Der Überarbeiten-Modus von Word im Lektorat

Lektorate von Sachbüchern und anderen Gebrauchstexten werden heute meist direkt in der Textdatei vorgenommen. Der Lektor oder die Lektorin kann im Überarbeiten-Modus (»Änderungen nachverfolgen«* in MS Word) alle Vorschläge zur Umformulierung oder Korrektur in der Datei protokollieren und kommentieren. Die Vorschläge und Anmerkungen können so anschließend einzeln geprüft und per Mausklick angenommen oder abgelehnt werden.

Der Beitrag beschreibt, wie Sie die Änderungsanmerkungen aus dem Lektorat effektiv bearbeiten, bis Ihr Text abgabefertig ist. Weiterlesen →

Die Normseite: Darfs ein wenig mehr sein?

Die Normseite stammt aus dem Schreibmaschinenzeitalter und diente der Berechnung von Textumfängen. Mit der Möglichkeit, Zeichen (inklusive Leerzeichen) digital zu zählen, ist sie eigentlich überflüssig geworden. Viele Verlage, Übersetzer und Lektoren verwenden die Normseite aber weiterhin. Und so wurde ich erst kürzlich gefragt: »Wie berechnen Sie denn die Normseite? Das scheint ja jeder anders zu machen.« Weiterlesen →

Wörterzahl und Textumfang

Ein Kunde möchte ein Lektorat beauftragen. Die Lektorin fragt also: »Welchen Umfang hat denn der Text?« Mit einiger Wahrscheinlichkeit lautet die Antwort: »Das sind ungefähr XY Seiten, die haben aber nicht so viel Text.« – Manchmal fällt die Angabe etwas genauer aus: »Die Broschüre soll XX Texte mit je ca. 200 Wörtern haben.« Wie umfangreich wäre dieser Text in etwa? Weiterlesen →

Der Charme des Webfehlers

Wenn Kritiker in einem Buch Fehler bemerken, ist im Zweifel immer das Lektorat schuld. Andererseits: Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob eine Korrektur dem Text nicht eine charmante Lücke nimmt, durch die etwas Eigenes weht.

In einem Romanmanuskript zum Beispiel schmachtet der Midlifecrisis-gebeutelte Held eine Studentin an, deren Kleid ihn völlig aus der Fassung bringt, weil der »Rückenausschnitt bis zur Bandscheibe« reicht. Ein »windschlüpfriges Auto« hätte sie vielleicht beeindrucken können, Weiterlesen →

Ein Manuskript, tatsächlich

Eben habe ich gelernt, dass es das tatsächlich noch gibt: im Wortsinn mit der Hand geschriebene Manuskripte.

Ein Autor fragte telefonisch nach einem Angebot für eine Textredaktion. Wie üblich bat ich ihn, mir ein paar repräsentative Seiten per Mail zu schicken, damit ich ihm ein verbindliches Angebot machen könne.
»Haben Sie eine Faxnummer?«
»Nein, aber eine Datei lässt sich doch besser verschicken. Ich kann die Anmerkungen zur Redaktion ja dennoch von Hand machen, wenn Ihnen das lieber ist, und als PDF-Scan zurückschicken.«
»Die Datei ist bei der Setzerin, ich habe hier nur einen Stapel Papier …«
»???«
Nachdem ich noch eine Weile begriffsstutzig war, hat er mir dann auseinandergesetzt: »Ich bin noch ganz von der alten Schule. Ich schreibe hier mit meinem Montblanc auf Papier. Und um alles andere kümmert sich meine Setzerin.«

Ich war einfach davon ausgegangen, alle Berufsschreiber hätten den hier beschriebenen Medienwandel – mit allen Vor- und Nachteilen – längst vollzogen und könnten wie ich gerade noch einen Notizzettel per Hand bekritzeln.