Inspiration oder Plagiat?

Verlagsjurist Rainer Dresen erörtert im Sonntagsgespräch auf buchmarkt.de die rechtlichen Aspekte der »Fälle« Hegemann und Lindner, die über die Einzelfälle hinaus im Lektorat (nicht nur fiktiver Literatur) immer wieder eine Rolle spielen.

»Rainer Dresen über das Thema der Woche: Plagiate und die fehlende Achtung vorm geistigen Eigentum anderer«

Europäisches Jahr der Kreativität und Innovation

Die Europäische Union hat 2009 zum Europäischen Jahr der Kreativität und Innovation erklärt. Damit soll die Bedeutung geistigen Schaffens für die persönliche, soziale und wirtschaftliche Entwicklung herausgestellt werden.

»Ich begrüße es sehr, dass die Europäische Union Kreativität und Innovation in den Fokus für das kommende Jahr gerückt hat. Gerade in schwierigen Zeiten bieten neue künstlerische und technische Ideen Perspektiven für eine positive wirtschaftliche Entwicklung«, erklärte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. »Kreativität und Innovation brauchen die richtigen Rahmenbedingungen, um sich zu entwickeln. Dazu gehört auch und vor allem das Recht. Wir müssen den Schutz von Ideen und die Teilhabe der Allgemeinheit an geistigem Schaffen ständig in einer gerechten Balance halten. […]«, so die Ministerin weiter.

Aus der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Justiz vom 29. Dezember 2008, die anschließend die Vorhaben aufzählt, mit denen das Recht des geistigen Eigentums im kommenden Jahr fortentwickelt werden soll.

Selber denken macht schlau

Studenten, die Studienarbeiten aus dem Internet kopieren, soll in Baden-Württemberg ab März der Rauswurf drohen. Das Wissenschaftsministerium hat dem Landtag eine Verschärfung des Hochschulgesetzes vorgeschlagen. Demnach wird das Anfertigen eines Plagiats ausdrücklich zu einem Exmatrikulationsgrund erklärt.

Das berichtet Spiegel online in »Abschreibern droht Uni-Rauswurf« .

Man erhoffe sich davon vor allem eine Signalwirkung. Ob diese Strafe in jedem Einzelfall angemessen ist, soll die Hochschule jeweils einschätzen. Allerdings eben nur, wenn die AbschreiberInnen Studenten sind. Schwieriger wird es, wenn der geistige Diebstahl durch einen verbeamteten Lehrstuhlinhaber begangen wird, wie Unispiegel hier berichtete.

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Der Medienwissenschaftler Stefan Weber hat bereits 2006/07 eine Artikelserie zu seinem Buch »Das Google-Copy-Paste-Syndrom. Wie Netzplagiate Ausbildung und Wissen gefährden« veröffentlicht, die über heise.de zu erreichen ist:

»Textueller Missbrauch«,
»Die abschreibende Zunft«,
»Wissenschaft als Web-Sampling«,
»Contentklau in Blogs und anderswo«,
»Reuse, Remix, Mashup – also: Plagiieren erlaubt!«.

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Dank Internet und Copy-and-Paste-Technik sind Plagiate heute einfacher denn je. Entsprechend sorglos ist mitunter der Umgang mit fremdem geistigen Eigentum, egal ob es sich um Filme, Musik, Texte oder Software handelt. Mancher Schüler oder Student kopiert sich seine Arbeiten zeitsparend zusammen, hier beklagt eine Texterin dreisten Textklau, gelegentlich wird jemand ertappt, der auf diesem Wege schnell zum eigenen Buch kommen wollte.

Wie gerufen erscheint da das Online-Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema Urheberrecht.
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