Der Sprachverfall fällt aus

Der Verfall der deutschen Sprache wird mindestens seit der Romantik befürchtet, als man sie dem Greisenalter nahe sah. Nicht zuletzt deshalb haben die Brüder Grimm Zeugnisse älterer Sprachstufen gesammelt. Und wie steht es heute um das Deutsche? Ständig kommen neue Wörter mit Migrationshintergrund hinzu, in SMS grassiert der Aküfi, ins Internet schreibt auch jeder, wie er will …

Prof. Rudi Keller, Germanist an der Uni Düsseldorf, sagt dazu im Interview mit der Süddeutschen Zeitung: Weiterlesen →

Wortwolken mit Wordle

Ein neues Spielzeug geht reihum auf den Blogspielwiesen. Ich habe es hier, hier und noch anderswo gesehen, bevor ich das Wordle mit dem Text meiner Webseite hier selbst ausprobiert habe:

2008-06Wortwolke_federwerk

Wie man es von Tag-Clouds kennt, entspricht die Schriftgröße der Häufigkeit eines Wortes im Text. Schriftart und Schreibrichtung sowie Farbschema lassen sich beeinflussen.

Je nach Laune ist Wordle ein schönes Werkzeug, die Struktur von Texten zu veranschlaulichen, oder ein feines Spielzeug für die gepflegte Prokrastination. Das Ganze noch als PDF speichern – und schon habe ich nicht nichts getan, während nach diesem sonnigen Sonntag die Gewitterwolken aufziehen.

Der Charme des Webfehlers

Wenn Kritiker in einem Buch Fehler bemerken, ist im Zweifel immer das Lektorat schuld. Andererseits: Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob eine Korrektur dem Text nicht eine charmante Lücke nimmt, durch die etwas Eigenes weht.

In einem Romanmanuskript zum Beispiel schmachtet der Midlifecrisis-gebeutelte Held eine Studentin an, deren Kleid ihn völlig aus der Fassung bringt, weil der »Rückenausschnitt bis zur Bandscheibe« reicht. Ein »windschlüpfriges Auto« hätte sie vielleicht beeindrucken können, Weiterlesen →

Der Weisheit letzter Schrei

Frisch aufgemischte Sprichwörter und Weisheiten, wie sie dem Leben von der flinken Zunge gehen, sammelt der Kölner KiWi-Verlag weiterhin in seinem Drehwort-Wettbewerb. Zu meinen Favoriten gehören:

Das ist ein sehr schmaler Spagat.
Wir führen eine lebensähnliche Gemeinschaft.
Du hast eine Haut wie ein 16-jähriger Pfirsich.
Die Axt im Haus erspart den Sensenmann.
Ewig währt am längsten.

Mehr davon? Hier geht ging es (die Seite ist nicht mehr online) zu den bisher besten Einsendungen.

Fundstücke aus dem Lektorat:

Großbuchstabe für das Eszett

Versal-EszettEin Großbuchstabe für das ß wird in den internationalen Zeichensatz aufgenommen. Wie bei Signographie.de nachzulesen ist, trat am 4. April 2008 eine neue Version des Unicode-Standards in Kraft, die diese Neuerung enthält (ansehen unter: U+1E9E). Der entsprechende DIN-Arbeitsausschuss hatte die Aufnahme im vergangenen Jahr beantragt.

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Plagiate machen dumm

Der Medienwissenschaftler Stefan Weber hat bereits 2006/07 eine 5-teilige Artikelserie zu seinem Buch »Das Google-Copy-Paste-Syndrom. Wie Netzplagiate Ausbildung und Wissen gefährden« veröffentlicht, die inzwischen (2017) nicht mehr online ist:

  • »Textueller Missbrauch«. URL: http://www.heise.de/tp/artikel/24/24006/1.html [05.04.2008]
  • »Die abschreibende Zunft«. URL: http://www.heise.de/tp/artikel/24/24110/1.html [05.04.2008]
  • »Wissenschaft als Web-Sampling«. URL: http://www.heise.de/tp/artikel/24/24221/1.html [05.04.2008]
  • »Contentklau in Blogs und anderswo«. URL: http://www.heise.de/tp/artikel/24/24756/1.html [05.04.2008]
  • »Reuse, Remix, Mashup – also: Plagiieren erlaubt!«. URL: http://www.heise.de/tp/artikel/24/24771/1.html [05.04.2008]

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Mit Word in den April

Ich dachte gestern schon, ich hätte den Narrentag gut überstanden. Aber dann kam ich auf die Idee, Word (2004:Mac) ein Inhaltsverzeichnis erstellen zu lassen …

Ich arbeite an der Redaktion eines Sachbuches; also sind der Text, die Überschriften und ihre Hierarchie zu prüfen und mit Änderungsvorschlägen zu versehen. Ich hatte wie gewohnt vor 10 Tagen die Dokumentvorlage des Verlages zugewiesen, die Überarbeiten-Funktion aktiviert und losgelegt. Um zwischendurch zur Überprüfung automatisch Inhaltsverzeichnisse erstellen zu können, hatte ich für die Formatvorlagen Ebenen definiert.

Nun wollte ich also ein aktualisiertes Verzeichnis sehen, nachdem ein Gutteil des Textes bearbeitet war. In der Statuszeile konnte ich verfolgen, wie Word rödelte, ein zweites Mal begann und – April, April! – sich schließlich an immer derselben Stelle aufhängte. Keine Fehlermeldung, nicht mal eine unsinnige. Ich sage lieber nicht, wie viele Stunden die Fehlersuche gekostet hat und was ich alles ausprobiert habe …

Für das Archiv zur Vermeidung unverstandener Fehler gebe ich zu Protokoll: Ein gelöschter Seitenumbruch, der sich im Änderungsprotokoll befand, war der Übeltäter! Nachdem ich diese Änderung angenommen hatte, ging alles wieder wie gewohnt. Und ich kann heute ruhig schlafen, ohne Albträume von defekten Word-Dateien und manuell zu erstellenden Inhaltsverzeichnissen.

Zum Weiterlesen: