Ein Bienchen von PONS

Da die Post anderswo fixer war, hatte ich von der gelungenen PR-Aktion und ihren Hintergründen (vgl. Open Source PR) schon bei be|es|ha, ib-klartext und text de luxe (mit weiteren Links) gelesen. Heute kam auch im Federwerk das Mailing von PONS an.

Ich war also vor allem neugierig, welchen Federwerk-Artikel die PR-Leute ausgesucht haben: Sie haben geschickt an diese Notiz über den traditionsreichen Mitbewerber angeknüpft. Das gefällt mir.

Wortwolke Federwerk

Ganz schön ins Zeug gelegt haben sich Anne Pelzer und die beauftragte Agentur, um Blogs (die Rede ist von knapp 100) auszuwählen und mit einem individuellen Text (zum Beispiel inklusive Leberreim für Klaus Jarchow) anzusprechen. Frau Pelzer hat sogar tatsächlich alle Briefe selbst handschriftlich verfasst, wie sie in diesem Podcast erzählt! Strebernote und Bienchen auf der nächsten Seite des Schreibheftes machen das Schulbeispiel komplett. Na ja.

Ich werde jedenfalls gern der Einladung folgen und mir die Online-Version von »PONS. Die deutsche Rechtschreibung« ansehen, die im September als Buch erscheinen soll.

Links:


Portal für biografische Nachschlagewerke

Zum 6. Juli 2009 startet die Bayerische Staatsbibliothek in München das neue Biographie-Portal www.biographie-portal.eu.

Es soll historische Nachschlagewerke über eine gemeinsame Suche zugänglich machen. Einzeln kann man die Werke bereits online nutzen – die ADB (Allgemeine Deutsche Biographie, erschienen 1875 bis 1912; umfasst vor 1900 gestorbene Personen) und große Teile der NDB (Neue Deutsche Biographie, 1953 begonnen) zum Beispiel über das Digitale Register zu ADB/NDB.

Kostproben

Den Rest des Beitrags lesen »


Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe

Giesbert Damaschke kündigt in seinen Notizen den Start eines spannenden Langzeitprojektes an:

Ab dem 13. Juni wird der Briefwechsel* zwischen Schiller und Goethe als Echtzeitblog veröffentlicht, die Briefe erscheinen also jeweils an dem Tag, an dem sie geschrieben wurden (um 215 Jahre versetzt, versteht sich). Heute wurden zum Auftakt das Vorwort zur zweiten Auflage 1856 und Goethes Widmung an den König von Bayern freigeschaltet, morgen folgt dann der erste Brief Schillers an Goethe.

*(1794–1805)

Er scheint wild entschlossen, das durchzuziehen – bis 2020! Gutes Gelingen und langen Atem wünsche ich für dieses Mammutprojekt.

Zum Blog: » Der Briefwechsel zwischen Schiller & Goethe


Wege zum eigenen Buch

Der Königsweg zum eigenen Buch ist nach wie vor der klassische Buchverlag. Dort wird das Buch professionell begleitet, lektoriert, korrigiert, hergestellt und schließlich vermarktet. Je nach Genre, Zielgruppe und Ziel der Veröffentlichung bieten sich daneben auch Alternativen an.

Im Rahmen der »Themenwoche Buch 2.0 – Literatur und Buchmarkt im Wandel« stellt Jan Tißler auf UPLOAD fünf (bzw. vier) Wege zum eigenen Buch gegenüber, die Autoren heute offenstehen:

1. Verlage
2. [Zuschussverlage]
3. Digitaldruck, Print on Demand
4. E-Book
5. Blog

Im Idealfall, so das Fazit von Jan Tißler, können die verschiedenen Wege (abgesehen von den Zuschussverlagen) sogar aufeinander aufbauen: vom Themenblog über ein E-Book zur Verlagspublikation. Ob das in Zukunft immer ein gedrucktes Buch sein muss, wird sich zeigen.

Weitere Beiträge zur Themenwoche gibt es hier. Darin geht es um den Medienwandel durch die Digitalisierung, Karen Wiborgs Experiment mit einem Blogroman und …
(via netbib)

Weitere Artikel zum Thema


Neue Textformen statt nur E-Books?

Auf SpON überlegt Konrad Lischka heute, welche Geschichten das Kindle braucht. Anders formuliert: Warum ist im Zusammenhang mit den angekündigten Lesegeräten (Amazons Kindle, Sonys E-Book-Reader) eigentlich immer nur von Büchern die Rede?

Sehr lange Texte gedruckt und gebunden zu verkaufen, war viele Jahrzehnte lang ein erfolgreiches Geschäftsmodell. […] So hat das in den vergangenen Jahrzehnten funktioniert, weil es für Verlage, Buchhändler und alle anderen Beteiligten am einfachsten war, zweimal im Jahr eine kleine Auswahl Romane als gebundenes Buch für knapp 20 Euro zu verkaufen.

Das war nicht immer so: Autoren wie Nikolai Gogol, Guy de Maupassant, Edgar Allan Poe und Anton Tschechow waren berühmt für ihre Kurzgeschichten und Erzählungen. Und die sind zuerst oft in Zeitschriften und Zeitungen erschienen – als kurze, schnelle, unterhaltende Lektüre für einen Abend.

Die neue elektronische Vermarktung könnte kleinen Textformen, die im heutigen Literaturbetrieb kaum eine Chance haben, neue Möglichkeiten eröffnen. Das käme gleichzeitig dem veränderten Leseverhalten vieler entgegen.

Die Stiftung Lesen in Mainz stellte in ihrer Studie »Lesen in Deutschland 2008« fest, dass Jugendliche und Erwachsene in Deutschland immer weniger Bücher lesen. Das heißt ja keineswegs (wie häufig verkürzt behauptet wurde), dass weniger gelesen wird. Es wird vielmehr anders und anderes gelesen. Es ist also Zeit zu überlegen, mit welchen Produkten und Textformen diese Leser zu erreichen sind.

Lischka schlägt vor, es mit Kurztexten wie Fortsetzungsromanen, Kurzgeschichten oder Heftchengeschichten zu versuchen. Sein Fazit:

Ob das als Produkt funktioniert, weiß niemand. Und das wird auch nie jemand erfahren, solange Verlage online ausschließlich in buchhandelskompatiblen Textformen denken.

Ich hätte noch mehr Textwünsche fürs elektronische Lesegerät. Das wäre doch eine feine Alternative für alles, was ich fern vom Schreibtisch nur selektiv lesen möchte und nicht im Bücherregal brauche: Unterhaltungsliteratur, die meisten Sachbücher, Zeitungen und Zeitschriften …

Endlich keine halb gelesene und vorwurfsvoll herumliegende ZEIT mehr, die ich irgendwann doch entsorge. Keine ausgelesenen Paperbacks mehr, die nur deshalb die Regale verstopfen, weil ich keine Bücher wegwerfen kann.

Aber Die Unsterblichkeit und Das verborgene Wort hätte ich aktuell auch dann in Papierform auf dem Nachttisch, wenn sie hierzulande schon als E-Books zu haben wären.

Weiter Artikel zum Thema


Links zum Trendthema E-Book

Zwei interessante Artikel zur Debatte um das digitale Publizieren stehen auf dem IBI-Weblog (Weblog am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin).

Der erste Artikel »Wenig Neues zum Thema No. 1« kommentiert den FAZ-Artikel zur E-Book-Konferenz und meint, dass das E-Book für traditionelle Buchinhalte zunächst keine Erleichterung für den Leser ist.

Verlage wie auch Bibliotheken sollten daher möglicherweise zu ihrem gemeinschaftlichen Sinnieren zum Thema Nummer 1 des Jahres 2009 den Gedanken hinzufügen, dass Texte für elektronische Darstellung schon strukturell anders sein sollten, als die, die für die Buchpublikation geschrieben, gesetzt und gelayoutet wurden (Thema: Longlist). […] Print-on-demand ist für das Zugänglichmachen vergriffener Titel sicher die bessere Variante. […] Die wirkliche E-Book-Belletristik braucht dagegen erst einmal passende Schriftsteller. Die Talentscouts der Verlage sollten für die Zukunft durchaus auch mal in dieser Richtung suchen.

Mit »Das Buch ist ein Hammer« wird die These vertieft, dass das gedruckte Buch für seinen Zweck ein perfektes Medium ist, während das neue Medium erst seine Form und Funktion finden muss.

