Abkürzungen im Plural: AGB und KMU

Abkürzungen und Kurzwörter erhalten meist keine Deklinationsendungen, weil Kasus (Fall) und Numerus (Zahl) schon durch Artikel oder Satzzusammenhang deutlich werden. Auch das -s im Plural (Mehrzahl) ist deshalb häufig entbehrlich: Für Lkw (seltener: Lkws) gilt Überholverbot. Nur bei femininen Abkürzungen sollte man das -s schreiben, weil sonst eine Verwechslung mit dem Singular (Einzahl) möglich ist: die AGs, die GmbHs, die THs.

Anders liegt der Fall bei AGB und KMU. Beide stehen schon für die Mehrzahl:

KMU – kleine und mittlere Unternehmen
AGB – allgemeine Geschäftsbedingungen

Die Abkürzungen AGB und KMU erhalten daher nie (nie!) eine Endung:

Fast zwei Drittel der abhängig Beschäftigten sind in KMU tätig.
Die Zahlungsbedingungen können Unternehmer in ihren AGB regeln.

Nachtrag (September 2014): Bei KMU scheint sich das KMU als Nebenform zu etablieren. Siehe dazu den neueren Beitrag: KMU – Einzahl oder Mehrzahl?
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Über Marion Kümmel

Marion Kümmel ist freie Lektorin und Federwerkerin. Seit 2001 übernimmt sie Textdienstleistungen für Publikumsverlage, Agenturen, Firmen und Autoren. Sie redigiert Sachbücher und Fachtexte, wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie Texte aus Unternehmenskommunikation und Werbung. Ihre Texterfahrungen vermittelt sie in Vorträgen und Schulungen.

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  1. […] KMU stand also ursprünglich für eine Pluralform und bekam deshalb kein Plural-s. Und wie sieht es 2014 aus? […]

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