Wann schreibt man Zahlen in Ziffern?

Zahlen können in Ziffern oder in Buchstaben geschrieben werden (vgl. hier im Federwerk). Die gelegentlich noch angeführte »alte Buchdruckerregel« gilt nicht mehr. Stattdessen können Schreibende von Fall zu Fall entscheiden.

Kriterien dafür sind

  • die Textsorte (in der Belletristik wird eher ausgeschrieben, in Sachbuch oder Unternehmenskommunikation eher in Ziffern);
  • die Aussageabsicht (soll die Zahl hervorgehoben werden, schreibt man besser in Ziffern);
  • Lesbarkeit/Verständlichkeit (ein- bis dreisilbige Zahlwörter sind auch ausgeschrieben gut zu erfassen).

Faustregeln

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Schön geschrieben?

Heute war Harald Haarmanns »Geschichte der Schrift. Von den Hieroglyphen bis heute« in der Post. Die Abbildungen der frühen Alphabete erinnerten mich an diesen Druck:

Schriftzeichen

Er hing viele Jahre gerahmt über meinem Schreibtisch, ohne dass ich eine Ahnung hatte oder habe, wer ihn angefertigt hat und was er zeigt. Ich habe die Zeichen immer für schöne Fantasieprodukte gehalten. Vielleicht weiß es jemand besser?

»Schwere« Satzfehler und ihre Korrektur

Aus dem Bleisatz stammen zwei wichtige Regeln für den Seiten- bzw. Spaltenumbruch:

  1. Die letzte (meist kürzere) Zeile eines Absatzes darf nicht am Anfang einer Seite oder Spalte stehen, da sie den Satzspiegel stört.
  2. Die erste Zeile eines Absatzes (die oft mit einem Einzug beginnt) oder eine Überschrift darf nicht am Ende einer Seite oder Spalte stehen.

Der »Duden Satz und Korrektur« (Mannheim 2003, S. 228) nennt Verstöße dagegen »besonders schwere Satzfehler«. Während die erste Regel im professionellen Satz stets befolgt werden sollte, wendet man die zweite nur bei Überschriften noch grundsätzlich an, bei Absätzen wird der Verstoß oft toleriert.

In Satzprogrammen hilft heute die »Absatzkontrolle« dabei, die Regeln einzuhalten; sogar Textverarbeitungen verfügen inzwischen über diese Funktion. Tritt ein Fehler dennoch auf, ergeben sich zwei Fragen: Wie benennt man ihn? Von wem bzw. mit welchen Mitteln wird er behoben? Weiterlesen →

Schriftart und gefühlte Lesbarkeit

Zwei »Regeln«, deren Gültigkeit nie schlüssig nachgewiesen wurde, dominieren die Schriftwahl in Print und Web:

Gedruckt sind Serifenschriften besser (schneller) lesbar, weil die Serifen das Auge leiten. Für Bildschirm/Web sind Serifenlose geeigneter, weil die feinen Serifen in Lesegrößen nicht brauchbar wiedergegeben werden.

Für das Lesen im Internet widerspricht Martin Liebig in seinem Gastbeitrag »Die gefühlte Lesbarkeit« im Design Tagebuch:

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Zahlen in Ziffern oder in Buchstaben schreiben?

(Aktualisierung am 19. Januar 2019)

Totgesagte leben länger. Das scheint auch für die »Regel« zu gelten, nach der Zahlen von eins bis zwölf als Wort, ab der bösen 13 hingegen in Ziffern (numerisch) geschrieben werden sollten. Noch immer kennen Journalisten diese »alte Buchdruckerregel«, frisch ausgebildete Mediengestalterinnen befolgen sie ohne Widerspruch, in manchen Verlagsrichtlinien hält sie sich hartnäckig.

  1. Hintergrund: Die »alte Buchdruckerregel«
  2. Leitfaden: Wann schreibt man Zahlen in Ziffern?

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Wahrhaftige Abcontrafactur

Die Titelgrafik des Federwerks verwendet derzeit verwendete im Dezember einen kleinen Ausschnitt aus der berühmten Vicke-Schorler-Rolle. Das über 18 Meter lange Original aus dem 16. Jahrhundert trägt den sorgsam formulierten und in Versalien geschriebenen Titel:

»WAHRHAFTIGE ABCONTRAFACTUR DER HOCHLOBLICHEN UND WEITBERUMTEN ALTEN SEE UND HENSESTADT ROSTOCK – HEUPTSTADT IM LANDE ZU MECKELNBURGK«

Interessant an der Schreibung bzw. Typografie: Für das heutige [U] ist noch [V] verwendet. Die Wortgrenzen sind durch Interpuncta (»Zwischenpunkte«; Singular Interpunctum) gekennzeichnet. Statt der Leerzeichen, die seit karolingischer Zeit (seit ca. 800) üblich waren, stehen also mittige Punkte zwischen den Wörtern.

Der Rostocker Krämer Vicke Schorler hat die kolorierte Federzeichnung angefertigt und 1586 vollendet.