Geschenktipp: ABCDarium in 3D
Veröffentlicht: 19. Dezember 2008 Einsortiert unter: Bücher, Texte und Kritik, Typografie | Tags: ABCDarium, Geschenktipp, Marion Bataille, schönes Buch Schreibe einen Kommentar »Gerade noch rechtzeitig zum Verschenken ist es angekommen: das Pop-up-Buch »ABC3D« von Marion Bataille. Es ist ein ABC-Buch, eher für große Kinder geeignet und tatsächlich so wunderbar gemacht, wie das Video verspricht:
Seit Oktober ist es auch im deutschen Internetbuchhandel. (via)
Wahrhaftige Abcontrafactur
Veröffentlicht: 30. November 2008 Einsortiert unter: Typografie, Zeugs | Tags: Federwerk, Interpunctum, Interpunktion, Rostock, Schreibung, Vicke Schorler Schreibe einen Kommentar »Die Titelgrafik des Federwerks verwendet derzeit verwendete im Dezember einen kleinen Ausschnitt aus der berühmten Vicke-Schorler-Rolle. Das über 18 Meter lange Original aus dem 16. Jahrhundert trägt den sorgsam formulierten und in Versalien geschriebenen Titel:
»WAHRHAFTIGE ABCONTRAFACTUR DER HOCHLOBLICHEN UND WEITBERUMTEN ALTEN SEE UND HENSESTADT ROSTOCK – HEUPTSTADT IM LANDE ZU MECKELNBURGK«
Interessant an der Schreibung bzw. Typografie: Für das heutige [U] ist noch [V] verwendet. Die Wortgrenzen sind durch Interpuncta (»Zwischenpunkte«; Singular Interpunctum) gekennzeichnet. Statt der Leerzeichen, die seit karolingischer Zeit (seit ca. 800) üblich waren, stehen also mittige Punkte zwischen den Wörtern.
Der Rostocker Krämer Vicke Schorler hat die kolorierte Federzeichnung angefertigt und 1586 vollendet.
Spicker für Schriftsatz und Sonderzeichen
Veröffentlicht: 16. November 2008 Einsortiert unter: Computer & Software, Typografie | Tags: Anführungszeichen, Divis, Gedankenstrich, Halbgeviertstrich, Schriftsatz, Trennstrich, Typografie 2 Kommentare »Für alle, die mit den richtigen Gänsefüßchen auf dem Kriegsfuß stehen und denen Divis und Halbgeviertstrich Kopfzerbrechen machen, gibt es hier eine nette Arbeitshilfe:
Die knallgelben Mousepads von FontShop fassen wichtige Regeln für den Schriftsatz und häufige Sonderzeichen (z.B. Zollzeichen, Copyright-Zeichen, Trademark-Zeichen, genealogische Zeichen) in einem Mustertext zusammen. Es gibt sie als Windows- und als Mac-Version mit den dazugehörigen Tastaturkürzeln. Schriftenkenner können sie heute (16. November) im verkehrten Adventskalender »Kalendsadventer« des Fontblogs gewinnen.
Alle anderen finden die PDFs für Spickzettel oder Postkarten (ich wüsste einige Adressaten) » hier im Fontblog zum Herunterladen.
Telefonnummern sinnvoll gliedern
Veröffentlicht: 13. August 2008 Einsortiert unter: Typografie | Tags: DIN 5008, Schriftsatz, Telefonnummer, Zahlengliederung 4 Kommentare »[Bitte nutzen Sie die aktualisierte und ergänzte Version des Artikels vom Februar 2012 (Link).]
Eine einheitliche oder gar für alle Texte verbindliche Norm für die Gliederung von Fax- und Telefonnummern gibt es nicht. Dennoch ist dies definitiv kein Bereich, in dem man mit Variabilität glänzen kann. Die Entscheidung für eine sinnvolle und einheitliche Gliederung dient der besseren Lesbarkeit.
Im professionellen Schriftsatz haben sich auch hier typografische Regeln herausgebildet. Für die Arbeit am PC in Büro und Verwaltung geben die »Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung« des Deutschen Instituts für Normung (DIN 5008, aktuell ist die Ausgabe von 2005) Empfehlungen.
Für Inlandsnummern begegnen uns in der Praxis vor allem folgende sinnvolle Varianten:

1. Gliederung mit Leerzeichen. Diese Gliederung folgt der Empfehlung der Internationalen Fernmeldeunion. Sie sieht ein Leerzeichen nach der Vorwahl vor, die Durchwahlnummer wird nicht gekennzeichnet. (Im Schriftsatz ist die weitere Teilung in Zweiergruppen mit Festabständen möglich.)
2. Gliederung mit Leerzeichen und Bindestrich. Diese Gliederung entspricht der aktuellen DIN 5008 (von 2005). Nach der Vorwahl folgt ein Leerzeichen, der Durchwahlanschluss wird durch Bindestrich (Divis) abgetrennt. Gibt eine Sondernummer die Höhe des Tarifs an, wird sie ebenfalls durch Leerzeichen abgetrennt.
3. Gliederung mit Klammern und Abständen. Diese Variante entspricht der alten DIN 5008 (von 2001). Die Vorwahl steht in Klammern. Durchwahlanschlüsse erhalten einen Bindestrich (Divis). Die einzelnen Teile der Nummer (Durchwahl, Rufnummer, Vorwahl) teilt man, für jeden Teil neu von rechts beginnend, in Zweiergruppen. Für die Abstände werden in der Textverarbeitung Leerzeichen, im Schriftsatz (kleinere) Festabstände verwendet.
4. Gliederung mit Schrägstrich und Abständen. Die Gliederung mit Schrägstrich nach der Vorwahl entspricht keiner Empfehlung oder Norm, sie ist aber verbreitet und in den meisten Schriften auch gut lesbar.
Besonders in der Unternehmenskommunikation finden sich weitere Abwandlungen dieser Muster, im schlimmsten Fall mehrere Varianten derselben Nummer auf einer Seite. Sobald die Entscheidung für eine Variante in einem Unternehmen getroffen ist, sollte sie am besten nicht nur für Gedrucktes in Werbung und PR gelten, sondern auch für die Texte in Büro und Verwaltung.
Tipp: Ich selbst bevorzuge und empfehle für den Gebrauch im Inland die Variante 3. Sie ist nach wie vor sehr verbreitet und zeichnet sich durch eine bessere Lesbarkeit aus als die von der aktuellen DIN empfohlene Variante 2. Und wie gliedern Sie Ihre Telefonnummern?
Der süsze Brey
Veröffentlicht: 15. Juli 2008 Einsortiert unter: Rechtschreibung, Typografie | Tags: Adelung, Eszett, Heyse, Orthografie, S-Schreibung, Typografie 1 Kommentar »Wenn es um die Geschichte der S-Schreibung und die Entstehung der typografischen Formen für das Eszett geht, gerät leicht einiges durcheinander. Versehentlich habe ich zu dem kurzen Beitrag hier eine lange Diskussion in den Kommentaren angezettelt.
Aber Vorsicht: Das ist nur etwas für Kümmelkornzähler und Haarspalter. Für ebensolche und zum eigenen Verständnis werde ich das Ganze bei Gelegenheit auch noch zusammenfassen. Jetzt aber mache ich mich erst mal wieder an die Brotarbeit.
Wie scharf ist das Eszett?
Veröffentlicht: 10. Juli 2008 Einsortiert unter: Rechtschreibung, Typografie | Tags: Eszett, Orthografie, S-Schreibung, Typografie, Versal-ß 2 Kommentare »Die s-Schreibung war im vergangenen Jahrzehnt wieder einmal Grund für scharfe Auseinandersetzungen. Erst war sie der am meisten abgelehnte Teil der Orthografiereform, schließlich aber der am schnellsten umgesetzte. Nun bieten die Typografen mit dem Versal-Eszett (vgl. hier auf Federwerk) willkommenen Anlass, alte Missverständnisse noch einmal aufzuwärmen und durch neue zu ergänzen. Dabei könnte es so einfach sein: Den Rest des Beitrags lesen »
Wortwolken mit Wordle
Veröffentlicht: 22. Juni 2008 Einsortiert unter: Computer & Software, Fundsachen, Typografie | Tags: Computer, Linktipp, Wordle 5 Kommentare »Ein neues Spielzeug geht reihum auf den Blogspielwiesen. Ich habe es hier, hier, dort, da und noch anderswo gesehen, bevor ich das Wordle mit dem Text meiner Webseite hier selbst ausprobiert habe:

Wie man es von Tag-Clouds kennt, entspricht die Schriftgröße der Häufigkeit eines Wortes im Text. Schriftart und Schreibrichtung sowie Farbschema lassen sich beeinflussen.
Je nach Laune ist Wordle ein schönes Werkzeug, die Struktur von Texten zu veranschlaulichen, oder ein feines Spielzeug für die gepflegte Prokrastination. Das Ganze noch als PDF speichern – und schon habe ich nicht nichts getan, während nach diesem sonnigen Sonntag die Gewitterwolken aufziehen.
Großbuchstabe für das Eszett
Veröffentlicht: 6. April 2008 Einsortiert unter: Computer & Software, Typografie | Tags: ß, Eszett, Typografie, Versal-ß 3 Kommentare »Ein Großbuchstabe für das ß wird in den internationalen Zeichensatz aufgenommen. Wie hier nachzulesen ist, trat am 4. April eine neue Version des Unicode-Standards in Kraft, die diese Neuerung enthält. Der entsprechende DIN-Arbeitsausschuss hatte die Aufnahme im vergangenen Jahr beantragt.
Bisher gab es für den nur in der deutschen Schreibung vorhandenen Buchstaben in den meisten Schriften lediglich einen Kleinbuchstaben (Minuskel), weil das ß nach orthografischen Regeln nicht am Wortanfang stehen kann. Typografen haben das Fehlen eines Großbuchstabens dennoch immer wieder bemängelt, weil so beim Satz in Versalien oder Kapitälchen durch SS (früher durch SZ) ersetzt werden musste:
Adolf-Glaßbrenner-Straße : ADOLF-GLASSBRENNER-STRASSE.
