DAS mit dem DASS

In den VDI-Nachrichten (der Artikel ist nicht mehr online) beklagt ein Personalberater, dass selbst Manager in der Schreibung oft nicht zwischen das und dass zu unterscheiden verstehen.

Stimmt. Ein Indiz für das Zurückfallen der Sprachkultur auf das Niveau von Tarzan und Jane ist es aber nicht. Die Regel ist seit Jahrzehnten eine der häufigsten Quellen für Rechtschreibfehler. Das galt schon vor der Reform, als dass noch daß geschrieben wurde. Ein Grund mag darin liegen, dass die falsche Schreibung an dieser Stelle nie zu Missverständnissen führt. [Weiterlesen …]

Wer den Schaden hat …

Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung. Aber manche Fehler sind einfach schöner als andere, wie diese Zwiebelfischchen-Fotostrecke zeigt.

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Der Charme des Webfehlers

PS: Die Launen des Schreibgebrauchs

Abkürzungen waren lange kein Gegenstand der Rechtschreibregelung. Die meisten sind über lange Zeiträume im Schreibgebrauch (Usus) entstanden. Erst viel später wurden sie in Wörterbüchern und Regeln erfasst. Mit Punkt, ohne Punkt, mit Zwischenraum oder ohne … Das Ergebnis ist eine bunte Vielfalt, der am besten mit einem verlässlichen und aktuellen Wörterbuch (oder Lektor) beizukommen ist.

Mitunter aber kann sich der Schreibgebrauch für keine Variante entscheiden. Das scheint beim Postskriptum im Brief so zu sein. PS kommt geschrieben und gesprochen fast ausschließlich als Abkürzung vor, obwohl die meisten (?) noch wissen, wofür sie steht: lat. post scriptum, die »Nachschrift«. [Weiterlesen …]

Eigennamen und Rechtschreibung (Teil 1)

Ich habe die Artikelserie im April 2016 aktualisiert und zusammengefasst. Sie finden den aktuellen Beitrag unter diesem Link:

https://federwerk.de/eigennamen-und-rechtschreibung/

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Die Orthokurvatur von Gurken

Die Europäische Union hat beschlossen, die Normungen für 26 Obst- und Gemüsesorten abzuschaffen, darunter den berüchtigten Krümmungsgrad der Gurke. Abgeschafft werden sollen auch die Standards beispielsweise für Auberginen, Bohnen, Spargel, Karotten und Pflaumen. Die Normen waren eingeführt worden, damit in standardisierte Gemüsekisten jeweils die gleiche Menge hineinpasst.

Eine Reihe von Ländern war gegen die Abschaffung der Standards und auch der Deutsche Bauernverband hat sie scharf kritisiert. Vermutlich fanden sie das überhaupt nicht komisch und haben lange und ernsthaft darüber debattiert.

Merke: Die Grundsatzdiskussionen um die einzig richtige deutsche Orthografie oder das einzig richtige versale Eszett (an denen ich mich im Unterschied zu Gurkendiskussionen gern beteilige) lassen sich also durchaus noch toppen.

Heute ist Herbst-Tagundnachtgleiche

Tag und Nacht sind an diesem Tag gleich lang, wird uns wie jedes Jahr zum Herbst- und Frühlingsanfang erklärt. Nur in der Schreibung ist – auch wie jedes Jahr – nichts gleich.

Google bietet schon auf der ersten Seite fünf Varianten: [Weiterlesen …]

Quizfrage: Was ist Rechtschreibung?

a) Dazu gehören alle Fragen, die mit dem Gebrauch der Sprache zu tun haben.
b) Rechtschreibung beschäftigt sich mit der Schrift- oder Standardsprache (»Hochdeutsch«).
c) Die Rechtschreibung befasst sich mit den Normen der Schreibung einer Sprache.

Bei der Beantwortung dieser Frage liegt die ZEIT in ihrem neuen Rechtschreibquiz in 11 von 20 Fragen daneben. Zur Rechtschreibung gehören alle Fragen der normgemäßen Schreibung. Und eben nicht alle Fragen, die irgendwie mit Sprache zu tun haben: Mit der normgemäßen Aussprache beschäftigt sich die Orthoepie, mit der Beugung von Wörtern die Grammatik, mit ihrer Verwendung im Satz die Stilistik. Wo Leerzeichen stehen sollten oder nicht, ist nicht immer eine Frage der Rechtschreibung, sondern oft eine der Typografie. In einer Frage geht es sogar um politsches statt um sprachliches Wissen.

Hat diese Unterscheidung irgendeine praktische Bedeutung? Sie hilft zum Beispiel dabei, für eine knifflige Frage das passende Nachschlagewerk zurate zu ziehen. Anderenfalls wird man das Rechtschreibwörterbuch frustriert beiseitelegen oder sich der Google-Lotterie ausliefern, die solche Entscheidungen erspart.