Wie funktioniert die »Informationsgesellschaft«?

So funktioniert die Informationsgesellschaft. Meint das Satiremagazin TITANIC in einer Infografik. Was da nicht steht: In der Wikipedia besteht die Chance, dass ein Fehler oder Irrtum früher oder später korrigiert wird.

Marcel Reich-Ranicki lehnt Fernsehpreis ab

Der alte Fuchs hat sich wieder einmal zünftig in Szene gesetzt – bisher ist das nur zu lesen (hier bei dwdl). Die Ablehnung eines Preises kommt gelegentlich vor, meist mit ehrenwerten Gründen. Aber hat ein designierter Preisträger je (wohlkalkuliert?) seine Entscheidung erst verkündet, nachdem er Laudatio und Applaus entgegengenommen hatte? »Ich gehöre nicht in die Reihe dieser Preisträger«, das sei ihm im Verlaufe der Aufzeichnung klar geworden.

Literaturcafe.de findet’s »grrroßartig« und stellt Vermutungen darüber an, wie sich die beteiligten Fernsehanstalten verhalten werden. Ich bin gespannt, ob das ZDF die vollständige Erwiderung des Fernseh-Literaturpapstes heute Abend ausstrahlt. Dafür werde ich mich morgen sogar durch die Mediathek klicken.

Nachtrag: Laut Fernsehlexikon.de bloggen Peer Schrader und Stefan Niggemeier die Aufzeichnung der Sendung heute Abend »live« ab 20:15 Uhr.

Nachtrag 2 (20:30 Uhr): Marcel Reich-Ranicki im Interview auf faz.net: »Ich konnte es nicht mehr aushalten«

Nachtrag 3: Das hat MRR tatsächlich gesagt – das Video bei Cem Basman.

Nachtrag 4 (18. Oktober): Günter Grass sagte auf der Buchmesse über den Auftritt, das sei genau der Marcel Reich-Ranicki, wie er ihn aus dem »Literarischen Quartett« kenne. Er habe Literatur nicht popularisiert, sondern trivialisiert und sei Teil des Gewerbes, das er nun kritisiere.

Ein Manuskript, tatsächlich

Eben habe ich gelernt, dass es das tatsächlich noch gibt: im Wortsinn mit der Hand geschriebene Manuskripte.

Ein Autor fragte telefonisch nach einem Angebot für eine Textredaktion. Wie üblich bat ich ihn, mir ein paar repräsentative Seiten per Mail zu schicken, damit ich ihm ein verbindliches Angebot machen könne.
»Haben Sie eine Faxnummer?«
»Nein, aber eine Datei lässt sich doch besser verschicken. Ich kann die Anmerkungen zur Redaktion ja dennoch von Hand machen, wenn Ihnen das lieber ist, und als PDF-Scan zurückschicken.«
»Die Datei ist bei der Setzerin, ich habe hier nur einen Stapel Papier …«
»???«
Nachdem ich noch eine Weile begriffsstutzig war, hat er mir dann auseinandergesetzt: »Ich bin noch ganz von der alten Schule. Ich schreibe hier mit meinem Montblanc auf Papier. Und um alles andere kümmert sich meine Setzerin.«

Ich war einfach davon ausgegangen, alle Berufsschreiber hätten den hier beschriebenen Medienwandel – mit allen Vor- und Nachteilen – längst vollzogen und könnten wie ich gerade noch einen Notizzettel per Hand bekritzeln.