Neuausgabe der DIN 5008 – Entwurf vom April 2019

Die Überarbeitung der DIN 5008 ist auf der Zielgeraden. Aus den »Schreib- und Gestaltungs­regeln für die Textverarbeitung« (so hieß die Norm von 1996 bis 2011) sollen »Schreib- und Gestaltungs­regeln für die Text- und Informations­verarbeitung« werden. Der Entwurf, den der Normenausschuss Informations­technik und Anwendungen (NIA) erarbeitet hat, liegt der Fachöffentlichkeit bis zum 22. Juli 2019 online zur Stellungnahme vor.

Die DIN 5008 wendet sich (anders als die typografischen Regeln für den Schriftsatz) an einen breiten Personenkreis. Sie ist Grundlage für die Ausbildung in Büroberufen und wird in vielen Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen eingesetzt. Seit der Ausgabe von 1996 hat die DIN 5008 die Möglichkeiten der Textverarbeitung am PC zunehmend berücksichtigt und hebt nach und nach Sonderregeln auf, die für Schreibmaschinen mit ihrem begrenzten Zeichensatz notwendig waren.

Was ist neu im Entwurf DIN 5008:2019?

Der Entwurf sieht eine Reihe von Aktualisierungen und Ergänzungen im Detail vor, aber auch inhaltliche Änderungen.

1. Norm für die formale Textgestaltung

Während sich die Norm bis 1996 vor allem auf die Verwendung des Zeichensatzes der Schreibmaschine und das Beschriften von Briefblättern bezog, werden seitdem in jeder Auflage weitere Textformen ergänzt. Für die neue Ausgabe sollen nun Texte in Tabellenform (Checklisten, Formulare, Rechnungen etc.), Schreiben zu besonderen Anlässen, Präsentationen und Protokolle hinzukommen.

2. Briefblätter für Geschäftsbriefe

Das Briefblatt mit Bezugszeichenzeile und Kommunikationszeile soll künftig entfallen. Bereits 1996 wurde das Briefblatt mit Informationsblock neben dem Anschriftfeld als Alternative eingeführt, seit 2011 wurde es empfohlen, die Bezugszeichenzeile »durfte« noch verwendet werden. Nun wird das Briefblatt mit Informationsblock zum Standard.

3. Neue Benennungen statt Fachbegriffen

Der Entwurf schlägt eine Reihe von neuen Benennungen für Fachbegriffe aus der Typografie vor: So sollen »Kurzstrich« (Divis), »Langstrich« (Halbgeviertstrich) und »Extralangstrich« (Geviertstrich); »Vorklammer« (öffnende Klammer) und »Nachklammer« (schließende Klammer); »Halbhochpunkt« (Mittepunkt), »Schmal-Leerzeichen« (kleiner Festabstand) und weitere das Verständnis für eine breite Leserschaft erleichtern.

4. Regeln für den Zeichengebrauch

Im normativen Teil der DIN 5008 wird es für den Zeichengebrauch weiterhin Abweichungen von den Regeln für den Schriftsatz geben (wie bisher zum Beispiel bei Bis-Strich, Streckenstrich und Minuszeichen). Es soll jedoch ein informativer (nicht normativer) Anhang F »Typografisch anspruchsvolle Textwerke« ergänzt werden, in dem »die Anwendung ausgewählter Konventionen der Typografie« empfohlen wird, die über die DIN 5008 hinausgehen.

5. Anhang zu Satz- und Sonderzeichen

Ein Anhang H soll für alle in der Norm erwähnten Satz- und Sonderzeichen die internationale Codierung und die Tastenkombinationen (für Windows) zusammenfassen.


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Marion Kümmel
Marion Kümmel ist freie Lektorin und Federwerkerin. Seit 2001 übernimmt sie Textdienstleistungen für Publikumsverlage, Agenturen, Unternehmen und Autoren. Sie redigiert Sachbücher und Fachtexte, wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie Texte aus Unternehmenskommunikation und Werbung. Sie brauchen Unterstützung für ein Textprojekt? » Erfahren Sie mehr über das Lektorat.

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