60. Frankfurter Buchmesse

Ja, die Buchmesse lebt! Deshalb gehen sogar die Neuen und die nicht mehr ganz so neuen Medien hin, wenn die 60. Frankfurter Buchmesse (15.–19. Oktober) eröffnet wird. Aber auch diesmal wird wieder über die Krise des Buches und der Buchmesse geredet und geschrieben werden. Umberto Eco hat schon in den 1980er Jahren auf entsprechende Fragen geantwortet, was auch heute noch gelten dürfte:

[…] es gibt eine unbestreitbare Tatsache, nämlich daß wir in einer Zeit leben, in der mehr Bücher produziert und verkauft werden als in jedem anderen Jahrhundert, und das auch, wenn man das Verhältnis zwischen Buchproduktion und Weltbevölkerung in Rechnung stellt. Können wir diese statistische Gegebenheit wirklich ignorieren? (S. 106 f.)

Die Krise der Buchmesse ist ein bißchen so etwas wie die alljährliche Diskussion über den Niedergang der Philosophie, über das Verschwinden der großen Meisterdenker, das Schweigen der Intellektuellen, das Ende des Romans oder den Sittenverfall. Das sind sichere Themen, denn sie sind bereits seit den Zeiten der alten Griechen im Umlauf (man weiß heutzutage, daß die große Krise bei den Vorsokratikern begann), und das Publikum begeistert sich dafür aufgrund einer Art von »genetischer Prägung«. (S. 114)

(Umberto Eco, Gesammelte Streichholzbriefe, dtv 2005)

Die Messe ist vielmehr eine Gelegenheit zu beobachten, welche neuen Texte und Autoren sich zeigen, wie sich neue Publikationsformen entwickeln und wie diese wiederum das Buch verändern.

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Marion Kümmel
Marion Kümmel ist freie Lektorin und Federwerkerin. Seit 2001 übernimmt sie Textdienstleistungen für Publikumsverlage, Agenturen, Unternehmen und Autoren. Sie redigiert Sachbücher und Fachtexte, wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie Texte aus Unternehmenskommunikation und Werbung. Sie brauchen Unterstützung für ein Textprojekt? » Erfahren Sie mehr über das Lektorat.

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