»Vorsprung von Schwarz-Geld schmilzt zusammen«
Veröffentlicht: 23. September 2009 Einsortiert unter: Fundsachen, Zeugs | Tags: Fehler, Korrektur, Stilblüte, Wortschätze 1 Kommentar »Für diese Schlagzeile hat die Wissenswerkstatt wenige Tage vor der Bundestagswahl den »Sonderpreis für die ehrlichste Schlagzeile in der Wahlkampfberichterstattung« vergeben.
Inzwischen ist es beim »Express« zwar korrigiert – aber das wäre doch eine griffige Alternative zur Verniedlichung als »Tigerentenkoalition«!
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DAS mit dem DASS
Veröffentlicht: 5. Februar 2009 Einsortiert unter: Rechtschreibung, Sprachwandel | Tags: Fehler, Rechtschreibung, S-Schreibung, Schreibgebrauch, Sprachentwicklung, Sprachkultur 5 Kommentare »In den VDI-Nachrichten beklagt ein Personalberater, dass selbst Manager in der Schreibung oft nicht zwischen das und dass zu unterscheiden verstehen. (via)
Stimmt. Ein Indiz für das Zurückfallen der Sprachkultur auf das Niveau von Tarzan und Jane ist es aber nicht. Die Regel ist seit Jahrzehnten eine der häufigsten Quellen für Rechtschreibfehler. Das galt schon vor der Reform, als dass noch daß geschrieben wurde. Ein Grund mag darin liegen, dass die falsche Schreibung an dieser Stelle nie zu Missverständnissen führt.
Die Unterscheidung ist eine konventionelle – der Vergleich des Personalers mit den verschiedenfarbigen Socken zum Anzug trifft es. Konventionen sind nicht nur in der Rechtschreibung »gefährdet«, sich mit der Zeit abzuschleifen. Wir beobachten das derzeit zum Beispiel bei der Unterscheidung von derselbe/der gleiche oder bei als und wie im Vergleich (Er ist jünger als/wie seine Schwester).
Der ursprüngliche Entwurf für die reformierte Rechtschreibung sah übrigens auch vor, in Zukunft nur noch das zu schreiben. Nun bleibt abzuwarten, wie sich die Sache entwickelt. Und bis dahin beachte man die Regel am besten in allen Situationen bzw. Texten, in denen es (auch) auf Konventionen ankommt – und die falschen Socken zum Anzug peinlich wären.
Für den Spickzettel:
1. Man schreibt das mit [s], wenn man es durch dieses, jenes oder welches ersetzen kann. 2. Man schreibt es mit [ss], wenn man es nicht ersetzen kann.
Das Buch, das (welches) Sie bestellt haben, ist längst erschienen. Dass es bereits vergriffen ist, wundert mich nicht. Ich hoffe, dass bald eine Nachauflage erscheint. Dass du mir pünktlich bist!
Wer den Schaden hat …
Veröffentlicht: 14. Dezember 2008 Einsortiert unter: Fundsachen, Zeugs | Tags: Fehler, Rechtschreibung, Spaß 1 Kommentar »Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung. Aber manche Fehler sind einfach schöner als andere, wie diese Zwiebelfischchen-Fotostrecke zeigt. (via VFLL-Blog)
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Umfrage: Ottogravieh in Blogs
Veröffentlicht: 31. Oktober 2008 Einsortiert unter: Rechtschreibung, Schreiben und Publizieren | Tags: Bloggen, Copy Editor, Fehler, Grammatik, Lektor, Rechtschreibung Schreibe einen Kommentar »Orthografische, grammatische und sachliche Fehler passieren – gerade beim schnellen Bloggen. Eine Umfrage für englischsprachige Blogs (via BasicThinking) wollte nun wissen, ob das tatsächlich Einfluss auf den Erfolg eines Blogs hat. Die wichtigsten Ergebnisse laut ReadWriteWeb:
- Orthografische und grammatische Fehler schaden dem Ansehen eines Blogs beim Leser, seiner Bereitschaft, sich damit zu beschäftigen und den Inhalt weiterzuverlinken, fast ebenso sehr wie sachliche Fehler.
- Die Teilnehmer der Umfrage meinen, dass orthografische und grammatische Fehler auf Blogs verbreitet sind. Nur 20 % sagten, dass sie solche Fehler selten oder nie bemerkt haben.
In einem Kommentar heißt es gar: »Some top bloggers are good writers but behind every good writer is a great editor.«
Murphys Gesetz für Lektoren
Veröffentlicht: 6. Oktober 2008 Einsortiert unter: Alltag, Fundsachen | Tags: Erin McKean, Fehler, Korrektur, Lektor, Lektorin, Muphry's Law Schreibe einen Kommentar »Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen, sagt Murphy’s Law. Als Anwendung desselben für Lektoren formulierte John Bangsund, ein australischer Lektor, Muphry’s Law. Im Newsletter der Society of Editors schrieb er 1992:
(a) if you write anything criticizing editing or proofreading, there will be a fault of some kind in what you have written;
(b) if an author thanks you in a book for your editing or proofreading, there will be mistakes in the book;
(c) the stronger the sentiment expressed in (a) and (b), the greater the fault;
(d) any book devoted to editing or style will be internally inconsistent.
Das Gesetz kursiert in zahlreichen Versionen mit ebenso vielen verschiedenen UrheberInnen; zum Urvater wurde sogar Ambrose Bierce berufen. Eine griffige Kurzform stammt von der amerikanischen Lexikografin Erin McKean (2001):
Jede Korrektur der Rede oder Schreibe anderer weist selbst mindestens einen Fehler in Grammatik, Orthografie oder Typografie auf.
* Auf die Spur zu Muphry’s Law hat mich dieser Kommentar zum Artikel Fernsehkritik im Bremer Sprachblog gebracht.
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Zum Weiterlesen:
- Muphry’s Law [2008-07-18] in der englischen Wikipedia
Der Charme des Webfehlers
Veröffentlicht: 1. Juni 2008 Einsortiert unter: Alltag, Wortschätze | Tags: Alltag, Fehler, Lektorat, Neuwort 1 Kommentar »Wenn Kritiker in einem Buch Fehler bemerken, ist im Zweifel immer das Lektorat schuld. Andererseits: Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob eine Korrektur dem Text nicht eine charmante Lücke nimmt, durch die etwas Eigenes weht.
In einem Romanmanuskript zum Beispiel schmachtet der Midlifecrisis-gebeutelte Held eine Studentin an, deren Kleid ihn völlig aus der Fassung bringt, weil der »Rückenausschnitt bis zur Bandscheibe« reicht. Ein »windschlüpfriges Auto« hätte sie vielleicht beeindrucken können, das aber stammt aus einem anderen Text. Ebenso wie der blickige Kommissar, dem schon im ersten Kapitel schwant, dass seine neue Bekannte »etwas im Busche führt«.
Manche der Schöpfungen haben sogar das Zeug zum Neuwort: Ein Doktorand erklärte in seiner Arbeit, was seine schlauen Grafiken jeweils »veranschlaulichen« sollen. Dieses Beutewort habe ich nach der Korrektur umgehend adoptiert.
Von den Hopi und den Navajo sagt man, dass sie in eine Ecke ihrer Teppiche stets einen Fehler weben, damit der Geist durch die Lücke hindurchwehen könne. Aber eben nur einen einzigen, sorgsam platzierten Webfehler.

