Inspiration oder Plagiat?
Veröffentlicht: 14. Februar 2010 Einsortiert unter: Schreiben und Publizieren | Tags: Helene Hegemann, Plagiat, Rainer Dresen, Urheberrecht 2 Kommentare »Verlagsjurist Rainer Dresen erörtert im Sonntagsgespräch auf buchmarkt.de die rechtlichen Aspekte der »Fälle« Hegemann und Lindner, die über die Einzelfälle hinaus im Lektorat (nicht nur fiktiver Literatur) immer wieder eine Rolle spielen.
»Jetzt sitzt er da ohne Butter«
Veröffentlicht: 28. August 2009 Einsortiert unter: Fundsachen, Schreiben und Publizieren | Tags: Dienstleisterverlag, Druckkostenzuschussverlag, Zuschussverlag Schreibe einen Kommentar »In bester Eulenspiegel-Manier hat ein Autorentrio eine ganze Reihe sogenannter Druckkostenzuschussverlage vorgeführt. Nachzulesen auf SpOn: »Die schönsten Seiten des Schwachsinns«.
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Ein Bienchen von PONS
Veröffentlicht: 25. Juli 2009 Einsortiert unter: Elektronisches Publizieren, Rechtschreibung | Tags: Duden, Online-Wörterbuch, PONS, Rechtschreibung Schreibe einen Kommentar »Da die Post anderswo fixer war, hatte ich von der gelungenen PR-Aktion und ihren Hintergründen (vgl. Open Source PR) schon bei be|es|ha, ib-klartext und text de luxe (mit weiteren Links) gelesen. Heute kam auch im Federwerk das Mailing von PONS an.
Ich war also vor allem neugierig, welchen Federwerk-Artikel die PR-Leute ausgesucht haben: Sie haben geschickt an diese Notiz über den traditionsreichen Mitbewerber angeknüpft. Das gefällt mir.

Ganz schön ins Zeug gelegt haben sich Anne Pelzer und die beauftragte Agentur, um Blogs (die Rede ist von knapp 100) auszuwählen und mit einem individuellen Text (zum Beispiel inklusive Leberreim für Klaus Jarchow) anzusprechen. Frau Pelzer hat sogar tatsächlich alle Briefe selbst handschriftlich verfasst, wie sie in diesem Podcast erzählt! Strebernote und Bienchen auf der nächsten Seite des Schreibheftes machen das Schulbeispiel komplett. Na ja.
Ich werde jedenfalls gern der Einladung folgen und mir die Online-Version von »PONS. Die deutsche Rechtschreibung« ansehen, die im September als Buch erscheinen soll.
Links:
- PONS Rechtschreibung auf pons.eu
- PONS-Blog Fehlermeldungen
Portal für biografische Nachschlagewerke
Veröffentlicht: 26. Juni 2009 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Elektronisches Publizieren, Fundsachen | Tags: ADB, Biografie, Biographie, Digitalisierung, NDB Schreibe einen Kommentar »Zum 6. Juli 2009 startet die Bayerische Staatsbibliothek in München das neue Biographie-Portal www.biographie-portal.eu.
Es soll historische Nachschlagewerke über eine gemeinsame Suche zugänglich machen. Einzeln kann man die Werke bereits online nutzen – die ADB (Allgemeine Deutsche Biographie, erschienen 1875 bis 1912; umfasst vor 1900 gestorbene Personen) und große Teile der NDB (Neue Deutsche Biographie, 1953 begonnen) zum Beispiel über das Digitale Register zu ADB/NDB.
Kostproben
Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe
Veröffentlicht: 12. Juni 2009 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Elektronisches Publizieren | Tags: Echtzeitblog, Giesbert Damaschke, Goethe, Schiller Schreibe einen Kommentar »Giesbert Damaschke kündigt in seinen Notizen den Start eines spannenden Langzeitprojektes an:
Ab dem 13. Juni wird der Briefwechsel* zwischen Schiller und Goethe als Echtzeitblog veröffentlicht, die Briefe erscheinen also jeweils an dem Tag, an dem sie geschrieben wurden (um 215 Jahre versetzt, versteht sich). Heute wurden zum Auftakt das Vorwort zur zweiten Auflage 1856 und Goethes Widmung an den König von Bayern freigeschaltet, morgen folgt dann der erste Brief Schillers an Goethe.
