenn der geistige Diebstahl durch einen verbeamteten Lehrstuhlinhaber begangen wird, wie Unispiegel hier berichtete.

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Verwandte Artikel:

Plagiate machen dumm
Dossier zum Urheberrecht bei bpb


60. Frankfurter Buchmesse

Ja, die Buchmesse lebt! Deshalb gehen sogar die Neuen und die nicht mehr ganz so neuen Medien hin, wenn die 60. Frankfurter Buchmesse (15.–19. Oktober) eröffnet wird. Aber auch diesmal wird wieder über die Krise des Buches und der Buchmesse geredet und geschrieben werden. Umberto Eco hat schon in den 1980er Jahren auf entsprechende Fragen geantwortet, was auch heute noch gelten dürfte:

[…] es gibt eine unbestreitbare Tatsache, nämlich daß wir in einer Zeit leben, in der mehr Bücher produziert und verkauft werden als in jedem anderen Jahrhundert, und das auch, wenn man das Verhältnis zwischen Buchproduktion und Weltbevölkerung in Rechnung stellt. Können wir diese statistische Gegebenheit wirklich ignorieren? (S. 106 f.)

Die Krise der Buchmesse ist ein bißchen so etwas wie die alljährliche Diskussion über den Niedergang der Philosophie, über das Verschwinden der großen Meisterdenker, das Schweigen der Intellektuellen, das Ende des Romans oder den Sittenverfall. Das sind sichere Themen, denn sie sind bereits seit den Zeiten der alten Griechen im Umlauf (man weiß heutzutage, daß die große Krise bei den Vorsokratikern begann), und das Publikum begeistert sich dafür aufgrund einer Art von »genetischer Prägung«. (S. 114)

(Umberto Eco, Gesammelte Streichholzbriefe, dtv 2005)

Die Messe ist vielmehr eine Gelegenheit zu beobachten, welche neuen Texte und Autoren sich zeigen, wie sich neue Publikationsformen entwickeln und wie diese wiederum das Buch verändern.

Blogs zur Buchmesse:
– das Literaturwelt-Blog
– der Seitenblick der ZEIT
Überdruck – Andrea Diener auf faz.net

Internet-TV zur Buchmesse:
ZDF-Mediathek mit Lesungen und Interviews
3sat auf der Buchmesse


Marcel Reich-Ranicki lehnt Fernsehpreis ab

Der alte Fuchs hat sich wieder einmal zünftig in Szene gesetzt – bisher ist das nur zu lesen (hier bei dwdl). Die Ablehnung eines Preises kommt gelegentlich vor, meist mit ehrenwerten Gründen. Aber hat ein designierter Preisträger je (wohlkalkuliert?) seine Entscheidung erst verkündet, nachdem er Laudatio und Applaus entgegengenommen hatte? »Ich gehöre nicht in die Reihe dieser Preisträger«, das sei ihm im Verlaufe der Aufzeichnung klar geworden.

Literaturcafe.de findet’s »grrroßartig« und stellt Vermutungen darüber an, wie sich die beteiligten Fernsehanstalten verhalten werden. Ich bin gespannt, ob das ZDF die vollständige Erwiderung des Fernseh-Literaturpapstes heute Abend ausstrahlt. Dafür werde ich mich morgen sogar durch die Mediathek klicken.

Nachtrag: Laut Fernsehlexikon.de bloggen Peer Schrader und Stefan Niggemeier die Aufzeichnung der Sendung heute Abend »live« ab 20:15 Uhr.

Nachtrag 2 (20:30 Uhr): Marcel Reich-Ranicki im Interview auf faz.net: »Ich konnte es nicht mehr aushalten«

Nachtrag 3: Das hat MRR tatsächlich gesagt – das Video bei Cem Basman.

Nachtrag 4 (18. Oktober): Günter Grass sagte auf der Buchmesse über den Auftritt, das sei genau der Marcel Reich-Ranicki, wie er ihn aus dem »Literarischen Quartett« kenne. Er habe Literatur nicht popularisiert, sondern trivialisiert und sei Teil des Gewerbes, das er nun kritisiere. – Zum Video in der ZDF-Mediathek.


