Sparschreibungen für Paarformen – Sie haben die Wahl

In Sachtexten aller Art wird noch viel zu oft die sogenannte Generalklausel (Legitimationsformel) bemüht. Danach wird auf die gleichzeitige Verwendung weiblicher und männlicher Personenbezeichnungen verzichtet, Frauen seien aber »selbstverständlich mitgemeint«. Es gibt jedoch stets eine lesbare Möglichkeit zum geschlechtergerechten bzw. gendergerechten Sprachgebrauch, der Frauen und Männer sprachlich angemessen berücksichtigt.

Neben genderneutralen Bezeichnungen (Fachleute, Textprofis, Führungs­personen) werden häufig sogenannte Paarformen (Teilnehmerinnern und Teilnehmer) verwendet.

Schreibgebrauch

Zu den Zweifelsfällen der deutschen Rechtschreibung gehört die Frage, wie diese Paarformen verkürzt geschrieben werden können, ohne gegen Rechtschreib­regeln zu verstoßen. [Weiterlesen …]

KMU – Einzahl oder Mehrzahl?

Die Abkürzung KMU wird seit den 1990er Jahren verwendet für »kleine und mittlere Unternehmen«. Sie stand also ursprünglich für eine Pluralform (vgl. 2011 im Federwerk: Abkürzungen im Plural: AGB und KMU) und erhielt daher kein Plural-s. Und wie sieht es 2014 aus? [Weiterlesen …]

Nachschlagen bei Duden online

pressefoto_duden-de_240Am 2. Mai 2011 wurde die Duden-Suche durch ein umfangreiches Angebot mit Wörterbuchinhalten aus dem Dudenverlag abgelöst: Duden online.

Die neue Plattform ist laut Pressemeldung des Verlages »ein eigenständiges Angebot im Internet und spiegelt nicht eins zu eins ein gedrucktes Duden-Wörterbuch«.

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Geschäftsentwicklung (in) 2009

Als ich 2002 den ersten Geschäftsbericht auf den Schreibtisch bekam, habe ich die Präposition »in« vor Jahreszahlen ohne Zögern getilgt: Aus »in 2001« wurde einfach »2001«, gelegentlich auch »im Jahr 2001«.

Inzwischen ist die Form so verbreitet, dass ich jedes Jahr wieder überlege, ob sie nicht längst die überwiegende und damit standardsprachlich geworden ist. Ich selbst benutze sie nicht. Aber für die Arbeit an Kundentexten sind persönliche Vorlieben (»find ich einfach besser«) natürlich kein Argument. [Weiterlesen …]

Wortschatz der DDR in der Gegenwartssprache

In »Sprachwandel Ost« habe ich behauptet, dass die sprachliche Transformation nach dem Ende der DDR inzwischen abgeschlossen ist. 20 Jahre nach Maueröffnung hat der historische Wortschatz nur noch selten Bedeutung, etwa für das Verständnis von Lebensläufen, von Literatur und Filmen aus dieser Zeit.

Deshalb hat mich interessiert, welche Stichwörter der aktuelle Duden (25. Auflage, 2009) dazu enthält. Neben einigen Wörtern mit DDR-Bezug, die nach 1989 gebildet wurden (DDR-Zeit, Birthler-Behörde, Ex-DDR, Gauck-Behörde, Ostalgie), sind im aktuellen Duden ca. 100 Stichwörter mit »DDR« markiert. Die Liste zeigt auch, warum die Mehrzahl tatsächlich nur noch fürs Wortmuseum taugt. Nicht mal eine Handvoll (siehe unten) hat Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden. [Weiterlesen …]

Sprachwandel Ost

Die Maueröffnung 1989 und die nachfolgenden Transformationsprozesse sorgten im Osten Deutschlands auch für einen beschleunigten Sprachwandel – ein reiches Beobachtungsfeld für Spracharbeiter und Sprachinteressierte.

Die meisten Besonderheiten des Sprachgebrauches der DDR betrafen den Wortschatz oder Redewendungen:

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Die erste Kanzlerin

In allem, was Angela Merkel tut, ist sie die erste Bundeskanzlerin. Gestern hat sie als erste Bundeskanzlerin vor beiden Kammern des US-amerikanischen Parlaments gesprochen. Was aber, wenn man ausdrücken will, dass auch nur einem ihrer Vorgänger im Kanzleramt eine ähnliche Ehre zuteil wurde?

Die Presse hat einige Mühe, die ganze Einzigartigkeit zu fassen. [Weiterlesen …]