Ob sich der neue Buchstabe durchsetzen wird, scheint mir dennoch ungewiss. Mit Änderungen an geläufigen Wortbildern tut man sich ja bekanntlich hierzulande schwer. Hinzu kommt, dass das Versal-ß vorläufig nicht in allen Schriften vorhanden sein wird. Eine Liste von Schriften, die bereits über das Zeichen verfügen, sowie weitere Informationen findet man hier im Typo-Wiki.
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Nachtrag am 25. Mai: Das ß als Großbuchstabe ist nun von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) als internationale Norm veröffentlicht worden. [vgl. Heise, via]
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Verwandter Artikel: Wie scharf ist das Eszett?
Euros und Cents aus der Schublade
Veröffentlicht: 30. Dezember 2007 Einsortiert unter: Typografie | Tags: Einfachheit, Funktionalität, Typografie Schreibe einen Kommentar »Erik Spiekermann erinnert auf dem SpiekerBlog an seine Ideen zur Gestaltung der Euro- und Cent-Münzen, die er auf Bitte des Magazins Spiegel bereits 1999 (also vor der Einführung des Bargeldes) vorgestellt hatte.
Dem Typografen fiel damals vor allem auf, was wir nach 6 Jahren Übung bestätigen können: Die neuen Münzen sind wenig systematisch gestaltet. Sie lassen sich nur bei genauem Hinsehen erkennen, weil signifikante Unterschiede in Material, Größe und Oberfläche fehlen. Dagegen bietet Spiekermanns Vorschlag ein klares Gestaltungskonzept, das ebenso einfach wie funktional ist.
Anlass dafür, dass der Gestalter uns einen Blick in seine Schublade gewährt, ist die Einführung des Euro in zwei weiteren Ländern (Malta, Zypern) zum 1. Januar. Aber auch diese neuen Euros folgen natürlich dem alten »System«.
Noch ein Online-Lexikon zur Typographie
Veröffentlicht: 18. Oktober 2007 Einsortiert unter: Fundsachen, Typografie | Tags: Linktipp, Typographie Schreibe einen Kommentar »Mal wieder vergessen, wie man Kontonummern in Gruppen gliedert? Oder wie lang ein Gedankenstrich sein sollte?
Andrea Kamphuis weist auf dem VFLL-Blog »blog.frei!« auf eine weitere nützliche Quelle zur Typographie hin: das von Wolfgang Beinert (Typoakademie Berlin) herausgegebene »Lexikon der westeuropäischen Typographie«. Danke!
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Typografie-Wiki
Orthotypographisch alles klar?
Orthotypographisch alles klar?
Veröffentlicht: 24. August 2007 Einsortiert unter: Typografie | Tags: Linktipp, Orthotypographie, Typographe Schreibe einen Kommentar »Feintypographie, Mikrotypographie oder Detailtypographie nennen Erbsenzähler wie Lektoren und Korrektoren die Regeln, nach denen zum Beispiel Zeichenabstände und Abkürzungen gesetzt, die Zeichen für Gedanken-, Strecken-, Binde- und Trennstrich unterschieden oder Umbrüche am Zeilenende gestaltet werden.
Eberhard Dilba stellt die aktuellen Regeln in seinem Typographie-Lexikon unter der Überschrift Orthotypographie dar. Eine Wortneubildung? Google liefert im ersten Anlauf zahlreiche französische Fundstellen. Für das Deutsche finde ich bei » Wikipedia, dass Hieronymus Hornschuch (geb. 1573 in Henfstädt; gest. 1616 in Leipzig) Anfang des 17. Jahrhunderts das älteste erhaltene Lehrbüchlein für Korrektoren, die Orthotypographia, verfasst habe.
Orthotypographie hin oder Detailtypographie her – das Typographie-Lexikon von Eberhard Dilba ist eine gute Empfehlung für alle, die auch 400 Jahre nach Hornschuch auf gutes Texthandwerk Wert legen. Das Lexikon gibt es als » PDF zum Download oder als BoD. Und der sperrige Begriff Orthotypographie (wahlweise natürlich auch mit f) könnte hilfreich sein, wenn mal wieder ein Kunde argumentiert, solche Details seien ja nur Geschmackssache. Oder auch nicht.
Typografie-Wiki
Veröffentlicht: 24. August 2007 Einsortiert unter: Typografie | Tags: Linktipp, Typografie Schreibe einen Kommentar »Natürlich sind Bücher über Typografie viel schöner. Aber als schneller Ratgeber ist das Typo-Wiki, das die Jenaer Agentur für visuelle Kommunikation Seite7 (Roßbach & Herrmann GbR) seit 2001 betreibt, eine praktische Ergänzung. Es gibt auch weiterführende Typo-Links und ein Forum zu Typografie, Schrift, Fonts und Gestaltung.