Murphys Gesetz für Lektoren

Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen, sagt Murphy’s Law. Als Anwendung desselben für Lektoren formulierte John Bangsund, ein australischer Lektor, Muphry’s Law. Im Newsletter der Society of Editors schrieb er 1992:

(a) if you write anything criticizing editing or proofreading, there will be a fault of some kind in what you have written;

(b) if an author thanks you in a book for your editing or proofreading, there will be mistakes in the book;

(c) the stronger the sentiment expressed in (a) and (b), the greater the fault;

(d) any book devoted to editing or style will be internally inconsistent.

Das Gesetz kursiert in zahlreichen Versionen mit ebenso vielen verschiedenen UrheberInnen; zum Urvater wurde sogar Ambrose Bierce berufen. Eine griffige Kurzform stammt von der amerikanischen Lexikografin Erin McKean (2001):

Jede Korrektur der Rede oder Schreibe anderer weist selbst mindestens einen Fehler in Grammatik, Orthografie oder Typografie auf.

* Auf die Spur zu Muphry’s Law hat mich dieser Kommentar zum Artikel Fernsehkritik im Bremer Sprachblog gebracht.

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Zum Weiterlesen:


Meyers Lexikon statt Brockhaus online

Das seit 2006 verfügbare Internet-Angebot »Meyers Lexikon Deutschland« (Bibliographisches Institut und F.A. Brockhaus AG) ist zum 23. September überarbeitet worden, wie Börsenblatt.net meldet. Partner des Auftrittes, der durch Online-Werbung finanziert wird, ist »Focus online«.

Das Angebot wurde mit zusätzlichem Bildmaterial bestückt und die Lexikonsubstanz erweitert. Viele Artikel sind um multimediale Elemente (Fotos, Audiodateien, Videos, Animationen) ergänzt worden.

Themenportale (z.B. Politik & Geschichte, Wirtschaft & Gesellschaft, Natur & Technik, Mensch & Gesundheit, Kunst & Kultur) erleichtern den Zugang zum Lexikon.


Bibelstellen suchen und vergleichen

»Nichts wird euch unmöglich sein.«

Sie wissen auch nicht, wo genau das in der Heiligen Schrift steht? Der Bibelserver hält unter einer unscheinbaren, aber überaus leistungsfähigen Oberfläche eine beachtliche Zahl von Bibelausgaben für Recherchezwecke bereit.

Sie können auf dem Bibelserver mit der Funktion Suchen einen Bibeltext oder einzelne Stichwörter eingeben, um die genauen Belegstellen zu finden. Und schon wissen Sie, dass obige Stelle bei Matthäus [17,20] steht.

Wenn Sie umgekehrt unter Lesen eine Belegstelle eingeben, erhalten Sie den genauen Text. Verschiedene deutsche Übersetzungen und sogar Textausgaben der wichtigsten europäischen Sprachen gehören zum Korpus und können mit einem Klick verglichen werden.

Kostproben:

Для вас не было бы ничего невозможного. (Слово Жизни)
Nie byłoby dla was rzeczy niemożliwych. (Słowo Życia)
… and nothing shall be impossible unto you. (King James Version)

Kann WordPress eigentlich Russisch?


Die Spracherkennung war Zeuge

»Dem angeschuldigten Arschloch ist ein Pflichtverteidiger zu bestellen«, erfuhr ein Augsburger kürzlich aus der Anklageschrift.

Wie das passieren konnte? Nicht die Schreibkraft, die Technik war’s, wie die Augsburger Allgemeine berichtet:

So hatte ein Gruppenleiter der Staatsanwaltschaft die Anklage mittels eines Spracherkennungsprogramms diktiert, welches das Gesagte sofort in Schrift umsetzt. Dabei hatte der Computer auch jenen inkriminierenden Begriff aufgeschrieben, was der Jurist, als er es bemerkte, flugs löschte.

Doch was der Staatsanwalt übersah, sein Computer hatte bereits die erste Version abgespeichert. Genau diese wurde, ohne das[s] es dort jemandem auffiel, dem Angeklagten zugeschickt.

Wovon diese Geschichte Zeugnis ablegt, darüber wird auf lawblog.de munter spekuliert.

Ach ja: Der Angeklagte musste sich heute wegen des Vorwurfs vor Gericht verantworten, er habe versucht, griechische Landschildkröten illegal einzuführen.


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