Beitragsaufruf: TypoJournal 3
Veröffentlicht: 6. Mai 2011 Einsortiert unter: Sprachwandel, Typografie | Tags: Sprachwandel Schreibe einen Kommentar »
Die Seite Typografie.info und das Typografie.info Wiki (ehemals Typo-Wiki) sind seit Langem etablierte Anlaufstellen im Web für die Themen Typografie, Schrift und Grafikdesign.
Seit 2009 gibt Ralf Herrmann – der Initiator von Typografie.info – für Sammler und Liebhaber des Gedruckten zudem ein Magazin heraus: das TypoJournal. Derzeit ist die 3. Ausgabe in Vorbereitung.
Zum Thema »Wandel/Umbruch« werden dazu ausdrücklich auch Beiträge zum Wandel in Sprache und Schreibung gesucht. Den Rest des Beitrags lesen »
Geschäftsentwicklung (in) 2009
Veröffentlicht: 5. Juni 2010 Einsortiert unter: Sprachwandel | Tags: Geschäftsbericht, im Jahre, in 2009, Sprachwandel, Werbelektorat 5 Kommentare »Als ich 2002 den ersten Geschäftsbericht auf den Schreibtisch bekam, habe ich die Präposition »in« vor Jahreszahlen ohne Zögern getilgt: Aus »in 2001« wurde einfach »2001«, gelegentlich auch »im Jahr 2001«.
Inzwischen ist die Form so verbreitet, dass ich jedes Jahr wieder überlege, ob sie nicht längst die überwiegende und damit standardsprachlich geworden ist. Ich selbst benutze sie nicht. Aber für die Arbeit an Kundentexten sind persönliche Vorlieben (»find ich einfach besser«) natürlich kein Argument. Den Rest des Beitrags lesen »
Sprachwandel Ost
Veröffentlicht: 10. November 2009 Einsortiert unter: Rostock, Sprachwandel | Tags: Sprache der DDR, Sprachwandel 4 Kommentare »Die Maueröffnung vor zwei Jahrzehnten und die nachfolgenden Transformationsprozesse sorgten im Osten Deutschlands auch für einen beschleunigten Sprachwandel – ein reiches Beobachtungsfeld für Spracharbeiter und Sprachinteressierte.
Die meisten Besonderheiten des Sprachgebrauches der DDR betrafen den Wortschatz oder Redewendungen:
Reformierte Rechtschreibung nun überall amtlich
Veröffentlicht: 28. Juli 2009 Einsortiert unter: Alltag, Rechtschreibung, Sprachwandel | Tags: Duden, neue Rechtschreibung, Rechtschreibreform, Rechtschreibung, Sprachwandel, Wahrig Schreibe einen Kommentar »Die eine oder andere Frist ist verstrichen, seit 1996 die erste Version der »neuen Rechtschreibung« ihren Weg in die Wörterbücher gefunden hat.
Als ich 1996/97 die ersten Seminare zur »neuen Rechtschreibung« anbot, hieß es oft: »Die wird doch erst 2005 amtlich; bis dahin fließt noch viel Wasser in die Ostsee.« 1998 (Einführung für Schulen und Behörden) und 1999 (Übernahme durch die Nachrichtenagenturen) wollten ganz plötzlich ganz viele sofort ihre MitarbeiterInnen schulen. Das Interesse hielt an – trotz kleinerer Änderungen und Sommertheater 2004 – bis etwa 2006 (Revision und bis jetzt gültige Fassung). Seitdem meint mancher: »Wer weiß, wie oft da noch geändert wird.«
Am 31. Juli 2009 läuft nun in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein die letzte Übergangsfrist aus. In Deutschland und Belgien endete sie am 31. Juli 2007, in Österreich und Bozen-Südtirol zum 31. Juli 2008.
Damit gilt das amtliche Regelwerk (mit Stand vom Februar 2006) dann in Schulen, Ämtern und Behörden aller Länder, in denen Deutsch Amts- oder Minderheitensprache ist.
Die aktualisierten Wörterbücher von DUDEN (Bibliographisches Institut) und WAHRIG (Bertelsmann) liegen seit einer Woche vor. Die Eckdaten habe ich hier in meinem Journal verglichen. Den neuen (digitalen) Duden teste ich ab jetzt im Alltag – Bericht folgt.
Links zur Rechtschreibreform
- Regeln und Wörterliste zum Download beim IDS
- Rat für deutsche Rechtschreibung, Nachfolger der Zwischenstaatlichen Kommission für deutsche Rechtschreibung
- Deutschsprachige Nachrichtenagenturen (sog. Agenturregelung)
- Ressourcen zur Rechtschreibung im Internet
Faksimile zum Duden-Geburtstag
Veröffentlicht: 8. Juli 2009 Einsortiert unter: Rechtschreibung, Sprachwandel | Tags: Bibliographisches Institut, Duden, Faksimile, Orthografie, Rechtschreibung, Sprachwandel 1 Kommentar »Konrad Duden (1829–1911) wurde vor 180 Jahren geboren, »der DUDEN« ist gerade 129 Jahre alt geworden.
1880 (laut duden.de am 7. Juli) erschien im Bibliographischen Institut in Leipzig Dr. Konrad Dudens »Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache«.
