Germanblogs bedient sich

Germanblogs ist ein »Blognetzwerk«, das beständig Autoren sucht. Es bietet in aller Offenheit

»dem Blogger die Möglichkeit, unentgeltlich Artikel zu vorgegebenen Themen auf verschiedenen Blogs zu veröffentlichen« (AGB von Germanblogs).

Mehr noch: Der Blogger tritt laut AGB sogar alle Nutzungs- und Verwertungsrechte an seinen Beiträgen ab! Wer dann auch noch die Aufzählung der weiteren Pflichten des Bloggers liest, ist selbst schuld. Den Rest des Beitrags lesen »


»Vorsprung von Schwarz-Geld schmilzt zusammen«

Für diese Schlagzeile hat die Wissenswerkstatt wenige Tage vor der Bundestagswahl den »Sonderpreis für die ehrlichste Schlagzeile in der Wahlkampfberichterstattung« vergeben.

Inzwischen ist es beim »Express« zwar korrigiert – aber das wäre doch eine griffige Alternative zur Verniedlichung als »Tigerentenkoalition«!

Ähnliche Artikel:


Die Deutsche Bahn erklärt

[…] Die Verspätung resultiert aus der verspäteten Ankunft des Zuges bei der Ankunft.

Wegen der »verspäteten Ankunft des Zuges bei der Ankunft« verpasste ich den Anschlusszug. Eine Stunde Wartezeit und Kauf einer zusätzlichen Fahrkarte: Um mit nur 90 Minuten Verspätung ans Ziel zu kommen, musste ich nun einen IC statt der verpassten Regionalbahn nehmen.

Dafür gabs von der freundlichen Schalterangestellten ein übersichtlich gefaltetes »Fahrgastrechte-Formular« von doppelter DIN-A4-Länge. Die Rückseite ist eng mit Anweisungen bedruckt, die mich in nur 3 Schritten zu einem vollständig ausgefüllten Formular zur Geltendmachung meiner Fahrgastrechte auf Entschädigung führen sollen.

Den krönenden Abschluss bildet diese sprachliche wie inhaltliche Meisterleistung:

Ich bin damit einverstanden, dass meine Daten für Kundenbetreuungszwecke bei der verspätungsverursachenden Bahn verarbeitet und genutzt werden.

Ein geradezu mustergültiges Antragsvermeidungsformular. Bei mir jedenfalls hat es funktioniert.


Narrungsergänzung für Wortsucher

Empfohlen bei Wortmangel: Enzyglobe bloggt funtasievolle Wortneuschöpfungen und deutet die selbst erfundenen B-fremdwörter.


Kennen Sie Eike?

Eike designt, textet, lektoriert und korrigiert. Er ist der Neffe, von Beruf Student oder der hilfreiche Nachbar – und vor allem eins: gnadenlos billig. Trotzdem mag niemand Eike. Die Gründe gibts bei » Eike und die heilige Pekunia. (via Textguerilla)


Der Kommentar des Korrektors

Weil er sich eines Kommentars nicht enthalten hat, muss der Korrektor einer chinesischen Zeitung eine Geldstrafe von umgerechnet 114 Euro zahlen, der verantwortliche Redakteur 57 Euro.

Ein Korrektor hatte die Bemerkung »so eine Arschkriecherei« in das Manuskript geschrieben – genervt von der Lobhudelei eines Nachwuchsreporters über Parteifunktionäre, der getextet hatte: »So hohe Führer zu sehen, begeisterte alle.«

Der Setzer konnte mit der »Arschkriecherei«-Notiz nichts anfangen – und baute den Satz um. Daraus wurde die Formulierung, die dann gedruckt wurde: »So eine Arschkriecherei begeistert mich wirklich.« (Quelle: SpOn)

Fast hätte ich gesagt: Das ist ja noch mal glimpflich abgegangen für chinesische Verhältnisse. Das war ihnen der Spaß sicher wert. Leider unterlässt es SpOn zu erwähnen, dass 114 Euro für einen chinesischen Stadtbewohner fast einem durchschnittlichen Jahreseinkommen (135 Euro im Jahr 2007) entsprechen. Peinliche Panne.


Frohe Ferientage

flake

Ich wünsche allen Federwerk-Leserinnen und -Lesern frohe und erholsame Ferientage mit allem, was dazugehört.

Sollten die Schneeflocken noch fehlen: Die kann man sich bei »Make a flake« selber machen.

In jedem Falle: Lassen Sie es sich gut gehen!


Wer den Schaden hat …

Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung. Aber manche Fehler sind einfach schöner als andere, wie diese Zwiebelfischchen-Fotostrecke zeigt. (via VFLL-Blog)

Verwandter Artikel:

Der Charme des Webfehlers


Wie funktioniert die »Informationsgesellschaft«?

So funktioniert die Informationsgesellschaft. Meint das Satiremagazin TITANIC in einer Infografik. (via)

Was da nicht steht: In der Wikipedia besteht die Chance, dass ein Fehler oder Irrtum früher oder später korrigiert wird.


