Sparschreibungen für Paarformen – Sie haben die Wahl

[Aktualisierung: 20. November 2018]

In Sachtexten aller Art wird noch viel zu oft die sogenannte Generalklausel (Legitimationsformel) bemüht. Danach wird auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Personenbezeichnungen verzichtet, Frauen seien aber »selbstverständlich mitgemeint«. Es gibt jedoch stets eine lesbare Möglichkeit zum geschlechtergerechten bzw. gendergerechten Sprachgebrauch, der Frauen und Männer sprachlich angemessen berücksichtigt.

Neben genderneutralen Bezeichnungen (Fachleute, Textprofis, Führungs­personen, Lehrende) werden häufig sogenannte Paarformen (Teilnehmerinnen und Teilnehmer) verwendet.

Schreibgebrauch

Zu den Zweifelsfällen der deutschen Rechtschreibung gehört die Frage, wie diese Paarformen verkürzt geschrieben werden können, ohne gegen Rechtschreib­regeln zu verstoßen. Weiterlesen →

Die »richtige« Rechtschreibung

Zehn Jahre lang soll Kaiser Wilhelm II. an den Rand von Briefen, die ihn in der damals »neuen« Rechtschreibung erreichten, mit roter Tinte geschrieben haben:

Bitte in der richtigen Orthographie wieder einreichen.

Wilhelm II., Deutscher Kaiser 1888–1918

Und zwar, nachdem diese Rechtschreibung 1901 auf der II. Orthographischen Konferenz als Kompromiss beschlossen und von allen deutschen Länder­regierungen gebilligt worden war. Nach 1911 sind solche Vermerke nicht mehr belegt.

Heute verteidigen manche diese alte neue Rechtschreibung als »klassisch«.

Abkürzungen im Plural: AGB und KMU

Abkürzungen und Kurzwörter erhalten meist keine Deklinationsendungen, weil Kasus (Fall) und Numerus (Zahl) schon durch Artikel oder Satzzusammenhang deutlich werden. Auch das -s im Plural (Mehrzahl) ist deshalb häufig entbehrlich: Für Lkw (seltener: Lkws) gilt Überholverbot. Nur bei femininen Abkürzungen sollte man das -s schreiben, weil sonst eine Verwechslung mit dem Singular (Einzahl) möglich ist: die AGs, die GmbHs, die THs.

Anders liegt der Fall bei AGB und KMU. Weiterlesen →

Geschäftsentwicklung (in) 2009

[Aktualisierung: 30. Juni 2017]

Als ich 2002 den ersten Geschäftsbericht auf den Schreibtisch bekam, habe ich die Präposition »in« vor Jahreszahlen ohne Zögern getilgt: Aus »in 2001« wurde einfach »2001«, gelegentlich auch »im Jahr 2001«.

Inzwischen ist die Form so verbreitet, dass ich jedes Jahr wieder überlege, ob sie nicht längst die überwiegende und damit standardsprachlich geworden ist. Ich selbst benutze sie nicht. Aber für die Arbeit an Kundentexten sind persönliche Vorlieben (»find ich einfach besser«) natürlich kein Argument. Weiterlesen →

Wortschatz der DDR in der Gegenwartssprache

In »Sprachwandel Ost« habe ich behauptet, dass die sprachliche Transformation nach dem Ende der DDR inzwischen abgeschlossen ist. 20 Jahre nach Maueröffnung hat der historische Wortschatz nur noch selten Bedeutung, etwa für das Verständnis von Lebensläufen, von Literatur und Filmen aus dieser Zeit.

Deshalb hat mich interessiert, welche Stichwörter der aktuelle Duden (25. Auflage, 2009) dazu enthält. Neben einigen Wörtern mit DDR-Bezug, die nach 1989 gebildet wurden (DDR-Zeit, Birthler-Behörde, Ex-DDR, Gauck-Behörde, Ostalgie), sind im aktuellen Duden ca. 100 Stichwörter mit »DDR« markiert. Die Liste zeigt auch, warum die Mehrzahl tatsächlich nur noch fürs Wortmuseum taugt. Nicht mal eine Handvoll (siehe unten) hat Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden. Weiterlesen →

Sprachwandel Ost

Die Maueröffnung 1989 und die nachfolgenden Transformationsprozesse sorgten im Osten Deutschlands auch für einen beschleunigten Sprachwandel – ein reiches Beobachtungsfeld für Spracharbeiter und Sprachinteressierte.

Die meisten Besonderheiten des Sprachgebrauchs der DDR betrafen den Wortschatz oder Redewendungen:

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