In diesem Wörterverzeichnis wandte Duden die Regeln der preußischen Schulorthografie von 1880 und der bayrischen von 1879 (die jeweils nur eine kleine Wörterliste hatten) auf wesentliche Teile des Wortschatzes an. Es förderte die weitere Vereinheitlichung der Rechtschreibung auf der Grundlage des Schreibgebrauches, die vor allem »Schulmänner« wie Konrad Duden, Verleger und Drucker wünschten.
Diesen »Urduden« von 1880 mit schlanken 187 Seiten und circa 27 000 Wörtern gibt es hier als Faksimileausgabe.
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Neuer Duden Rechtschreibung (25. Auflage, Juli 2009)
Ach du liebes Fräulein!
Veröffentlicht: 21. März 2009 Einsortiert unter: Sprachwandel, Wortschätze | Tags: Fräulein, Gendergerechte Sprache, Sprachwandel, Wortschatz Schreibe einen Kommentar »Ist das »Fräulein« nicht längst ein ausgestorbenes Wort? Der Duden war schon spät dran, als er 1996 vermerkte, dass es »als titelähnliche Bezeichnung oder Anrede für eine unverheiratete weibliche Person heute allgemein durch Frau ersetzt« wird. Das Fräulein vom Amt wurde schon vor Jahrzehnten entlassen. Wer die Kellnerin anreden will, sucht nach Alternativen. Einzig das Fräuleinwunder wird immer mal wieder aus der Mottenkiste geholt und meist in Anführungszeichen gebraucht.
Bei der EU ist man jetzt auch drauf gekommen:
Brüssel – Ein Merkblatt des Generalsekretariats des Europäischen Parlaments für geschlechtsneutrale Sprache sorgt bei einigen Abgeordneten für Aufregung. Das der britischen Zeitung »Daily Mail« vorliegende interne Papier richtet sich an DolmetscherInnen und enthält keine obligatorischen Richtlinien, sondern Anregungen, welche Ausdrücke herkömmlichen Floskeln vorgezogen werden könnten. So werde darauf hingewiesen, dass man es vermeiden sollte, auf den Familienstand von Frauen hinzuweisen. Demnach sollen »Madame« und »Mademoiselle«, »Frau« und »Fräulein«, aber auch »Senora« und »Senorita« nicht mehr verwendet werden. Stattdessen sollten die Frauen einfach bei ihrem Namen genannt werden. (via dieStandard.at)
Ach du liebes Fräulein! Oder besser: Mein lieber Herr Gesangverein!
(via)
Der Sprachverfall fällt aus
Veröffentlicht: 30. Juni 2008 Einsortiert unter: Sprachwandel, Wortschätze | Tags: Rudi Keller, Sprachentwicklung, Sprachverfall, Sprachwandel 4 Kommentare »Der Verfall der deutschen Sprache wird mindestens seit der Romantik befürchtet, als man sie dem Greisenalter nahe sah. Nicht zuletzt deshalb haben die Brüder Grimm Zeugnisse älterer Sprachstufen gesammelt. Und wie steht es heute um das Deutsche? Ständig kommen neue Wörter mit Migrationshintergrund hinzu, in SMS grassiert der Aküfi, ins Internet schreibt auch jeder, wie er will …
Prof. Rudi Keller, Germanist an der Uni Düsseldorf, sagt dazu im Interview mit der Süddeutschen Zeitung:
Seit 2000 Jahren ist literarisch belegt, dass Menschen sich über den Sprachverfall Gedanken machen. Und doch hat noch kein Mensch jemals eine verfallene Sprache vorführen können – so etwas scheint es nicht zu geben. […] Meine generelle These ist, dass das, was Menschen aus ihrem begrenzten Blickfeld heraus als Sprachverfall wahrnehmen, im Wesentlichen nichts anderes ist als der ganz normale Sprachwandel.
Die Sorge um den Sprachverfall ist also doppelt so alt wie die deutsche Sprache selbst. Bisher hat vielfältiger Gebrauch sie immer wieder flexibel den Bedürfnissen ihrer Nutzer angepasst. Man stelle sich vor, wir wollten in der Sprache Goethes das Funktionieren eines Blogs oder die Bedienung eines Geldautomaten erklären.
Die Sprache als Ganzes nimmt dabei auch dann keinen Schaden, wenn nicht jeder einzelne Problembär Sprecher oder Schreiber sie auf höchstem Niveau benutzt. Auch zur Goethezeit überwogen jede Menge gesprochene und geschriebene Alltagstexte und empfindsame Romane, nicht die sprachliche Hochkultur. Und nur etwa jeder dritte Deutsche konnte lesen und schreiben.
Selbst eine Sprache, der die Sprecher und Schreiber ausgingen, würde nicht verfallen, sondern aussterben (vgl. Nachruf auf eine Sprache). Gelänge es den Nörglern und Aktionisten, die Sprache in einem bestimmten Zustand zu konservieren, verkäme sie auf Dauer zum folkloristischen Spielzeug. Aber auch dafür gibt es keinen Beleg. Denn wer will schon mit einem Geh-Kaffee zu »Beischlaf und die Großstadt« ins Lichtspielhaus gehen, um später darüber zu netzplaudern.
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Zum Weiterlesen, mit vielen Beispielen zur Entwicklung von Wortschatz und Grammatik: R. Keller »Ist die deutsche Sprache vom Verfall bedroht?« (hier als PDF-Datei, via).
[Nov. 2008: Der Download ist leider nicht mehr verfügbar.]