*(1794–1805)
Er scheint wild entschlossen, das durchzuziehen – bis 2020! Gutes Gelingen und langen Atem wünsche ich für dieses Mammutprojekt.
Zum Blog: » Der Briefwechsel zwischen Schiller & Goethe
Auch beruhigen Sie mich über den Titel
Veröffentlicht: 6. Mai 2009 Einsortiert unter: Alltag, Bücher, Texte und Kritik, Schreiben und Publizieren | Tags: Berlin, Briefing, Humboldt, Kosmos, Lektor, Publizist Schreibe einen Kommentar »Heute ist er auf allen Kanälen: Alexander von Humboldt (geb. 14. September 1769; gest. 6. Mai 1859) – Naturforscher, Weltreisender, Netzwerker und überaus produktiver Publizist.
Mein Lieblings-Fundstück steht in einem Brief von 1834 an Karl August Varnhagen von Ense (1785–1858): ein charmantes und zeitloses Briefing für einen Lektor. Nachdem er dem langjährigen Freund und Vertrauten seine Pläne für den Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung detailliert vorgestellt hat, schließt Humboldt:
Nun meine Bitte, theurer Freund! Ich kann es nicht über mich gewinnen, den Anfang meines Manuskripts wegzuſenden, ohne Sie anzuflehen, einen kritischen Blick darauf zu werfen. Sie haben ſo großes Talent der anmuthreichſten Schreibart, Sie ſind auch so geiſtreich und unabhängig, daß Sie Formen des Schreibens nicht geradehin zurückstoßen, die individuell ſind und von den Ihrigen abweichen. Leſen Sie gewogentlichſt die Rede, und legen Sie ein Blättchen an, auf welches Sie schreiben, ganz ohne Gründe anzugeben: ſo … hätte ich lieber ſtatt ſo … dieſes. Tadeln Sie aber nicht, ohne mir zu helfen. Auch beruhigen Sie mich über den Titel.
Mit innigſtem Vertrauen Ihr A. v. Humboldt
(Brief vom 27. Okt. 1834. In: Briefe von Alexander von Humboldt an Varnhagen von Ense aus den Jahren 1827 bis 1858. 4. Aufl., New York 1860)
Auf den Text (in modernisierter Rechtschreibung) bin ich vor einigen Wochen gestoßen, als ich diesen Prachtband von Frank Holl Korrektur gelesen habe, der heute bei Eichborn Berlin erschienen ist:
Historische Karte des Bücherlandes
Veröffentlicht: 15. April 2009 Einsortiert unter: Fundsachen, Schreiben und Publizieren | Tags: Bücherland, Buchhandel, Lektorat, Verlag 1 Kommentar »Bei netbib fand ich den Hinweis auf diese Karte des Bücherlandes, die Anton Woelfle 1938 gestaltet hat.
Für Bewohner und Besucher der Region lohnt ein Blick auf die historische Geografie: Das Zentrum des Bücherlandes beherrschen noch ganz unangefochten die Vereinigten Buchhandelsstaaten und deren Hauptstadt Officina (mit dem Villenviertel der Verleger). Die Bestsellerie-Plantagen und die Siedlung der Schleuderer und Ramscher befinden sich ganz in der Nähe. Das Land Poesia dagegen liegt auf einer Halbinsel – südlich des Literaturwendekreises.
Gern hätte ich eine Kopie der Karte ins Federwerk gehängt. Aber Original und Digitalisat befinden sich im Besitz der Digitalen Bibliothek der Bayerischen StaatsBibliothek, die nur eine Verlinkung zulässt.
Nachtrag (22. April 2009)
Inzwischen ist auch die Verlinkung nicht mehr möglich. Stattdessen wird die IP-Adresse des Besuchers erfasst und es erscheint in Rot:
Das Digitalisat dieses Titels kann nur in der Bayerischen Staatsbibliothek an dem dafür ausgewiesenen Arbeitsplatz im Lesesaal der Abteilung Handschriften und Alte Drucke und im Musiklesesaal eingesehen werden!
