Ich mach’ was mit Büchern — Wer noch?
Veröffentlicht: 17. August 2009 Einsortiert unter: Freiberuflichkeit | Tags: Bücher, Buchbranche, Lektor, Lektorin, Publizieren Schreibe einen Kommentar »Mit dieser Aktion will Leander Wattig die »Sichtbarkeit der Buchbranche im Internet und eine stärkere Vernetzung von deren Mitgliedern« fördern.
Ich mache was mit Büchern: Seit ich mich mit 6 durch die Abenteuer des Burattino (»Das goldene Schlüsselchen«) durchbuchstabiert habe, gehöre ich zu den Bücherwürmern und Büchersammlern. Zahllose Bücher später habe ich das Lesen zum Beruf gemacht: Als freie Lektorin lektoriere, redigiere und korrigiere ich im Auftrage von Verlagen, Agenturen und Privatpersonen Texte, die als Bücher erscheinen sollen. Eine Liste mit Beispielen aus den letzten Jahren findet sich hier.
Wer noch?
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Berater
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Bücherwürmer
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Illustratoren
Lektoren
Texter
Typografen
Verlagsmitarbeiter
Im MediatrendsWiki können Branchenmitglieder ihre Websites und/oder Blogs eintragen.
Auch beruhigen Sie mich über den Titel
Veröffentlicht: 6. Mai 2009 Einsortiert unter: Alltag, Bücher, Texte und Kritik, Schreiben und Publizieren | Tags: Berlin, Briefing, Humboldt, Kosmos, Lektor, Publizist Schreibe einen Kommentar »Heute ist er auf allen Kanälen: Alexander von Humboldt (geb. 14. September 1769; gest. 6. Mai 1859) – Naturforscher, Weltreisender, Netzwerker und überaus produktiver Publizist.
Mein Lieblings-Fundstück steht in einem Brief von 1834 an Karl August Varnhagen von Ense (1785–1858): ein charmantes und zeitloses Briefing für einen Lektor. Nachdem er dem langjährigen Freund und Vertrauten seine Pläne für den Kosmos. Entwurf einer physischen Weltbeschreibung detailliert vorgestellt hat, schließt Humboldt:
Nun meine Bitte, theurer Freund! Ich kann es nicht über mich gewinnen, den Anfang meines Manuskripts wegzuſenden, ohne Sie anzuflehen, einen kritischen Blick darauf zu werfen. Sie haben ſo großes Talent der anmuthreichſten Schreibart, Sie ſind auch so geiſtreich und unabhängig, daß Sie Formen des Schreibens nicht geradehin zurückstoßen, die individuell ſind und von den Ihrigen abweichen. Leſen Sie gewogentlichſt die Rede, und legen Sie ein Blättchen an, auf welches Sie schreiben, ganz ohne Gründe anzugeben: ſo … hätte ich lieber ſtatt ſo … dieſes. Tadeln Sie aber nicht, ohne mir zu helfen. Auch beruhigen Sie mich über den Titel.
Mit innigſtem Vertrauen Ihr A. v. Humboldt
(Brief vom 27. Okt. 1834. In: Briefe von Alexander von Humboldt an Varnhagen von Ense aus den Jahren 1827 bis 1858. 4. Aufl., New York 1860)
Auf den Text (in modernisierter Rechtschreibung) bin ich vor einigen Wochen gestoßen, als ich diesen Prachtband von Frank Holl Korrektur gelesen habe, der heute bei Eichborn Berlin erschienen ist:
Eigennamen und Rechtschreibung (Teil 4)
Veröffentlicht: 1. Dezember 2008 Einsortiert unter: Rechtschreibung | Tags: Binnengroßschreibung, Eigennamen, Groß- und Kleinschreibung, Lektor, Lektorat, Rechtschreibung, Werbelektorat 5 Kommentare »Für Eigennamen gelten in allen Bereichen der Rechtschreibung (vgl. Teil 1, 2, 3) die Regeln nur, sofern im Einzelfall nichts anderes festgelegt ist.
Groß- und Kleinschreibung
Faustregel: Bestandteile von Eigennamen werden mit Ausnahme von Artikeln, Präpositionen und Konjunktionen großgeschrieben: Carl von Ossietzky, Unter den Linden, Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren.
E2: In einigen der oben genannten Namengruppen kann die Schreibung im Einzelfall abweichend festgelegt sein […] [In: Amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung, D Groß- und Kleinschreibung, 2.3 Eigennamen …, E2]
Auch hier gilt es also, im Zweifelsfalle die genaue Schreibung zu recherchieren: Das Spektrum reicht von Kleinschreibung (taz, konkret, heute) über Binnengroßschreibungen (EuroSpeedway Lausitz, OstseeJazz) bis zu Versalschreibungen (AIDA Cruises).
Mitunter werden Moden bis über die Schmerzgrenze strapaziert, ohne dass dies einen Vorteil (für die Lesbarkeit, grafische Gestaltung oder wenigstens für die Werbung) hat. Das führt zu Schreibungen wie: NaturErlebnisZentrum Müritzeum, DanGastQuellbad in Dangast, NaturThermeTemplin …
Als Schreiber orientiert man sich am besten daran, wie der Namensträger selbst schreibt. Gibt es auch dort Unentschiedenheit, wurde mal wieder an Text und Lektorat gespart.