Grundgesetzlich deutsch?

Nicht nur, dass der seit Jahrtausenden immer wieder prognostizierte Sprachverfall und sichere Untergang bisher ausgefallen ist, obwohl nichts bleibt, wie es ist. Nicht nur, dass die jeweilige Jugend – ohne Sitten, Ideen und Ehrgeiz – stets Anlass gibt zu schlimmsten Befürchtungen. (Sogar die Zahl der Jugendlichen, die rauchen und trinken, ist in diesem Jahr gesunken.)

Nein: Das ganze christliche Abendland hangelt sich von Untergangstermin zu Untergangstermin, wie Markus Gansel in seiner Chronik der (verpassten) Weltuntergänge zeigt. (gefunden bei: Thomas Müller)

Nun stehen uns schon wieder schwierige Zeiten und ein Jahr schlechter Nachrichten bevor. Hinzu kommt: Nicht einmal die deutsche Sprache scheint sicher; schließlich steht sie ja nicht im Grundgesetz.

Soll die deutsche Sprache also ins Grundgesetz?

Überflüssig, meint Norbert Robers in der WAZ:

[…] Oder wäre es, um ein eindeutiges sprachliches Zeichen zu setzen, doch sinnvoll, Deutsch als Staatssprache im Grundgesetz festzuschreiben? Nein, es wäre schlicht überflüssig. Weil der (durchaus gebotene) sorgsame Umgang mit der deutschen Sprache erstens nicht gesetzlich verordnet werden kann. Und weil das Grundgesetz zweitens in Artikel 3 bereits das Grundrecht auf Verwendung der deutschen Sprache festschreibt. Schließlich ist in diversen Verwaltungsgesetzen klar geregelt, welche Sprache man hierzulande sprechen muss, um seine staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten auszuüben: Deutsch. Das reicht.

Julia Dombrowski von der textguerilla gruselts beim Gedanken an politisch verordnete Deutschtümelei.

Anatol Stefanowitsch erörtert auf dem Bremer Sprachblog, warum der aktuelle rechtliche Status des Deutschen nichts zu wünschen übrig lässt (mit weiteren Links und aktueller Diskussion).

Meine Meinung zu diesen Spiegelfechtereien:

1. Wer politisch etwas für die deutsche Sprache tun will, sollte Bildung (auch, aber nicht nur für Migranten) und Kultur besser fördern.
2. Eine Sprache hat nur dann Anziehungskraft, wenn ihre Sprecher und Schreiber in Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft Chancen für die eigene Entwicklung sehen.
3. Die grundgesetzliche deutsche Bekenntnislyrik verstellt nur den Blick auf die eigentliche Krise.


Wahrhaftige Abcontrafactur

Die Titelgrafik des Federwerks verwendet derzeit verwendete im Dezember einen kleinen Ausschnitt aus der berühmten Vicke-Schorler-Rolle. Das über 18 Meter lange Original aus dem 16. Jahrhundert trägt den sorgsam formulierten und in Versalien geschriebenen Titel:

»WAHRHAFTIGE ABCONTRAFACTUR DER HOCHLOBLICHEN UND WEITBERUMTEN ALTEN SEE UND HENSESTADT ROSTOCK – HEUPTSTADT IM LANDE ZU MECKELNBURGK«

Interessant an der Schreibung bzw. Typografie: Für das heutige [U] ist noch [V] verwendet. Die Wortgrenzen sind durch Interpuncta (»Zwischenpunkte«; Singular Interpunctum) gekennzeichnet. Statt der Leerzeichen, die seit karolingischer Zeit (seit ca. 800) üblich waren, stehen also mittige Punkte zwischen den Wörtern.

Der Rostocker Krämer Vicke Schorler hat die kolorierte Federzeichnung angefertigt und 1586 vollendet.


Lesen! im Internet

»Kucken Sie viel Internet?« – fragte Elke Heidenreich ihren Gast Claus Peymann in der ZDF-Sendung »Lesen« vom 1. Mai 2008. Der gestand immerhin ein, dass er gar nicht wisse, wie das geht.

Sie selbst wird nun stattdessen im Internet (vor)lesen. Nach ihrem geräuschvollen Abgang beim ZDF (vgl. Literaturcafe.de; wegen dieser Geschichte) wird sie ihre Sendung ins Internet verlegen, meldet wuv.

Künftig soll jeden Monat (statt bisher 6-mal im Jahr) eine neue Ausgabe auf litCOLONY.de, der Website des Kölner Literaturfestivals litcologne, erscheinen.

Ob ihr bisheriges Stammpublikum nun auch »Internet kucken« wird, ist allerdings eine offene Frage. Die Möglichkeit bestand ja schon beim ZDF – zusätzlich zur TV-Ausstrahlung.

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Zum Weiterlesen:


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