Meyers Lexikon online abgeschaltet
Veröffentlicht: 23. März 2009 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Schreiben und Publizieren | Tags: Brockhaus, Enzyklopädie, Lexikon, Meyers Lexikon, Wissensgesellschaft 4 Kommentare »»Das Lexikonportal Meyers Lexikon online wird zum 23. März 2009 abgeschaltet.«
So die lakonische Ankündigung auf dem Blog von Meyers online. Sehr schade. Aber es war leider zu erwarten, nachdem die Bifab (Bibliographisches Institut & und F. A. Brockhaus AG) im Dezember bekannt gegeben hatte, dass die Marke Brockhaus verkauft und die Entwicklung enzyklopädischer Werke in Mannheim nicht fortgesetzt wird.
Auch wenn das Kartellamt noch nicht zugestimmt hat: ein Teil der entlassenen Leipziger FABianer setzte zur kollektiven Stellensuche eine eigene Website auf; nun wird Meyers online eingestellt, das zeitweilig als Test für einen geplanten Online-Brockhaus galt (vgl. hier im Federwerk).
Die Ära der gedruckten Universallexika geht zu Ende. Vermutlich. Aber endet damit auch der Bedarf für einen sorgfältig erarbeiteten und redaktionell geprüften Wissensfundus? Was bedeutet der sich anbahnende Lexitus für eine Wissensgesellschaft?
Wege zum eigenen Buch
Veröffentlicht: 20. März 2009 Einsortiert unter: Elektronisches Publizieren, Schreiben und Publizieren | Tags: Blog, BoD, Buch, Digitaldruck, Digitalisierung, E-Book, Print on Demand, Publizieren Schreibe einen Kommentar »Der Königsweg zum eigenen Buch ist nach wie vor der klassische Buchverlag. Dort wird das Buch professionell begleitet, lektoriert, korrigiert, hergestellt und schließlich vermarktet. Je nach Genre, Zielgruppe und Ziel der Veröffentlichung bieten sich daneben auch Alternativen an.
Im Rahmen der »Themenwoche Buch 2.0 – Literatur und Buchmarkt im Wandel« stellt Jan Tißler auf UPLOAD fünf (bzw. vier) Wege zum eigenen Buch gegenüber, die Autoren heute offenstehen:
1. Verlage
2. [Zuschussverlage]
3. Digitaldruck, Print on Demand
4. E-Book
5. Blog
Im Idealfall, so das Fazit von Jan Tißler, können die verschiedenen Wege (abgesehen von den Zuschussverlagen) sogar aufeinander aufbauen: vom Themenblog über ein E-Book zur Verlagspublikation. Ob das in Zukunft immer ein gedrucktes Buch sein muss, wird sich zeigen.
Weitere Beiträge zur Themenwoche gibt es hier. Darin geht es um den Medienwandel durch die Digitalisierung, Karen Wiborgs Experiment mit einem Blogroman und …
(via netbib)
Weitere Artikel zum Thema
- Buchmacher (zu BoD)
- Eine Literaturagentur finden
Neues Wiki zur Medienbranche
Veröffentlicht: 24. Februar 2009 Einsortiert unter: Fundsachen, Schreiben und Publizieren | Tags: Blog, Federwerk, Leander Wattig, Medienunternehmen, Verlage, Wiki Schreibe einen Kommentar »Der umtriebige Leander Wattig berichtet, dass er seine Übersicht zum Social Media Marketing der Medienunternehmen im deutschsprachigen Raum (vgl. hier im Federwerk) in Form eines Wikis neu erstellt hat:
Social Media Marketing der Medienbranche im deutschsprachigen Raum
Jetzt ist nicht mehr in erster Linie nach Unternehmensart, sondern nach Social-Media-Marketing-Maßnahme geordnet. Man erfährt also schnell, wer wo Blogs, Podcasts, Foren, Videos, Wikis und Ichweißnichtwasnoch (für die anderen Formen habe ich mich noch nicht interessiert) anbietet.
Ein unglaublicher Fundus, den ich sicher häufiger besuchen werde.