Eigentlich denken diejenigen, die im E-Book und E-Publishing nur die Fortsetzung Gutenbergs mit dem anderen Mittel der elektronischen Lettern sehen, nicht konsequent genug. Es ist nicht die Frage nach einer Technologie, sondern die nach einer Technologie und der zu ihr passenden Funktion, in diesem Fall »Texte« oder »Inhalte«.

Hier beginnt die Diskussion spannend zu werden, auch wenn technische und rechtliche Fragen (vgl. hier) natürlich ebenso beantwortet werden müssen.


Konferenz zu E-Books in München

In der FAZ berichtet Hubert Spiegel unter dem Titel »Zögert nicht, handelt!« von der bislang größten E-Book-Konferenz im deutschsprachigen Raum an der Akademie des deutschen Buchhandels in München. (via)

Aber deutsche Verleger konnten sich bis vor wenigen Wochen auch noch nicht vorstellen, dass der vor zehn Jahren als vermeintliche Totgeburt gestartete eBook-Reader, das digitale Lesegerät, das wichtigste Thema des Jahres 2009 für sie werden könnte. Die Buchbranche hat über Jahre in zwei Kernbereichen umgekehrt proportionales Wachstumsverhalten gezeigt: Man hat immer mehr Titel auf den Markt geworfen und immer weniger Phantasie entwickelt.

Der amerikanische E-Book-Markt hat seinen Umsatz in den letzten drei Jahren nahezu vervierfacht. Noch weiß niemand, ob die Entwicklung auf dem deutschen Markt ähnlich verlaufen wird. Welche Marktsegmente werden davon profitieren? Wie wirkt sich das auf die Arbeitsabläufe in Verlagen im Einzelnen aus? Wie kann man dafür sorgen, dass Urheber weiterhin von ihrer Arbeit leben können?

__________________

Weitere Artikel zum Thema:


Wie werden wir in Zukunft lesen?

Das Thema der Frankfurter Buchmesse war am 28. November 2008 Gegenstand einer Podiumsdiskussion im Berliner Kulturkaufhaus Dussmann: »Überleben in digitalen Zeiten: Welche Zukunft hat das Buch?«

Das Gespräch wurde live übertragen in der Reihe Medienquartett des Deutschlandfunks (via: Publishblog). Die Sendung (42 Minuten) kann man hier online anhören.

Denis Scheck (Literaturkritiker, DLF) bleibt ganz gelassen. Das digitale Buch sei gut für alle, die professionell mit Büchern umgehen, der Markt bei Lesern dagegen überschaubar. Ansonsten liebe er Literatur, nicht unbedingt das Buch von heute. Und die habe eine größere Zukunft als Fernsehen und Internet zusammen.

Johano Strasser (Präsident P.E.N. Zentrum Deutschland) hält digitale Publikationsformen für eine zusätzliche Nutzungsmöglichkeit, aber keinen Ersatz für das Buch.

Carola Müller (Verlag Vandenhoeck & Ruprecht) sieht für wissenschaftliche Verlage, die nur Printangebote machen, keine Zukunft. Die Textstrukturen würden sich entsprechend entwickeln, da für Print konzipierte Texte sich nicht für die digitale Publikation eignen. Das digitale Publizieren beschleunige den Prozess der Konzentration und »Marktbereinigung« in Buchhandel und Verlagslandschaft. Andererseits könnten neue Publikationsformen die dauerhafte Vorhaltung z.B. geisteswissenschaftlicher Titel ermöglichen.

Hans Janke (Fernsehspielchef ZDF) hängt (wie alle anderen) am Buch, hält aber die Entwicklung für ebenso wenig vorhersagbar, wie es die Medienentwicklung der letzten 10 Jahre war. Doch bei allen Verwerfungen: Es gebe kein Indiz für das Verschwinden des Buches.

Alle sind sich einig darin, dass für digitale Publikationen Fragen der Sicherung der Urheberrechte und der Vermarktung derzeit ungeklärt sind. Die drängendste Frage besteht also darin, wie die Produktion von hochwertigen Inhalten wirtschaftlich gesichert und realisiert werden kann. Egal, wie wir in Zukunft lesen werden.


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.