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Zum Weiterlesen:
Eigennamen und Rechtschreibung Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4
Umfrage: Ottogravieh in Blogs
Veröffentlicht: 31. Oktober 2008 Einsortiert unter: Rechtschreibung, Schreiben und Publizieren | Tags: Bloggen, Copy Editor, Fehler, Grammatik, Lektor, Rechtschreibung Schreibe einen Kommentar »Orthografische, grammatische und sachliche Fehler passieren – gerade beim schnellen Bloggen. Eine Umfrage für englischsprachige Blogs (via BasicThinking) wollte nun wissen, ob das tatsächlich Einfluss auf den Erfolg eines Blogs hat. Die wichtigsten Ergebnisse laut ReadWriteWeb:
- Orthografische und grammatische Fehler schaden dem Ansehen eines Blogs beim Leser, seiner Bereitschaft, sich damit zu beschäftigen und den Inhalt weiterzuverlinken, fast ebenso sehr wie sachliche Fehler.
- Die Teilnehmer der Umfrage meinen, dass orthografische und grammatische Fehler auf Blogs verbreitet sind. Nur 20 % sagten, dass sie solche Fehler selten oder nie bemerkt haben.
In einem Kommentar heißt es gar: »Some top bloggers are good writers but behind every good writer is a great editor.«
Murphys Gesetz für Lektoren
Veröffentlicht: 6. Oktober 2008 Einsortiert unter: Alltag, Fundsachen | Tags: Erin McKean, Fehler, Korrektur, Lektor, Lektorin, Muphry's Law Schreibe einen Kommentar »Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen, sagt Murphy’s Law. Als Anwendung desselben für Lektoren formulierte John Bangsund, ein australischer Lektor, Muphry’s Law. Im Newsletter der Society of Editors schrieb er 1992:
(a) if you write anything criticizing editing or proofreading, there will be a fault of some kind in what you have written;
(b) if an author thanks you in a book for your editing or proofreading, there will be mistakes in the book;
(c) the stronger the sentiment expressed in (a) and (b), the greater the fault;
(d) any book devoted to editing or style will be internally inconsistent.
Das Gesetz kursiert in zahlreichen Versionen mit ebenso vielen verschiedenen UrheberInnen; zum Urvater wurde sogar Ambrose Bierce berufen. Eine griffige Kurzform stammt von der amerikanischen Lexikografin Erin McKean (2001):
Jede Korrektur der Rede oder Schreibe anderer weist selbst mindestens einen Fehler in Grammatik, Orthografie oder Typografie auf.
* Auf die Spur zu Muphry’s Law hat mich dieser Kommentar zum Artikel Fernsehkritik im Bremer Sprachblog gebracht.
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Zum Weiterlesen:
- Muphry’s Law [2008-07-18] in der englischen Wikipedia
Wie beauftrage ich einen Lektor?
Veröffentlicht: 21. Juli 2008 Einsortiert unter: Alltag, Freiberuflichkeit | Tags: Anfrage, Diplomarbeit, Dissertation, Lektor, Lektorat, Lektorat Marion Kümmel, Promotion 2 Kommentare »Sehr geehrte Frau K.,
ich bräuchte schnellstmöglich ein Lektorat für meine Diplomarbeit. […]
So beginnt eine E-Mail, die ich heute Morgen erhalten habe. Von einer jener Spaßmailadressen, die weder einen Absender noch eine Institution erkennen lassen. Weitere Kontaktdaten fehlen. Keine Details, kein Abgabetermin. Dafür ist die Datei der Diplomarbeit gleich angehängt, in einem Format, das ich nicht kenne.
Eine erste Anfrage per Mail beantwortet im Idealfall folgende Fragen:
- Was sind Thema (bzw. Fachgebiet) und Zweck (Diplomarbeit, Magisterarbeit, Dissertation, Buchpublikation …) des Textes?
- Welchen Umfang (bitte Zeichenzahl inkl. Leerzeichen) wird die Arbeit ungefähr haben?
- Wann können Sie den gesamten Text zur Verfügung stellen und in welcher Form (Datei, Ausdruck)?
- Welche Leistungen möchten Sie in Anspruch nehmen?
- Welche Termine sind zu berücksichtigen?
- Sorgen Sie für Erreichbarkeit, mindestens mit einer Telefonnummer.
Auch wenn es blitzbrandeilig ist: Schicken Sie keine Anhänge, wenn das nicht abgesprochen ist. Ich jedenfalls öffne keine unverlangt verschickten Dateien fremder Absender.
Wie geht es dann weiter?
Wenn Thema und Termin für mich möglich sind, werde ich Sie um eine Textprobe bitten. Jetzt können wir Details abstimmen und ich werde Ihnen auf dieser Grundlage ein Angebot machen. Wenn Sie mit dem Angebot einverstanden sind, schicken Sie mir das unterschriebene Formular für den Auftrag zurück. So viel Zeit muss sein. Und dann kann es losgehen.
Pi mal Daumen sollten Sie eine Woche Bearbeitungszeit für das Lektorat einer Qualifikationsarbeit einplanen. Ebenso viel Zeit benötigen Sie dann noch einmal, um die vorgeschlagenen Änderungen zu prüfen und zu übernehmen und um die Arbeit technisch fertigzustellen.
Ob Schnellschüsse wie der oben beschriebene auch ihr Ziel erreichen, weiß ich natürlich nicht. Vielleicht hatte ja zufällig jemand auf der Stelle Zeit für ein schnellstmögliches Lektorat …