Schreibbar mit Schreibhilfen für Studierende
Veröffentlicht: 14. Februar 2009 Einsortiert unter: Schreiben und Publizieren, Wissenschaftliches Schreiben | Tags: Abschlussarbeit, Diplomarbeit, Lektorat Marion Kümmel, Magisterarbeit, Master Thesis, Wissenschaftliches Schreiben, Wissenschaftslektorat Schreibe einen Kommentar »In bekömmlichen Dosen und mit komplizenhaftem Augenzwinkern werden sie an der Schreibbar ausgeschenkt: Tipps für Studierende, die Unterstützung beim Abfassen ihrer Abschlussarbeit suchen. (via)
Das Blog ist Teil des Forschungsprojektes LARS zur Wissensvermittlung im Internet und soll Studierenden Unterstützung und Orientierung für die Abschlussphase des Studiums bieten. Penelope Finke, im Blog verantwortlich für »Text, Gestaltung und Unterhaltung«, schreibt:
Die Idee, die unsere Schritte dabei gelenkt hat, war, keinen trockenen Leitfaden anzubieten (die gibt es bereits zuhauf – da hätten wir uns die Mühe auch sparen können …), sondern realitätsnah und ansprechend auf die Probleme einzugehen, mit denen sich Studierende in dieser Zeit tatsächlich herumschlagen müssen.
Eine unterhaltsame Zusatzquelle für alle, die alltagsnahe Begleitung beim Abfassen von Bachelor-, Master-, Diplom- oder Magisterarbeit schätzen. Was ich auf dem Blog vermisse: die Suchfunktion für Eilige.
Literaturtipps
Ratgeber zum wissenschaftlichen Schreiben
Neue Textformen statt nur E-Books?
Veröffentlicht: 11. Februar 2009 Einsortiert unter: Elektronisches Publizieren | Tags: Buchverlage, E-Book, Elektronisches Publizieren, Lesegeräte Schreibe einen Kommentar »Auf SpON überlegt Konrad Lischka heute, welche Geschichten das Kindle braucht. Anders formuliert: Warum ist im Zusammenhang mit den angekündigten Lesegeräten (Amazons Kindle, Sonys E-Book-Reader) eigentlich immer nur von Büchern die Rede?
Sehr lange Texte gedruckt und gebunden zu verkaufen, war viele Jahrzehnte lang ein erfolgreiches Geschäftsmodell. […] So hat das in den vergangenen Jahrzehnten funktioniert, weil es für Verlage, Buchhändler und alle anderen Beteiligten am einfachsten war, zweimal im Jahr eine kleine Auswahl Romane als gebundenes Buch für knapp 20 Euro zu verkaufen.
Das war nicht immer so: Autoren wie Nikolai Gogol, Guy de Maupassant, Edgar Allan Poe und Anton Tschechow waren berühmt für ihre Kurzgeschichten und Erzählungen. Und die sind zuerst oft in Zeitschriften und Zeitungen erschienen – als kurze, schnelle, unterhaltende Lektüre für einen Abend.
Die neue elektronische Vermarktung könnte kleinen Textformen, die im heutigen Literaturbetrieb kaum eine Chance haben, neue Möglichkeiten eröffnen. Das käme gleichzeitig dem veränderten Leseverhalten vieler entgegen.
Die Stiftung Lesen in Mainz stellte in ihrer Studie »Lesen in Deutschland 2008« fest, dass Jugendliche und Erwachsene in Deutschland immer weniger Bücher lesen. Das heißt ja keineswegs (wie häufig verkürzt behauptet wurde), dass weniger gelesen wird. Es wird vielmehr anders und anderes gelesen. Es ist also Zeit zu überlegen, mit welchen Produkten und Textformen diese Leser zu erreichen sind.
Lischka schlägt vor, es mit Kurztexten wie Fortsetzungsromanen, Kurzgeschichten oder Heftchengeschichten zu versuchen. Sein Fazit:
Ob das als Produkt funktioniert, weiß niemand. Und das wird auch nie jemand erfahren, solange Verlage online ausschließlich in buchhandelskompatiblen Textformen denken.
Ich hätte noch mehr Textwünsche fürs elektronische Lesegerät. Das wäre doch eine feine Alternative für alles, was ich fern vom Schreibtisch nur selektiv lesen möchte und nicht im Bücherregal brauche: Unterhaltungsliteratur, die meisten Sachbücher, Zeitungen und Zeitschriften …
Endlich keine halb gelesene und vorwurfsvoll herumliegende ZEIT mehr, die ich irgendwann doch entsorge. Keine ausgelesenen Paperbacks mehr, die nur deshalb die Regale verstopfen, weil ich keine Bücher wegwerfen kann.
Aber Die Unsterblichkeit und Das verborgene Wort hätte ich aktuell auch dann in Papierform auf dem Nachttisch, wenn sie hierzulande schon als E-Books zu haben wären.

