Reformierte Rechtschreibung — Ressourcen im Internet
Veröffentlicht: 18. Oktober 2007 Einsortiert unter: Rechtschreibung | Tags: Linktipps, Rechtschreibung 1 Kommentar »Seit August 2007 ist die reformierte Rechtschreibung für Schulen und Behörden allein verbindlich. Viele alte und neue Fragen zur Rechtschreibung aber bleiben. Wer sich einen Überblick verschaffen oder auch nur eine einzelne Schreibung nachschlagen will, kann folgende Ressourcen im Internet nutzen:
• Überblicksdarstellungen
Wahrig bietet »Die neuen Regeln auf einen Blick« (Auszug aus der gedruckten Wahrig Rechtschreibung von 2006) zum Download sowie einen Online-Rechtschreibtrainer.
Das Institut für Deutsche Sprache stellt die Extra-Ausgabe des Sprachreports 2006 mit einer Zusammenfassung zu den neuen Regeln zur Verfügung.
Die Veröffentlichungen des Rates für Rechtschreibung können auf derselben Seite des Institutes für Deutsche Sprache heruntergeladen werden.
Auch beim Dudenverlag gibt es einen Überblick und einen Crashkurs, beides aber nur online.
• Nachschlagen
Bei wissen.de kann man in Wahrig-/Bertelsmann-Wörterbüchern nachschlagen.
Die Duden-Suche erfasst die meisten Wörterbücher des Verlages. Kostenfrei wird zwar nur der Beginn eines Artikels angezeigt, aber das ist für die Schreibungsentscheidung ja oft schon ausreichend.
• Beratung
Bei der Online-Sprachberatung von Wahrig erhält man an Werktagen innerhalb von 24 Stunden kompetent und kostenlos Auskunft per E-Mail.
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Aktualisierung 2009: Links zu Online-Wörterbüchern
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» Wie neu muss ein Duden sein?
Die neue alte Rechtschreibung
Veröffentlicht: 8. September 2007 Einsortiert unter: Alltag, Rechtschreibung | Tags: Rechtschreibung Schreibe einen Kommentar »Hin und wieder kommen mir im Lektoratsalltag noch Texte unter die Feder, die in »alter Rechtschreibung« erscheinen sollen. Aber wider Erwarten bleibt auch hier die Entwicklung nicht aus. Es scheint eine »neue alte Rechtschreibung« zu entstehen, die folgenden einfachen Grundsätzen folgt:
Erstens: Das ß wird wieder in seine alten Rechte eingesetzt.
Hier funktioniert die Rückkehr zum Alten meist problemlos. Und damit ist das Wichtigste geschafft: Das ß gilt als Wahrzeichen der alten Rechtschreibung, zumal sich hartnäckig das Gerücht hält, es wäre durch die Reform abgeschafft worden. Ein wunder Punkt bleibt nur bei daß/dass/das.
Zweitens: Das habe ich schon immer so geschrieben.
Das funktioniert oft, da die meisten Schreibungen ja unverändert blieben. Aber hierher gehören auch solche Schreibungen, die tatsächlich viele schon lange »nach Gefühl« verwendet haben und die erst die Reform schließlich zuließ, z. B.:
Großschreibung von Adjektiven in Redewendungen mit übertragener Bedeutung (alt: sich im klaren sein, alles beim alten lassen, auf dem laufenden bleiben …);
die Großschreibung von bestimmten Pronomen (alt: er war der einzige, der …);
Einzelschreibungen (alt: plazieren, numerieren, der Geheimtip, in bezug auf …).
Der Grundsatz könnte also auch lauten: Wo es dem eigenen Gefühl entspricht, folge der reformierten Schreibung.
Drittens: Im Zweifel ist alte Rechtschreibung das Gegenteil von neuer.
Da die reformierte Rechtschreibung zum Beispiel die Getrenntschreibung von Fügungen aus Verb und Verb (konsequent bis 2006) vorsieht, wird in »neuer alter Rechtschreibung« in diesen Fällen nun stets zusammengeschrieben, auch dort, wo die Schreibung früher Bedeutungsunterschiede verdeutlichte (alt: an der Ampel stehen bleiben, die Uhr ist stehengeblieben).
Es mag gute Gründe für einen Verlag oder Autor geben, bestimmte Texte in alter Rechtschreibung zu publizieren. Die einfachere Lösung ist es längst nicht mehr. Bei neuen Texten kommt erschwerend hinzu, dass die alten Wörterbücher viele Wörter noch nicht enthalten. Der letzte Duden in vorreformierter Rechtschreibung ist immerhin von 1991. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich die »neue alte Rechtschreibung« weiter entwickeln wird.
Wie neu muss ein Duden sein?
Veröffentlicht: 1. August 2007 Einsortiert unter: Rechtschreibung | Tags: Literaturtipp, Rechtschreibung Schreibe einen Kommentar »Diesen Dialog habe ich in den letzten Wochen mehrfach geführt:
»… aber das steht so im Duden.«
»Vielleicht benutzen Sie eine alte Auflage?«
»Nein, der ist schon in neuer Rechtschreibung.«
Auf Nachfrage stellte sich dann meist heraus, dass das Wörterbuch von 2004 oder 2001, mitunter auch noch älter war. Das ist sicher nicht verwunderlich: Der Inhalt der jeweils gerade noch als »neu« etikettierten Auflagen verfiel in den letzten Jahren, noch bevor die Bücher deutliche Gebrauchsspuren zeigten. Welche Rechtschreibwörterbücher geben also verlässliche Auskunft, wenn man die reformierte Rechtschreibung benutzen will oder muss?
Die Kurzfassung: Seit dem 1. August 2007 ist die reformierte Rechtschreibung für Schulen und Behörden in einer Version verbindlich, deren Basis 1996 beschlossen, die aber 2004 modifiziert und 2006 noch einmal deutlich verändert wurde. Zuverlässige Hilfe bieten daher nur Nachschlagewerke, die seit Juni 2006 erschienen sind, also zum Beispiel der Duden in der 24. Auflage oder der Wahrig von 2006. Zurzeit sollte man auch bei der Auswahl von Lern- und Übungsmaterialien genau darauf achten, welchen Stand der Rechtschreibdiskussion und -regelung sie vermitteln. Das »neu« auf dem Cover wird sich dabei häufig als zu alt erweisen.
Detaillierte Informationen findet man unter:
www.wahrig.de (unter Service)
www.duden.de


